ACADEMIA LIMBOLOGICA publicat
Opus veritatis scientiæque
13. Efferd im 29. Götterlauf nach Hal
IX. Ausgabe


Die 99 Gesetze
offenbart im Jahre 233 v.H. in Keft

67 - 99

Mit den letzten 33 Gesetzen wird das Werk um den Glauben der Novadis vervollständigt. Doch kann niemand das Wüstenvolk verstehen, der nur Kenntnis über deren Gesetze hat. Unabdingbar sind dazu auch das Wissen um ihre Lebensweise und ihrer Überzeugungen, wie auch ihrer Sprache. Der Interessierte findet am Ende dieses Artikels einen entsprechenden Hinweis.
  1. Der Gottgefällige bekämpft das Echsengezücht, das der Gottechse dient, stets mit aller Kraft und ohne jede Gnade.
  2. Der Gottgefällige sieht mit Abscheu auf die Götzen der Echsen herab und trachtet stets danach ihren schändlichen Einfluss zu mindern.
  3. Der Gottgefällige meidet alle Geister, die dem Bösen dienen und er bekämpft sie mit schierem Glauben.
  4. Der Gottgefällige meidet ebenso alles Dämonische und hört nicht auf dessen Einflüsterungen, die nur Lästerliches verkünden.
  5. Der Gottgefällige weiß, dass er in höherer Achtung bei Ihm steht als die Ungläubigen.
  6. Der Gottgefällige weiß, dass er sich trotzdem im Kampf gegen die Ungläubigen bewähren und beweisen muss.
  7. Der Gottgefällige dankt Ihm für jede Möglichkeit seinen Mut und seinen Glauben zu beweisen.
  8. Der Gottgefällige schreckt nie davor zurück, seinen Mut und seinen Glauben vor Ihm zu beweisen.
  9. Der Gottgefällige prüft seinen eigenen Glauben, um ihn nie schwach werden zu lassen.
  10. Der Gottgefällige läßt seinen Glauben von seiner Sippe und seinen Kampfgefährten überprüfen, aus dass sie ihn stets zu Gottgefälligkeit ermahnen.
  11. Der Gottgefällige stärkt Geist und Körper durch Gebet und Kampf.
  12. Der Gottgefällige macht seinen Geist stark im Glauben.
  13. Der Gottgefällige macht seinen Körper stark im Kampf für den Glauben.
  14. Der Gottgefällige übt auch den Kampf ohne Waffen.
  15. Der Gottgefällige läßt seinen Körper im Kampf ohne Waffen zur Waffe werden.
  16. Der Gottgefällige mißt sich mit seinen Kampfgefährten, versucht aber nie, diese zu töten.
  17. Der Gottgefällige schreckt nicht davor zurück gegen jeden Gegner auch ohne Waffen zu bestehen.
  1. Der Gottgefällige wendet im Kampf ohne Waffen nur die drei mal neun Ihm gefälligen Griffe an und versucht nicht mit unlauteren Mitteln, den Sieg an sich zu reißen.
  2. Der Gottgefällige sucht auch beim Kampf im Gebet Seine Nähe.
  3. Der Gottgefällige läßt gläubigen Gefallenen die nötige Ehre zuteil werden.
  4. Der Gottgefällige sieht zu, dass Gefallene in Seiner Schöpfung aufgehen können.
  5. Der Gottgefällige pflegt auch das Gebet unter Anleitung eines Älteren oder eines Seiner innigsten Diener.
  6. Der Gottgefällige pflegt das Gebet wenn sich die Sonnenscheibe erhebt und wenn sie sich unter die Welt senkt.
  7. Der Gottgefällige pflegt das Gebet beim höchsten Stand der Sonne und wenn die halbe Zeit zwischen Untergang und Dämmerung verstrichen ist.
  8. Der Gottgefällige sieht Ihm beim Gebet direkt ins Angesicht und offenbart Ihm dabei stets seinen ganzen Geist.
  9. Der Gottgefällige weiß, dass er Ihn nie in Seiner Gesamtheit erfassen geschweige denn begreifen kann.
  10. Der Gottgefällige bittet Ihn um Vergebung, wenn er gesündigt haben sollte und versucht Ihm bei seiner Buße nahe zu sein.
  11. Der Gottgefällige ist nicht würdig, auch nur ein Haar von Rastullahs Leib anzubeten.
  12. Der Gottgefällige meidet jede Zauberei und Magie, denn sie ist Ihm zuwider.
  13. Der Gottgefällige meidet jeden Vertreter der Zunft der Magier, denn sie handeln Seinen Gesetzen zuwider.
  14. Der Gottgefällige nimmt sich in besondere Acht vor den Hexenweibern, denn sie verderben seinen Geist.
  15. Der Gottgefällige widmet sich keinen dunklen Ritualen oder Opferungen, denn sie dienen Seinen Feinden.
  16. Der Gottgefällige bemüht sich stets ein jedes der 99 Gesetze ständig im Geiste zu haben.
Ein Skriptum mit weiteren Informationen zu den Novadis, ihrer Lebensweise und ihrem Glauben liegt seit Kurzem im Schwarzen Limbus zur freien Entnahme auf.

Oppajeh – die ‚Heilameise‘

Das aventurische Bestiarium erweiternd wollen wir einen Buchauszug, welcher ein bis dato fast unbekanntes Getier beschreibt, präsentieren:

»Man berichtet allüberall von allerlei seltsamem Gewürm und Gezücht, das da kreucht in den undurchdringlichen Dschungeln des Südens. So sei beispielsweise die Treiber-, geheissen auch Räuberameise, genannt, welche von den Einheimischen Oppajeh genannt wird, was soviel heißt wie ‚Heilameise‘. Dieses Insekt ist nur höchst selten zu finden und nur im Dschungel beheimatet. Auf den ersten Blick mag der Unwissende die Treiberameise mit der gewöhnlichen Waldameise verwechseln, da sie circa von gleicher Größe ist und die selbe hellrote Farbe hat. Sie weist jedoch als einziges Erkennungsmerkmal eine schwarze Zeichnung auf dem Kopf auf. Diese Zeichnung hat die Form eines U mit langen Serifen und einem Punkt darunter (manche paranoide Zeitgenossen behaupten schlichtweg dies sei ein Zhayad-R). Seinen Namen hat dieses Insekt von der Angewohnheit, große Wanderungen zu unternehmen, wobei sie eine Spur der Verwüstung hinterlassen, da sie zu Tausenden jegliches Getier anfallen und in transportable Stücke zerlegen. Hier mag der Unwissende schmunzeln und fragen, was Ameisen denn einem erwachsenem Menschen antun können. Bedenket, dass jedoch ein Schwarm dieser Insekten nach Tausenden zählt und die Säure, die sie verspritzen, ist äußerst aggressiv! So man es aber schafft, ein paar dieser Insekten gefangen zu setzen, was sich ob ihrer Eigenschaften als recht schwierig gestalten kann, so kann man sie – wie uns der Waldmensch lehrt – dazu verwenden, Schnittwunden gewissermaßen zu nähen.

Die fast schmerzlose Prozedur ist die folgende: Man nehme ein solches Getier, setzte es ohne Scheu auf die Wunde, und seinem Instinkt folgend beißt es – den Geruch des Blutes witternd – sofort mit seinen mächtigen Beißwerkzeugen zu und lässt auch nicht mehr los, auch wenn man sein Hinterteil abschneidet. In dieser Weise ist es dem Wissenden mit einigen Tieren möglich, eine Wunde wieder zusammenzufügen und sie in nur wenigen Tagen ausheilen zu lassen, denn wie es scheint, ist das üble Sekret der Ameisen, entgegen aller Vernunft, heilkräftig, und es wurde noch nie von einem Fall berichtet, bei dem ein solcherart Behandelter Wundfieber bekommen hätte.
Ist die Wunde vollkommen verheilt, so fallen die restlichen Teile der Ameisen einfach ab.
Die als so dämonisch erscheinende Kreatur ist also wohl doch ein Wesen der PERaine.«

--- Magus Regolan Schwarzfelden, Eine Reise durch den Süden; Festum, 3 Hal


Verbreitung: Südaventurien (Regenwälder)
Körperlänge: bis zu 1 Finger
Gewicht: unbedeutend


Grossmeister Erilarion Androstaal
und Meisterin Sheddja


Übersiedlung der Bibliothek wirft neue Fragen auf

Mit Hilfe der Magier aus Olport, die letzte Woche in der Akademie eintrafen, konnte nach Invokation mehrer Luftdschinne die Übersiedlung der Bibliothek in Angriff genommen werden. Doch anstatt bestehende Probleme zu beseitigen wurden dadurch nur neue Fragen aufgeworfen...

Ich will das bisher Geschehene noch einmal kurz zusammenfassen: Als Ende PRAios dieses Götterlaufes Teile der Thesis des bisher als verloren geglaubten Cantus MATERIALIA REVERSUM in der Bibliothek gefunden, beinahe aber durch ein Missgeschick auch wieder vernichtet worden wären, wurde der Ruf nach einem Beenden des in der Bibliothek anscheinend seit jeher wirkenden SILENTIUM immer lauter. Unerlaubte Investigationen zweier Adepten erbrachten dann den Abraxas für ein zweites Artefakt, ein Siegel aus Drakned-Glyphen, und neben dem SILENTIUM nahm uns nun eine wirkende DUNKELHEIT einen weiteren Sinn.
Der nun völlig unzumutbare Zustand liess uns zu nur einem Entschluss kommen, da ein DESTRUCTIBO ob der hohen Impensation nicht anzuraten ist: die gesamte Übersiedlung des Bibliotheksbestandes per Luftdschinne. Als neuer Aufbewahrungsort der Folianten und Pergamente wurde der grosse Lehrsaal im PRAios des Akademiekomplexes vorbereitet, der niemals mehr zur Gänze genutzt wurde, ja werden konnte.

Die Invokation sechser Luftdschinne ergab eine für uns sehr zufriedenstellende Geschwindigkeit beim Umzug, und als sich die Elementarwesen mit einer Verneigung nach getaner Arbeit wieder verflüchtigten, glaubten wir schon, alle Probleme wären zumindest für absehbare Zeit gelöst. Dann machte uns Magister Uralf aus Olport allerdings auf den Umstand aufmerksam, dass von den sechs Dschinnen nur vier wieder aus dem Portal der Bibliothek gekommen waren. Auch war der Bibliotheksbestand bei einer eilig durchgeführten Überprüfung keineswegs als   vollständig zu bezeichnen. Einige wenige, aber umso wichtigere Werke der Dämonologie und Elementarbeschwörung fehlten.

Was mit den Dschinnen geschehen war, von denen durchaus erwartet werden konnte, dass sie der ihnen aufgetragenen Aufgabe gewissenhaft nachgehen, liegt im wahrsten Sinne des Wortes im Dunkeln. Und ob ihr Verschwinden und das der Bücher mit den einstigen Geschehnissen in Bezug mit der Drachenstatuette oder mit dem Drakned-Siegel zusammenhängen, kann nur vermutet werden. Auffällig ist allerdings, dass alle verschwundenen Bücher in der Nähe eben jenes Siegels zu finden gewesen waren...

Meisterin Sheddja


Publiziert von der Academia Limbologica
Der Opus im Schwarzen Limbus
Kontakte:

    Markus Penz alias Sheddja
    Philipp Schumacher alias Erilarion Androstaal

(14.03.99)
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