Der Schwarze Limbus    

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Kreis des Lebens

 

Siglom, Sohn des Xhetolosch

Auszug aus dem Brief des Geweihten der Donnernden Merum von Greifenfurt an die kartographische Abteilung des Amtes zur Erforschung der Tunnel zur Bergfreiheit Xorlosch zu Händen von Xhetolosch, Sohn des Gandresch, dem Vater des ehrenwerten Siglom - 19. Nebelmond 27 n.Hal

... Siglom ist zu einem sehr gebildeten und abenteuerlustigen Gefährten von mir geworden, seitdem wir uns in Grangor kennengelernt haben. Obwohl wir schon mehrmals regelrechte Streitgespräche geführt haben, die auf seinen Glauben zurückzuführen sind, stufe ich seine Meinung doch sehr hoch ein, da er in seinem recht jungen Alter schon oft seine Reife beweisen musste und mir damit mehrmals das Leben gerettet hat. Ich möchte ihnen versichern, dass ich mein Leben für ihn lassen würde, wenn es denn von Nöten wäre. Er ist sehr redegewandt und ist immer gewillt ausgiebig über Götterfragen zu dikutieren, auch wenn der Glaube an Angrosch als Eingott meines und des Erachtens vieler anderer auf Dere ein Irrglauben ist, und ich immernoch hoffe, irgendwann auf einen weichen Punkt seines Herzens zu stoßen und ihn doch zum Zwölfgöttlichen Glauben zu bekehren. So merkt man aber auch oft, dass ihr Sohn sehr stur ist und auch nicht sehr weltoffen. Ich trauere ein bisschen um ihn, da er sich oft alleine in die Wälder zurückzieht und so nicht über zwölfegefälligen Themen mit mir und Nazir, dem Tsageweihten, von dem ich Euch schon in meinem letzten Brief berichtete, diskutieren kann. Außerdem hält er sich lieber im Wald auf, anstatt mit mir und Nazir in einer Schenke zu verweilen. Er ist wirklich ein bisschen weltfremd, aber trotzdem gebildet über die Heiligen der Leuin, was mein Herz höher schlagen lässt, da ich es geschafft habe einem so sturen Zwergen den Kult der Zwölfe und besonders den der Donnernden näher zu bringen. Als ich ihm das erste mal begegnete, begrüßte ich ihn freundlich mit einem "Rondra zum Gruße", woraufhin er mir leicht spöttisch mit einem "Rondra, ach ihr meint die Knappin Angroschs!" begegnete. Sowas hat er sich aber bis heute nicht noch einmal herausgenommen. Siglom ist auch zu einem sehr klugen Zwerg herangewachsen und weiß fast auf jede Frage eine angrosch- und sumugefällige Antwort.

... Er kann aber einem durch seinen starken Pessimismus die vorherig gute Stimmung mit einem Schlag zunichte machen. Trotzdem finde ich mich gerne mit diesem ab, da ich mich sonst sicherlich schon mehrere Male auf Golgaris Schwingen wiedergefunden hätte.  Diesen Pessimismus hat er sich laut ein paar früherer Bekannten durch die nicht wieder aufgespürte Seele seines Bruders Odrax mit den Jahren angeeignet. Weiter scheint Siglom sich in die Vergangenheit zu fliehen, da er oft geistesabwesend von seiner Kindheit und Zeiten erzählt, die er gar nicht miterlebt hat, als ob diese gerade vor seinem inneren Auge ablaufen würden. Es heißt, dass diese Gabe alles aus den schlechtesten Winkel zu sehen fast charakteristisch für die Herren der Erde sei, zu denen sich Siglom zählt... (Was immer dies bedeuten mag)

... Aber anders als diese dunklen Gesellen, von denen man nur Schreckliches hört, folgt er diesem Zweig um den bösen Mächten, die sich der Beherrschung aus eigenen unedlen Gründen bedienen, entgegentreten zu können um deren Macht auszugleichen. Siglom erklärte mir seine Auffassung wie folgt:

" ...manchmal muss man etwas Falsches tun um damit etwas Gutes zu leisten. Versteht mich nicht falsch! Ich verachte die Manipulation des Geistes. Sie richtet nur Unheil an, aber irgend jemand muss sich der Herrausforderung stellen, diese zu bekämpfen. Um sie bekämpfen zu können muss man sie erstmal verstehen, und verstehen kann man sie nur unter eigener Anwendung. Die mit der Beherrschung verbundene Macht hat schon viele verdorben und die Gier nach Macht und Anerkennung in ihnen entflammt. Auch ich war fast so weit, dieser Lust zu fröhnen, denn in jedem von uns liegt tief im Inneren verborgen ein Teil des goldenen Drachens, der immer wieder versuchen wird die Kontrolle über uns zu erlangen. Oder wie es ein Meister der Kriegsführung und Kriegstaktik einst zu wir sagte: 'Kenne deinen Feind. Um den Feind zu besiegen, musst du denken wie der Feind!' ... "

Merum von Greifenfurt
Geweihter der Leuin auf Wanderschaft

 

Nachricht an Siglom

1999


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