Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

22. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Bannbaladin?

Hilfe ist gut, doch noch besser ist zu wissen, von wem diese kommt! - A.S., Streuner aus dem Süden

Lasst mich euch von meinen Reisen berichten. Es war ein kalter Firunstag, mein Glauben unerschütterlich doch noch den Hort jenes Drachen zu finden, der einst meinen Vater gefressen hatte. Ich musste ihm nahe sein, ich roch schon den Schwefel, den Gestank den dieses Wesen verbreitete, und sah es schon vor meinen Augen sterben. Nun, vielleicht war ich einfach zu unvorsichtig? So begab ich mich weiter auf die Höhen dieses Berges und es wurde merklich wärmer, fast wie an einem sonnigen Praiostag. Das elende Wesen musste schon schlafen, schließlich war es schon Mitternacht um. Ja, nun war ich mir sicher, bei PRAios, ich würde dieses Wesen auf jene grausame Weise töten, wie es einst meinen Vater tötete! Ich bemerkte, dass der Pflanzenwuchs hier oben etwas zunahm. Das Tier musste wohl schon etwas länger hier seinen Hort angelegt haben. Ich konnte den schmalen Pfad hinunterblicken, und sah diesen tiefen Abgrund. Ich hoffte nur, nicht auszurutschen... Ich konnte schon den Gipfel des Berges sehen, kurz vor ihm lag eine große Höhle, vermutlich jener gesuchter Drachenhort, mir zum Greifen nahe. Ein paar Schritt noch, und ich hatte diese dunkle, stinkende Höhle erreicht. In ihr saß jener Drache, jedoch nicht schlafend, wie ich zuerst erwartet hatte. Es war um Mitternacht, bei PRAios, diese Wesen mussten doch auch schlafen! Er starrte mich aus seinen glühenden Augen an. Er wusste, warum ich gekommen war. Der sonst so geschwätzige Drache sagte nur einen Satz: "Ich habe viele tapfere Krieger kommen sehen, unter ihnen viele Freunde, doch niemals einen Krieger, der seinen Feind zur Hilfe nahm." Zu dieser Zeit verstand ich nicht. - Ich legte meinen Pfeil an, doch fand keine Gelegenheit mehr zu zielen. Er stieß mir seine Pranken mit der Wucht von zehn Ochsen in den Bauch, so dass ich blutend gegen die Wand flog. Womit er nicht gerechnet hatte war der junger Kämpfer in meiner Begleitung, so erfahren und mutig und überdies auch so still, dass der Drache ihn nicht bemerkte. Dieser stieß ihm seinen Andergaster in den großen, schuppigen Rücken. Der Drache schrie vor Schmerz und fing an Feuer zu spucken. Ich wurde schwer verwundet und verlor die Besinnung. Als ich erwachte, merkrte ich, dass PERaine gütig zu mir gewesen war. Außer ein paar kleineren Wunden und Brandmalen war mir nichts wiederfahren. Mein Freund rief mir zu, dass diese Schätze nun nicht mehr dem Drachen gehörten, und man sich davon eine gute Ausrüstung kaufen könne! Ich wandte mich ab, um den toten Drachen zu sehen. Tatsächlich, ein glatter Durchstoß durch sein kaltes Herz! Ich nahm hinter mir ein flüchtiges Gelächter wahr und hörte nur noch, wie mein Begeleiter rief, dass dies nun alles ihm gehöre. Doch dies nahm ich schon gar nicht mehr wahr. Es war bereits zu spät. Nun erkannte ich, dass nicht wirklich der Drache mein Feind war. Aber es war zu spät für meine Erkenntnis...

Überlieferung von Gabriel Schattenherz, Paladin der Zwölf.

Erschienen in Opus no. 50 am 16.1.2000.

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