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Der Schwarze Limbus    

21. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Aus den 'Gesprächen Rohals des Weisen über Ethik und Moral' (IX.)

Auszüge aus dem gleichnamigen Kollektan
aller der Rohalszeit entstammenden Bände 
der 'Gespräche Rohals des Weisen' 
in freier Transkription, 
verfasst in der Sprache des Volkes, 
getätigt durch Lizentiatus Vitus Ehrwald,
Abgänger der Herzog-Eolan-Universität zu Methumis,
so geschehen im Jahre 2515 Horas zu Gareth 
mit gnädiger Unterstützung des Pentagontempels 
der Herrin Hesinde

Über die Träume und die Wirklichkeiten

Meister, sagt, ist das gute Leben wirklich ein erreichbares Ziel, oder doch nicht mehr als ein schöner Traum?

Ihr pflegt immer zu sehen und zu fragen 'warum?', doch solltet ihr lieber träumen und fragen 'warum nicht?'. Wenn einer allein träumt, ist es nur ein Traum, wenn viele gemeinsam träumen, ist das der Beginn einer neuen Wirklichkeit. Träume wirken oft viel stärker auf uns als wirkliche Erlebnisse, weil ein Erlebnis immer eine viel geringere Realität hat als die Phantasie. Phantasie ist etwas, was sich manche Leute gar nicht vorstellen können. Sie gehört zu den wichtigsten Geschlechtsorganen des Menschen und tröstet ihn über das hinweg, was er nicht sein kann, während der Humor ihn über das hinweg tröstet, was er tatsächlich ist. Humor und Phantasie sind die Schwimmgürtel auf dem Strom des Lebens. Darum pflegt und achtet beide, denn sie sind von großem Wert.

Über die Visionen

Meister, sagt, ist es nicht schädlich, sich mit Visionen zu begnügen, statt die Realität zu verändern?

Die besten Ideale taugen wenig, so ihr euch hinter ihnen vor der Wirklichkeit versteckt und nicht den Mut und die Kraft aufbringt, aus Worten Taten werden zu lassen. Doch wenn ihr ein Schiff bauen wollt, so ruft nicht Menschen zusammen, um Holz zu sammeln, Skizzen anzufertigen und die Arbeit zu verteilen, sondern lehrt sie die Sehnsucht nach dem großen, weiten Meer. Wenn das Leben keine Vision hat, nach der man sich sehnt, die man verwirklichen will, dann gibt es auch kein Motiv, sich anzustrengen. Aber Visionen können erst Wirklichkeit werden, wenn man die Möglichkeit ihrer Erfüllung auch in Betracht zieht. Niemand wird alt, weil er eine bestimmte Anzahl von Jahren gelebt hat. Menschen werden alt, wenn sie ihre Ideale verraten. Es ist unglaublich, wie viel Kraft die Seele dem Körper zu leihen vermag, denn nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist. Darum achtet auf eure Gedanken, sie sind der Anfang eurer Tat.

Erschienen in Opus no. 109 am 20.5.2001 als Reaktion oder Fortsetzung zu Aus den 'Gesprächen Rohals des Weisen über Ethik und Moral' (VIII.).
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Aus den 'Gesprächen Rohals des Weisen über Ethik und Moral' (X.).

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