Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

19. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Tractatus ad Collegi Magister Magnus Isandrian Magnisfexus Desgrandan et Spectabilitas Gorn Of Dagon

Sehr geehrte Leserschaft des Opus veritatis scientiæque,
sehr geehrte Collegae et Collegi,
sehr geehrter Magister Isandrian Magnisfexus Desgrandan,
sehr geehrte Spektabilität Gorn Of Dagon!

Aus der letzten Ausgabe des Opus veritatis scientiæque musste ich mit Schrecken entnehmen, dass offensichtlich ein Disput zwischen zwei – wohl angesehenen – Vertretern der Künste der guten Herrin HESinde zu entbrennen scheint. Dieses lässt mich mit Unbehagen und Unverständnis reagieren, zumal es sich bei den Verfassern wohl um Koryphäen ihres jeweiligen Fachgebietes handelt. Sollten nicht gerade solch‘ hochgestellte Persönlichkeiten den Blick auf das richten, was außerhalb ihrer Studierzimmer, ihrer Bibliotheken, ihrer Akademie geschieht? Haben diese beiden Vertreter der einzigartigen Kraft der guten Herrin HESinde nicht die Aufgabe, diese Kräfte in ihrem Sinne einzusetzen, anstatt sich – verzeiht den kriegerischen Ausdruck – in Geplänkeln gegenseitig anzugreifen? Oder kann es gar sein, HESinde vergib, dass sie den Blick für das Wesentliche verloren haben?

Was dieses ist, steht in einer Zeit, in der der Bethanier zwar durch den aufopferungsvollen Mut der legendären Sieben Gezeichneten vernichtet wurde, seine Heerscharen aber immer noch blutige Ernte in ehemals Reichsangehörigen Gebieten halten, meines Erachtens vollends außer Frage. Der Feind ist NICHT in einzelnen Personengruppen wie z.B. Druiden, Geoden, Schamanen oder Hexen zu suchen. Vielmehr ist der Feind in Tobrien, auf Maraskan, aber auch in den eisigen Landen jenseits des Bornlandes zu finden. Dort, wo Glorana die Schöne versucht, mit der Kraft und den Ausgeburten des Gegenspielers unseres guten Herren FIRun ein eisiges Regiment zu führen gedenkt.

Bevor sich nun aber seine Spektabilität in seinen getätigten Äußerungen bzgl. der Wesenszüge der Hexen bestätigt fühlt, gebe ich zu bedenken, dass es sich bei dieser Buhle zwar sehr wohl um eine Anhängerin Satuarias, mithin eine Hexe, handelt. Jedoch ist hierbei nicht zu verkennen, dass es auch unter den Vertretern der Gildenmagie Magier gibt, die um die Nachfolge des Bethaniers buhlen. Als Beispiele hierfür seien hier nur Xeraan und G.C.E. Galotta genannt. Aber auch andere nicht namentlich bekannte Collegae et Collegi haben sich der dunklen Seite verschrieben mit der Intention, ihren unheiligen Durst nach Wissen und Macht mit Hilfe der Gefolgschaft des Bethaniers – wenn nicht sogar mit seiner persönlichen Hilfe – zu stillen. Dass in diesem Zusammenhang gerade in den angrenzenden Gebieten zu den schwarzen Landen geradezu Zwölfgötter lästerliche Taten geschahen, braucht in diesem Zusammenhang wohl nicht ausdrücklich erwähnt zu werden. Diese geschahen nur zu dem Zweck, Rituale vorzubereiten, die dem Gefolge des Bethaniers den Weg in unsere Sphäre, und damit in unsere Lande, ebnen sollten. Hieraus resultierte – teilweise ist dem immer noch so –, dass ein sich offensichtlich zu seiner Profession bekennender Magus in diesen Gebieten gemieden, wenn nicht gar verfolgt wird. Und dieses auch dann, wenn dieser in dem Ort schon seit Jahren lebte und dort als Zwölfgöttergläubiger bekannt war.

Die Collegae et Collegi wurden nach Bekannt werden derartiger Vorkommnisse somit so behandelt, wie seine Spektabilität mit den Anhängern Satuarias verfahren würde: Diejenigen, die sich nicht unter einem Schleier von Lüge und Kumpanei verbargen, sich demnach nach Assoziation seiner Spektabilität wie die Anhänger Satuarias verhielten, wurden verfolgt, oder im schlimmsten Fall gar getötet!

Ich selber musste eine – wohl reisende – Collega, die mit einem Schild über ihre – angebliche – Kollaboration mit den Erben des Bethaniers um ihren gebrochenen Hals an einer Weide hing, von selbiger abschneiden, um dann ihren Leib der reinigenden Kraft des Feuers zu übereignen.

Dass Magister Magnus Isandrian Magnisfexus Desgrandan diesen Verfall von Ehre und Sitte, wie es augenfällig bei Xeraan – aber auch anderen Subjekten in den schwarzen Landen – der Fall ist, in seiner Responsio bereits angesprochen hat, ist ihm wahrlich hoch anzurechnen. Nur stellt sich mir die Frage, ob es – gerade gegenüber einer Spektabilität – der Polemik und des Zynismus bedurft hätte. Dieses zeugt nicht vom Glauben in die eigene rhetorische – und argumentative – Stärke, sondern spricht eher dafür, dass sich der Magister Magnus zwar in der – zweifelsohne anerkannten – Akademie auskennt, jedoch den offenen Disput mit Collgae et Collegi bisher gescheut hat. Sollte er dennoch – wider erwarten – den Disput gesucht haben, so bleibt mir aufgrund seines rhetorischen Verständnisses nur die conclusio, dass diese mit den Mitteln der guten Herrin HESinde ausgetragen wurden... Ob dieses aber dann noch in Relation zu den Lehren steht, die er gegenüber seiner Spektabilität anmahnt, wage ich zutiefst zu bezweifeln!

Bevor nun jedoch ein Aufschrei der Absolventen der Akademie – oder des Magister Magnus persönlich – durch dieses Fachblatt flutet, so möchte ich hinzufügen, dass es nicht mein Anliegen war, einen solchen Sturm zu entfachen. Denn unsere Kräfte müssen dorthin gelenkt werden, wo der Feind sitzt, und nicht auf die eigenen Reihen! Zu oft geschah dieses in der Vergangenheit, und zu groß war der Schaden, den die einzelnen Gilden davontrugen. Die Kräfte in die richtige Richtung zu lenken war mein Anliegen, den Geist und das Auge für die wesentlichen – die gefährlichen – Geschehnisse zu öffnen mein Begehren!

Abschließend möchte ich noch hinzufügen, dass sich dieser Aufruf nicht nur an die verehrten Collegae et Collegi im Allgemeinen und im Besonderen richtet, sondern an alle, die in den Künsten unserer allseits geschätzten und geachteten guten Frau HESinde mächtig sind. Denn um den Feind, der sich im Norden formiert, um von dort das Land mit seiner unheiligen Macht zu unterjochen, zu bezwingen, darf es keine Schwäche in den eigenen Reihen geben. Soll das Vorbild, was die Sieben Gezeichneten durch ihr heldenhaftes Auftreten gaben, unverstanden in den Sphären verhallen? War es nicht das Anliegen der guten Frau HESinde – und auch ihrer Brüder und Schwestern –, uns durch die Einheit der Gezeichneten zu zeigen, wie der Bethanier – und damit auch seine Erben – zu bezwingen ist? Wenn nun aber zwei hervorstechende Persönlichkeiten die Zeit finden sollten, ihre – verbalen – Kräfte statt gegen den Feind gegeneinander zu lenken, so zeigt es mir, dass sie – ungeachtet ihrer Stellung und ihrer Titel – es nicht verstanden haben, was die Götter uns für ein Zeichen gesandt haben, zumal die Opfer, die für den Sieg gegen den Bethanier erbracht werden mussten, auch von den Anhängern Satuarias, namentlich von Luzelin vom Blauen Wald, zu erbringen waren!

Borgana ibn Walut Almawed,
Magus des Konventes der verfinsterten Sonnenscheibe, Spärenkundliches Institut und Halle der Geister zu Brabak et
Magus der Kaiserlich Garethischen Lehranstalt der Magie wider Geister und trans-sphärische Wesenheiten zu Perricum

Erschienen in Opus no. 36 am 3.10.1999 als Reaktion oder Fortsetzung zu Responsum et correctura: Responsio de errore filiae et filii satuariae.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: So erkennet die Wahrheit.

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