Der Schwarze Limbus    

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Kreis des Lebens

Danya

Erlebnisbericht von Falk Ohnier aus den Wäldern um Oblarasim

"........ich war überrascht gerade hier jemanden zu treffen, in dieser Wildnis mitten in der Nacht. Du weißt doch... seit einer langen Zeit streifte ich nun schon in diesem Wald umher und ich traf schon langen kein menschliches Wesen. Unter einem Baum lag, mit einer Decke geschützt eine Frau, schlafend. Nur eine Rindenmatte... mhh Weidenrinde war das wohl, wenn du es unbedingt wissen willst..., zwischen ihr und dem kalten Waldboden, der hier im Norden des Nachts meist noch Frost hat. Das muß man sich mal vorstellen... Ich wollte mich schon dazu äußern, wie man so unvernünftig sein kann.. mhh? Wie sie aussah?..ohhh!... Ihr dunkelgraues Haar fiel in leichten Wellen über ihre Schultern, die nackt waren...... wie leichtsinnig!. Als ich mich ihr nähern wollte, lautlos, wie ich dachte, hob sie ihren Kopf.... hatte sie mich gehört? Mit einem Knurren setzte sie sich auf, dabei rutschte ihr die Decke, die sich beim zweiten Hinsehen als Mantel erwies, von den Schultern, doch bevor er mehr als nur den Ansatz ihrer Brüste aufdecken konnte, ..Nein konnte ich nicht... griff sie zu und hielt ihn fest... ich wollte etwas Passendes zu ihrer dürftigen Ausstattung sagen, als mich ihre wundervollen bernsteinfarbenen Augen verstummen ließen, ...mh diese Augen ...was?...ja bernsteinfarben... sie beobachtete mein Näherkommen, lauernd, wie ein Raubtier, das bei jedem kleinsten Zeichen von Gefahr zum Angriff bereit ist. Ihr intensiver Blick schien mich zu durchdringen, zu prüfen,......... dann lächelte sie, als ob sie nun wüßte, daß von mir keine Gefahr ausgeht. ..Das war schon etwas unheimlich... ja.... Nach einigen Schritten auf sie zu bemerkte ich zwei goldleuchtene Augen im Dickicht des Unterholzes, und ein warnendes Fauchen. Ich machte mich schon auf einen Kampf bereit verärgert, weil von dieser Frau keine Hilfe zu erwarteten war, ...ich mein so wie die aussah?....oder doch ? , da rief die Frau "Ar.." in diese Richtung und es folgte ein beruhigend klingendes Schnurren. Noch verwundert über den Klang dieses isdirischen Lautes aus dem Mund diese Frau..was? ja isdirisch...woher soll ich denn wissen woher sie das kann, nein sie sah nicht aus wie eine Elfe, eher wie eine Waldfee....., sah ich erst nicht, daß sich die leuchtenden Augen dem Baum und der Frau und damit auch mir näherten. "Ihr ..?" begann ich die Frage nach dem eben gehörten, als eine mindestens einen Schritt großen Katze an mir vorbei lief, mich nochmal mit abwägenden Blick betrachtete und sich dann zu den Füßen der Frau niederließ. ..mh..die Katze?.........Die Katze hatte ein gepflegtes Fell in sandigen Farben über Kupfer bis Gold mit einigen grauen Flecken und wunderbarerweise Augen in der selben Farbe der Frau... bernsteinfarbend. Was für ein Bild bot sich mir, das Mondlicht warf einen bezaubernden silbernen Schimmer auf die nackte Haut der Schönen vor mir....oh jaaaa!...genau......., die mich immer noch schweigend ansah, das Tier zu ihren Füßen kraulend. Nachdem wir wohl einige Zeit so stumm voreinander standen, machte ich den Anfang eines Gespräches "Firun zum Gruß" sagte ich , wobei mir fast die Stimme wegblieb.. jaja doch sie blieb mir weg, aber erzähl das niemanden!.. Erst blieb sie still, ich vermutete schon sie sei stumm, dann stand sie auf, wobei der sie bedeckende Mantel von ihrem Körper rutschte. Ich konnte ihren wohlgeformten Körper sehen, wenn auch nur kurz, denn schnell wickelte sich wieder den Mantel um sich.... mh ja... Mir stockte der Atem... das traf mich unvorbereitet, aber wer rechnet schon mit einer Frau, schön wie das Mondlicht... hier...im Wald....? Obwohl ich meine Gefühle meist unter Kontrolle.... habe ..und du weißt ich habe das...... konnte ich ein Bedauern nicht unterdrücken, als sie schnell, zu schnell wieder ihre Blöße bedeckte...... diese Frau, die trotz ihres Erscheinen, welches so... unpassend für diesen Platz schien, eine starke Verbindung mit dem Wald ausstrahlte, beneidenswert..... erregend...... Mit einem Lächeln, daß mir bis heute in meinen Träumen herumspuckt, sah sie mich an, wohlwissend, wie sie meinen Gesichtsausdruck deuten soll, sagte sie mit einer dunkelklingenden, melodiösen Stimme "Mada zum Gruß, Fremder ...!" Der Blick von ihr trieb mir eine bisher unbekannte Röte ins Gesicht............nein ich werd sie wohl nicht wiedersehen....."

Tagebuchaufzeichnung von Alissandra Exitus, Medica in Norburg

"..............ich saß also mit dieser Frau, die sich mir als Danya vorgestellt hatte, an meinem Lagerfeuer, sie hatte mich gefragt, ob sie sich zu mir setzten könnte, um sich zu wärmen. Erfreut Gesellschaft zu bekommen, stimmte ich gern zu. Als ich ihr etwas von meinem Wein anbot lehnte sie dankend ab, doch das angebotene frische Wasser, nahm sie an. Erfreut......nur zaghaft redete sie mit mir, doch sie war nicht wirklich schüchtern, verschlossen, vorsichtig, trifft es wohl besser. Also erzählte ich ihr etwas über mich, warum ich hier am Rande der Roten Sichel sei, wer ich sei und was ich so mache. Ich erzählte ihr, daß ich von einer seltenen Heilpflanze aus dieser Gegend gehört hatte, und ich erzählte ihr, daß mir der Name der Pflanze leider noch nicht bekannt ist, ich aber eine Beschreibung hätte... ein Moos, dunkelgrün und recht unaufällig, daher wohl auch so unbekannt, ich fing an darüber zu philosophieren, daß diese Beschreibung einem Moos ähnelt, von dem ich einmal hörte.... Olginwurz oder so ähnlich, doch das wächst nur im Raschtullswall, aber vielleicht ..?..wäre es nicht eine phantastische Entdeckung, wenn es hier in der Roten Sichel eine verwandte Pflanze geben würde.. Nun ich schweifte wohl wieder etwas ab, wie immer, wenn ich über diese Möglichkeit sprach.... und Danya lauschte mir ohne mich zu unterbrechen, doch sichtbar interessiert. Ich nutze diese Zeit um sie zu beobachten, seltsam sah sie aus.....verwundert sah ich, daß sie so weit ab jeglicher menschlichen Behausung ohne Proviantpaket oder Wasservorrat wanderte. Sie trug außer ihren Sachen am Körper nur noch einen Bauschbeutel und eine Rindenmatte bei sich..... und ihre Kleidung sah nicht so aus, als ob sie ihr Leben in der Wildnis verbringt, doch sie bewegte sich im Wald sehr sicher und er schien ihr wohl auch sehr vertraut. Sie trug einen dunkelgrauen Mantel, passend zu ihren dunkelgrauen Haaren, der mit silbernen Stickereien verziert war, soweit ich sah, die Phasen des Mondes und noch einige göttlichen Symbole. Der Schnitt der Kleidung sah auch weder Mittelländisch noch bornländisch aus, eher tulamidisch...oder vielleicht?...ach ich weiß nicht, ich kenn mich ja damit auch nicht sonderlich aus. Langsam faßte mein Gegenüber etwas Vertrauen, redet etwas, doch nichts persönliches, sie bemerkte, aber ich war ja schon froh mich überhaupt zu unterhalten, ich war ja nun schon seit Monden unterwegs und hatte seit einigen Tagen kein Gesprächspartner, mehr.....wir unterhielten uns über Pflanzen und ich war überrascht, wieviel sie darüber wußte...auch über Krankheiten, vor allem seelische Krankheiten, unterhielten wir uns bald angeregt.....als ich ihr sagte, daß seelische *Wunden* mein Spezialgebiet sei, erklärte sie mir eine bestimmte Art der Meditation mit farbigen Licht, das bei seelischer Verwirrung helfen soll. Dabei, so sagte sie mir, werden farbiges Glas, oder besser noch farbige Kristalle vor ein Öllicht gestellt und das Licht dann so ausgerichtet, daß es auf die geschlossenen Augen des Patienten geworfen wird.....sie wollte noch näher darauf eingehen und mir brannten auch einige Fragen unter denn Nägeln, als wir abrupt gestört wurden...ein blutender Mann torkelte auf uns zu....rief um Hilfe und dankte den Göttern, daß er jemanden hier in der Wildnis gefunden hat, dann brach er zusammen....ich war gerade noch dabei das Geschehen zu beurteilen, da stand Danya auch schon bei dem Verletzen und winkte mich zu sich...aus ihrem Beutel holte sie ein Hemd und wollte es schon zerreißen, als ich ihr klar machte, daß ich als Medica immer Verbandszeug bei mir habe...sie schien erleichtert, als die das hörte. Sie war mir eine große Hilfe beim Verbinden, und als sie mich fragte, ob er die Verletzung überstehen wird, konnte ich ihr sagen, daß es nicht so schlimm sei wie es aussah. Als der Verletze wieder zu sich kam, war er erst sehr verwirrt und wollte nicht mir uns sprechen, doch Danya sprach sanft und vorsichtig mit ihm, bis er sich uns öffnete....und erzählte, daß er und seine Reisebegleitung von Orks überfallen und fast alle niedergemetzelt wurden, die meisten überlebten jedoch schwer verletzt, nur er war noch in der Lage zu laufen und Hilfe zu holen, doch er war sicher.....fast sicher, daß dieser Versuch umsonst sei..hier weitabgelegen aller Zivilisation. Ich löschte also das Feuer und folgte mit Danya, die sich sofort entschloß mitzuhelfen, dem Mann zu seinen Freunden......"

Brief von Mathea Dannis Händler um Baliho an einen Freund

"...ich versuchte die beiden zu trennen..doch ich bekam nur einige Tritte und viele schmerzhaft Kratzer, ab bei diesem Versuch..Oh mein Freund, das war vielleicht .ein Anblick....eine Frau, nicht gerade klein, aber kein Vergleich zu dem 2 Schritt großen Mann, mit dem sie sich gerade raufte....ich würde sie auf ungefährt 24 Götterläufe schätzen, doch du weißt meine Freund ich bin im Schätzen von Waren, besser als im Schätzen von Jahren.....Doch ihre Augen, die gerade vor Wut Funken sprühten, waren älter, oder hatten schon viel gesehen. Der Thorwaler, dieser Mann also, kämpfte nicht gerade rondragefällig..er schnaubte entrüstet und zog ihr an ihren dunkelgrauen Haaren....schade darum...ist ist wirklich wundervoll dieses Haar....Sie dagegen, fauchte wie eine Katze und knurrte wie ein Wolf...und so kämpfe sie auch...katzengewand und so kraftvoll wie ein Wolf...oh Freund, du hättest das sehen müssen...was für ein Schauspiel!. Inmitten dieses Handgemenges, versuchte eine ca 1 Schritt große Wildkatze den armen Mann mir ihren Krallen zu erwischen...ach ja..die Katze war ja auch der Grund für diese Rauferei...doch davon später......immer wieder versuchte ich dazwischen zu gehen...und immer wieder vergeblich. Erst als die Frau und ihre eigenartige Katze den Thorwaler zu Boden gezwungen hatte, und er ein verdutzes Gegrunze von sich gab, hatte ich eine Möglichkeit die Frau zu ergreifen und festzuhalten..oh mein Freund..es fiel mir wahrlich schwer sie unter Kontrolle zu bringen..und glücklicherweise war ihre Katze immernoch mit dem Thorwaler beschäfitgt, denn die Fremde gebärdete sich wie eine Harpye. In dem Gesicht des Thorwalers war jetzt auch Angst zu erkennen, ja Freund ...lach jetzt nicht, wenn du das ließt..ich kann ihn gut verstehen...schließlich hatte sie es ja fertig gebracht, ihn zu Boden zu zwinge. sobald ihm möglich suchte er sein Heil in der Flucht.....die sich jäh bot, als ich die Frau festhielt....erst lief die Katze dem armes Manne hinterher, bis sie bemerkte, das ihre Herrin..ja das war sie wohl...ihr nicht folgte....Nun mein Freund,. ich hege da so ein Verdacht, aber das ist sicher nicht, was in einem Brief stehen sollte... also diese große Katze erkannte das ich die Frau daran hinderte ihr zu folgen, also wendete sie sich um, und sah mich drohend an... die Frau währenddessen beruhigte sich, tatsächlich war sie von einem Augenblick zum nächsten still und friedlich.. mh wenn ich es mir jetzt so recht überlege, vielleicht zu friedlich? Ich sah ihr ins Gesicht, um zu prüfen, ob es nur eine Taktik sei, oder ob sie sich wirklich beruhigt hatte, und sie schien wieder gut gelaunt...Als ich sie freiließ..mh mein Freund und das tat ich nur äußerst ungern..sie fühlte sich gut an...doch ich wollte euch ja die geschichte erzählen, sie kniete sich hin...streichelte ihre Katze..flüstere ihr etwas zu...dann lächelte sie mit einer Spur Grausamkeit ..und das machte sie noch hübscher...es ließ mich erschauern, doch es war aufregend...ja ich weiß was du denken wirst, wenn du diese Zeilen liest....aber du hättest es selbst sehen müssen, um mich zu verstehen...Dann rief dir Frau "Paß auf dich auf, meine Kleine, sei diesmal etwas vorsichtiger..!" dann lief die Katze in die Richtung, in die der Thorwaler verschwand. Zwischen dieser Frau und der Katze gab es eine Verbindung...ach ja mein Freund..ich schreib ja noch gar nicht, wie es zu diesem Zwischenfall kam...! Also die Schöne erwischte den Thorwaler gerade dabei, wie er die Katze quälte, sie am Schwanz herum wedelte und dabei herzlos und laut lachte...er trieb ein schmerzhaftes Spiel mit der armen Katze, die laut und gequält schrie, jammervoll klang das, wie ein Kleinkind....ich wollte schon eingreifen, als die Schöne herbeigelaufen kam, wie gerufen...sie warnte den Mann, doch dieser lachte nur lauter und höhnisch über das was sie sagte..doch das Lachen blieb ihm bald im Halse stecken.......".

 

Nachricht an Danya

2000


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