Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

21. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Commentariolus zu De Daimonibus

Wehrte Collegae, geachtete Paktierer der zweimal Zwoelfe und des Dreizehnten,

bey Lektuere des hochgeschetzten Opus zu meyner Rueckkehr von einer Reise behufs extraplanarer Forschung musste ich leyder mit Bedauern zur Kennthnis nehmen, dass die Kuerze meyner Ausfuehrungen zu den transsphaerischen Wesenheithen zu Missverstaendnissen gefuehret hat. Auch ein gewisser Fanatismus schien sich bei einigen der Authoren als Schleyer um ihren ansonsten so scharfen Verstande gelegt haben. Da iedoch die meysten Leser eher an wissenschaftlicher Disputatio denn an plebeculaerer Polemitas gelegen scheynth, habe ich mich entschieden, meine Identitaet nicht laenger zu verbergen.
Nun wohl, so werde ich den Beithrag des Herre Anast (Opus 87) zum Anlasse nehmen und zur Clarificatio meiner Thesen beytragen. Die Aeusserungen seinerseits und ihren uebergrossen Mangel an Sachlichkeyth werde ich natuerlich geflissenthlich uebersehen. Da er offenbar nicht Mitglied der Gemeinschaft der studiosi, sei ihm eine gewisse libertas immemorabilitatis gewaehret. Statt dessen moechte ich, zu zugegebenermassen spethem Zeitpunkt, hauptsaechlich auf die sachlichere und durchaus auch fachlich etwas fundiertere Kritik des Meisters di Ariarchos eingehen. Die Qualitaet seiner Darlegungen ueberrascht vor allem, so man bedenket, dass die methamagische Theorie in einem so ganz der Dritten Sphaere zugewandten Institute nicht allzuweit gediehen sein kann. Verstaendlich erscheinen dem auf diesem Gebiete Erfahrenerem da die Errata seiner Perception.
Die existentia globuli extra sphaerae classicae konnte ich kuerzlich in eynem Selbstversuche nachweisen (einer der Causae fuer mein langes Schweigen in diesem Forum). Die von mir aufgesuchte scheynt ganz zweifelsfrey in unsere Unio sphaeralis eingebunden, und zwar als parallele zur unserer eigenen Dritten Sphaere. Aus ihrem Limbus proximus waren die weyther distal gelegenen Sphaeren frei zugaenglich und identisch zu den unseren. Ich verweyse hier auf eine baldigst erscheynende Arbeit zu diesem Thema. Es erscheinet mir also logisch, davon auszugehen, dass solche globuli nicht nur zur sphaera tertia, sondern auch zu anderen Sphaeren existieren sollten, man also die Existenz anderer Wesen deduciren kann, welche den Bewohnern der Sechsten Sphaere aehnlich, es also vulgo, womit ich Meister di Ariarchos vollkommen zustimme, andere Goetther geben wird. Die siebthe Sphaere jedoch stellt in dieser Hinsicht eine Ausnahme dar, denn ist sie nicht nur ewiglich und ohne Grenzen, sondern stellet doch per definitionem die Pancreatio dessen dar, was die anderen Sphaeren nicht umfassen. Somit ist nach der eygenen, brillianten Argumentation des Großmeisters seine Kritik zu meynem zweiten Punkte hinfaellig. Eingehen moechte ich dennoch auf die Thatsache, dass die Verthreybung der Vier Erzdaimonen bei der Zweiten Schlacht etwas ueber die reale Distributio der Kraefte zwischen den Unsterblichen aussagt. Dies ist naemlich keineswegs so offensichtlich, wie dies bei naiver Betrachtung den Anscheyn zu haben scheinth. Denn ersthens waren die Erzdaimonen nicht in corpore praesent, sondern projicirten einen Teil ihrer Macht (wohlgemerkt: durch die Sphaere der Alveraniden!) auf Dere, in eine Existentia, die ihrem Wesen durch und durch fremd ist. Trotzdem sey es nur im Verein vieren der Goetther gelungen sie zurueckzuschlagen. Dies laesst wohl keine Zweyfel an den wirklichen Maechteverhaeltnissen offen.
Die schiere Masse der Congregatio als Mass fuer die Potentia einer Transsphaerischen Wesenheyth zu nehmen, war eine grobe Vereinfachung, die in diesem circus docti sicherlich nicht vonnoeten war. Zu meyner Entschuldigung moege man gelten lassen, dass ich beabsichtigte meine Ausfuehrungen auch Decipheratoren wie dem Herre Anast verstendlich zu machen.
Dass meyne anderen Thesen ueber die historischen Zusammenhaenge und die daraus zu deducirenden Intentionen der Wesen der Fuenften Sphaere auf so widerspruchslose Zustimmung stoßen, erfroit mich hingegen sehr, da mich dies von der Richtigkeit meines Gedankenganges ueberzeugt.
In der Conclusio scheynet mir hingegen in der That eine mißverstaendliche Formulierung enthgangen zu sein. Die Bewohner der sechsten Sphaere sind natuerlich zur Zeith nicht maechtiger als die hoitigen Goetther, waren es aber sicherlich in einem Momente, als sie ihre Dienervoelker in dem erfolglosen Versuch opferten, zu hoeherer Macht zu gelangen. Dass solchen Versuchen natuerlich von den Erzdaimonen entgegengetreten wird, ist subtrivial evident. Die Existentia der Heptasphaerischen Principalitaet, welche man vulgo als Sultan der Daimonen bezeichnet, ist meiner Meynung nach iegliche Grundlage entbehrende reine Spekulatio, welche, auch wenn sie zutraefe, auf die von mir vorgebrachten Thesen keinerley Auswirkungen haette, da es ihm wohl egal sein koenne, wer ihm denn nun diene. Im Gegentheyl: Sollte eine Entitaet durch eigene Staerke aus den niedern Sechs in die Siebte aufsteigen, so waere dies fuer IHN sicherlich von Vortheyl.
Auf den gescheitherten "Gotth" ohne Namen und dessen pathetischen Anhaengern, zu denen ich mich nun wahrlich nicht zaehle, moechte ich an dieser Stelle nur dahingehend eingehen, zu erwaehnen, dass die "Wunder" seyner Anhaenger durch schlichten Einsatz astraler Kraft durchaus zu erklaeren sind.
Dass natuerlich mein Traktat einen Angriff auf die verblendete Kirche der Zwoelfgoetther darstellt, bestreite ich gar nicht. Denn die Intentionen der Alveraniden sind, nach meinen auch von Großmeister di Ariarchos nicht angezweifelten Thesen, durchaus nicht kontextfrei als fuer die Sterblichen positiv zu bewerten. 
So ist es dann auch erschuetternd, wenn die Thaten eines Alveraniars zur Rettung der "Goetthlichen Ordnung" zur Rechtfertigung eben iener verwandt werden. Von einem Gelehrten vom Range eines Großmeisters des Konzils haette ich eyne solch offensichtliche Deduktio circulosa nicht erwartet. Auch die unreflektierte Uebernahme des kirchlichen Dogmas von der Guete der Zwoelfgoetther erstaunt mich außerordentlich. 
Auch ich bin bereyts dem ein oder anderen Daimonen entgegengetreten und habe keinesfalls vor, einer weiteren Verbreitung des Paktierertums thatenlos zuzusehen, sollte dies Ueberhand nehmen. Gerade das Auftreten daimonischer Einflussbereiche mit niederhoellischem Charakter ist sicherlich aufmerksam zu beobachten. Denn auch ich muss zugestehen, dass auf kurze Sicht die Goetther den Menschen sicherlich mehr Vortheyle bringen. Nur eine uebermaeßige Verehrung transsphaerischer Wesenheiten ist mit gebotener Vorsicht zu betrachten. Denn wir muessen auch an die nachfolgenden Generationen denken und duerfen nicht nur unser eygenes Wohlergehen im Auge haben! Nachdem die erschreckende Tendenz zur Vormacht der Goetther in unserer Sphaire jedoch Einhalt geboten scheint, und damit ein auf kosmologischer Skala baldiges Ende der derzeitigen menschlichen Civilisation, ist es natuerlich legithim, weiterhin mit Wesen aus den Reihen der Penta-, Hexa- oder Heptasphaerischen Pakte einzugehen, um ein persoenliches Fortkommen zu sichern. Ob es iedoch ein weyser Weg ist, sey dahingestellt. Weyser waere es sicherlich, auf die eygenen Faehigkeiten zu vertrauen, und selbst in die Reihe iener Wesen aufzusteigen, die nun mit unserem Schicksal spielen.

Moeget Ihr nicht Eure Faehigkeiten der Logik dem Fanatismus preisgeben,
gegeben dieis IIXX, montis X, anno Bastrabun 3002

Magister Magnus ism. em. Fasaris Threon Alburiens, 
zur Zeyth auf Forschungsreise in Tobrien

Nachtrag: Es ist fuer den gebildethen eyne Pain zu sehen, wie die Ferunstaltung des Garethi und sogar des altehrwuerdigen Bosparano durch so noimodische Unsitthen wie die Verziehrung mit Puenktelchen, Strichen und sogar Haekchen immer weyther um sich Greyft. Denket lieber und vergoidet Eure Zeyth nicht mit solchen Goblinesken. Traurig genug ist es schon, dass man in diesem Blatte auf Garethi publizieren muss, um solchen Loiten wie dem Herre Anhast verstaendlich zu werden.

von: Falko Blumenthal
Erschienen in Opus no. 90 am 7.1.2001 als Reaktion oder Fortsetzung zu Anmerkungen zu: Lingualdiskrepanzen et De Daimonibus .
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Leserbrief von Hochwürden Praiodan Greif.

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