Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

21. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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"Kurzer" Kommentar zu "Der ODL und Gildengrenzen"
Reaktion zu Opus no. 119 - den Artikel einsehen...

Oh, wie Recht ihr habt, hochlöblicher Collegus Magus Extraordinarus. Doch erlaubt mir, Eure Gedanken fortzusetzen. Es gibt ja bekanntlich die Drei Gilden und einige Kreise, die auf uns fremde Art Magie ausüben, namentlich Hexen, Druiden, Schelme und wie sie sich alle nennen. Würde sich die weiße, praiotische Gilde über die anderen stellen, hätte dies wohl ein Forschungsverbot zur Folge (wahrscheinlich nur indirekt, z.B. durch erforderliche Voraussetzungen, die niemand erfüllen kann). Die Weiße Gilde würde sich auf jeden Fall an dieses Gebot halten, unsere hochwohllöbliche Große Graue Gilde des Geistes widerwillig ebenfalls und die Nicht-Magier schaffen in der Regel sowieso keine neuen Zauber, doch die Schwarzmagier, die ebenfalls wie wir Freidenker sind, werden sich wohl nicht daran halten. Welcher Dämonenbeschwörer oder -paktierer schert sich schon um Gesetze und Gebote? Sie könnten es gar ganz legal anstellen, wenn sie eine Exorzismusformel konstruieren und diese dann nur noch mit einem REVERSALIS aussprechen. Falls dies nicht machbar werden würde, würden sie sich auch nicht darum kümmern. Vielleicht würden sich sogar vermehrt Magier "konvertieren" zu Druiden oder Hexern, um ungestört Zauber zu entwickeln. Und was gibt es da für üble Druidenflüche und Hexenrituale, hört man nicht allenthalben von Daimonenbeschwörungen aus den Reihen der Druiden und Hexinder? Daraus folgt: Eine Erhebung der Weißmagi und -magae (Anm. des Boten: "Ich meinte, bei der Verfassung des Briefes etwas von einer nach Oger stinkenden Weißen Gilde der rasierten Goblins gehört zu haben...") hätte eine Vervielfachung der Dämonenbeschwörungen und -paktierungen zur Folge. Als Leiter eines inoffiziellen Treffens vieler Angehöriger verschiedener Magierichtungen (ja sogar Druiden und Hexinder, nicht zu wenige), kann ich nur sagen, dass dies immer der Fall ist, wenn man versucht, Praiosanhänger über andere zu stellen, wie in der Priesterkaiserzeit. Dies liegt wohl daran, dass es uns Sterblichen nicht erlaubt sein darf, himmlische Zustände auf Dere zu schaffen, denn da wir uns niemals mit den Zwölfen vergleichen mögen (Hesinde behüte!), können wir es uns nicht leisten, uns zu verhalten wie die Zwölfe, welch Frevel die Praioten an ihrer eigenen Gottheit und den anderen Elf tun wollen! Irgendwann werden sie wahrscheinlich ihre Briefe mit "Lieber ALRik" anfangen...
Ich wage es, mich als einer der besten Kenner der Sieben Elemente (das siebte ist, wie ich in einer Unterredung und Versuchsreihen an Seite von Druiden feststellte, die Einheit aus Magie und Geist, während ich für das Element Eis den Ausdruck der Zwergendruiden vorziehe: Kälte, nicht wegen ihrer falschen Auffassung, sondern, weil es allgemeiner gehalten ist und alle Prinzipien des Elementes treffend beschreibt) zu bezeichnen und kann mit Sicherheit behaupten: Die Elemente, die SUMUs heilige Ordnung darstellen, sind wider die Daimonen und ihre Gegensätze. Doch die Weißmagier tun häufig die Invocatii Elementharii als "Beschwörung wie die Invocatio Daimonarii ist" ab. Daher sind sie wider die Elemente. Die Elemente sind die Ordnung Deres. Daher sind die Weißmagier contra die Ordnung Deres. Sie sind zwar pro die Ordnung Alverans, doch letztere gilt allein den Göttern, also gehört sie nach Alveran. Logisch ist also die Ordnung Alverans gehört nach Alveran, wo Praios über den anderen elf Göttern steht, die Ordnung Deres gehört nach Dere, wo Praios neben den anderen elf steht. In Alveran herrscht Praios über Hesinde und sie muss ihm folgen, doch auf Dere haben die Magier nach Praios Geboten uns Magiern nach Hesindes Geboten nichts zu sagen. De facto ist: Es gibt Hesinde und Phex neben Praios! Und wenn alles auf Dere nach Praios' Geboten geschehen müsste, gäbe es weder Hesinde noch Phex, die als Herrin der Magie und Herr des Diebstahls, denn wenn es doch alles nach Praios' Geboten geschehen müsste und es gibt doch Hesinde und Phex, was wäre dann die göttliche Ordnung? Nichts! Das wiederum hieße, dass Praios keine Macht hätte, da er ja für göttliche Ordnung sorgt. Also, Ihr Weißmagier, wollt Ihr behaupten, Praios hätte keinerlei Macht?
Außerdem: Praiosgefällige Magier, was soll das sein? Sicherlich halten sich alle Weiß-, Grau-, und die meisten Schwarzmagier an die Gesetze, also kann das wohl allein nicht praiosgefällig heißen. Nein, die weißen Magier wollen für "Magiebann" und "wider Daimonen" zaubern. Wider Daimonen ist ebenfalls die Einstellung der Großen Grauen Gilde des Geistes, also nicht typisch für "weiße". Dann der Magiebann. Wie will man für Magiebann zaubern? Natürlich durch Antimagie, höre ich bereits die Antwort, doch das ist wohl nicht Praios' Sinn, so vorzugehen: "Da ist Magie! Magie ist böse! Ich will Magie beseitigen! Wie kann ich Magie beseitigen? Ich wirke Magie dafür." Die Weiße Gilde sollte zuerst einmal nachdenken, was sie, mit Verlaub, in ihrer ach so großen Praiosehrfurcht völligst vergessen hat in den Jahrhunderten seit ihrer Gründung. Will sie nach Hesindes Geboten leben: Magieförderung = Möglichst viel magische Energien in Umlauf bringen oder nach Praios Geboten: Magiebann = Verhinderung, dass magische Energien in Umlauf gebracht werden? Was jetzt? Magie anwenden oder keine Magie anwenden? Magie anwenden für Magiebann erscheint weder besonders praios-, noch besonders hesindegefällig. Entscheidet sich die Gilde contra Magie, kann sie ihren Gildenstatus aufgeben, denn keine Magiergilde ohne Magie, entscheidet sie sich pro Magie, sollte sie aufhören, zu denken, sie sei praiosgefällig und sogar durch die Göttliche Ordnung Alverans (so.) dazu befähigt, ja ausersehen, höher zu stehen, als die beiden anderen Gilden (um das Wort "besseren" zu vermeiden). Auch soll sie aufhören, Lügen zu verbreiten, wenn sie doch so praiosgläubig ist. Denn Rohal, wie jedes Kind wissen sollte, und wie sich in den jüngsten Tagen bewiesen hat, namentlich an dem zweiten Erscheinen Rohals und der darauf folgenden Bezwingung Borbarads, gehört der Großen Grauen Gilde des Geistes an, auch wenn er ein zweites mal verschwand.
Die Weiße Gilde ist niemals in irgend einer Weise bedeutend gewesen. Mir war es vergönnt, die beiden vernünftigeren Gilden vom Inneren heraus zu betrachten. Auf das dritte Rad an der Achse verzichte ich selbstgnädig. Ich hebe hier noch einmal die Merkmale der einzelnen Gilden heraus:
Schwarz: Brilliante Forscher mit leider zu niedrigen Durchschnittsgefühl für die Grenzen der Forschung (Dämonologie sei hier genannt), die am praktischsten veranlagten Magier; Grau: Ebenso brilliante Forscher, die viel Zeit mit Gedanken über die Welt, die Götter, die Elemente und die Ordnung verbringen, die Magier, die geistig am begabtesten sind (was ein genauso großer Vorteil wie die praktische Veranlagung der Schwarzmagi und -magae ist); Weiß: Diese Wesen scheuen Forschungen, scheuen Zauber und haben Angst, zu philosophieren. Wie die Schwarzmagier befassen sie sich mit praktischen Problemen und wie die Graumagier denken sie nach, bevor sie handeln. Was aber keine Mischung, sondern eine Vereinigung der Nachteile zur Folge hat: Die Schwarzmagier befassen sich mit vielen Banalitäten, die Graumagier mit entsprechend weniger schwerwiegenden Problemen, die Weißmagier mit wenigen Banalitäten, sind also zu ängstlich, zu handeln, oder auch nur nachzudenken, denn auf was für WISSEN könnte man da stoßen? Wäre das nicht vielleicht GEFÄHRLICH? Oder gar HESINDEGEFÄLLIG? Das wäre ja schrecklich! Dann würde Praios uns ja einen Bannstrahl schicken? Wo kämen wir denn da hin? Zu Praios bestimmt nicht, wir sind ja MAGIER! Zu Hesinde auch nicht, wir hassen ja Magie und wollen gar nichts wissen! Also müssen wir wohl in die Niederhöllen!
Ich als überzeugter Graumagier, Elementarist und Anhänger Hesindes bin mir sicher, nach meinem Tod zu Hesinde zu gelangen und im Jenseits werden mich wohl die herrlichsten Canti und die wunderbarsten WAHRHEITEN über die Weltenentstehung erwarten. Ich will eigentlich nur aus wenigen Gründen nicht sterben: ad primo: Ich möchte hesindegefällig neues Wissen erlangen und verbreiten, ad secundo: Ich möchte hesindegefällig Dämonenbeschwörungen verhindern und rückgängig machen, mehr hesinde-, denn praiosgefällig, da Dämonenbeschwörungen verbotenes Wissen, also dem erzdämonischen Gegenspielers Hesindes sind, ad tertio: Weil ich rahjagefällig die Zahl der Magier in Aventurien mehren und sie hesindegefällig auf den richtigen Weg weisen möchte, also den mittleren ("Alles eine Frage der Balance" - Zitat J. Ohkurd).
Außerdem möchte ich noch die Weißmagi und -magae, sowie die werten Collegae aus den wunderbaren beiden, äh, anderen (s.o.) Gilden, namentlich der Schwarzen und der Grauen auf folgendes hinweisen: Hesinde ist die Göttin des Wissens. Durch Hesindegefälligkeit erlangt man Wissen. Wissen ist Wahrheit. Praios ist der Gott der Wahrheit. Wahrheit ist praiosgefällig. Seid hesindegefälliger, Praios wird es euch wohl nicht übel nehmen. Und an die betreffenden: Magie ist ein Geschenk Hesindes. Wer seid ihr, dass ihr es Hesinde nicht dankt und trotz, ja gerade wegen ihres Geschenkes ihre Gaben zerstört. Ist das göttergefällig? Nein, es ist Frevel wider die Göttin! FREVEL! F R E V E L ! Möge Naclador euch strafen, euch alle, die ihr Hesindes Geschenk dazu missbraucht, Hesindes Gaben zu vernichten. Statt ihre Gaben zu vernichten, solltet ihr euch ausnahmsweise an die Gebote der Göttin halten, die euch BESCHENKT hat, weil ihr reinen Herzens WARD, und magische Artefakte mit frevlerischen Zaubern dem Immerwährenden Hort der hesindianischen Gaben spenden, dämonische Rituale unterbrechen, nicht aber die anderen Zauber! Was maßt ihr es euch an, zu bestimmen, ob die Werke der Göttin erhalten bleiben dürfen oder nicht? Ihr überlegt zwar lange, ob ihr sämtliche magische Energien in einem Artefakt zerstört, aber einzig wegen dem permanenten Verlust derselbigen in EUCH. Hesindes Willen ist es aber, nicht den Verlust der eigenen Energien zu betrauern, sondern möglichst viele magische Energien in der Welt zu erhalten und zu schaffen. Schafft ihr ein Artefakt, so fließen magische Energien in es ein. Die Kraft, die ihr dabei opfern musstet, regeneriert sich zum größten Teil wieder von alleine. Also haben sich die magischen Energien verdoppelt. Eine wahrlich hesindegefällige Tat. Zerstört ihr aber ein Artefakt, sind sowohl die Kräfte des Artefaktes, als auch große Teile der euren für immer verloren. Die kurze Zeit des Zauberns an sich wiegt diesen FREVEL nicht auf. Außer in Praios' Augen. Er wird wahrlich euch wohl verdammen nach eurem Tode und sagen, ihr habt fleißig Magie angewandt.
Ich sage euch allen: Zaubert fleißig mit "banalen" Formeln wie MANIFESTO, OHNE AHLE, OHNE KAMM, OHNE SEIFE, REFLECTIMAGO, DELICIOSO, WEIHRAUCH, und sämtliche andere Canti mit offensichtlichem Alltagsnutzen. Forscht an neuen und vergessenen, rekonstruiert alte, sucht nahezu unbekannte, lernt fremde Canti. Auch Daimonenbeschwörungen lernt, um  Exorzismen zu entwickeln gegen Iribaars verderbte Ergebnisse. Doch richtet euer Augenmerk auf Zauber, die Elementare Wirkungen haben, denn Elementare sind das Gute und lieben außerdem die Magie. Sie erscheinen freiwillig, nicht durch Zwang, was einen weiteren bedeutenden Unterschied zur Dämonenbeschwörung zeigt. Auch Kampfzauber wie IGNIFAXIUS oder FULMINICTUS basieren wohl einzig auf Bitte, nicht auf Zwang.

Möge Naclador die Welt von den verfluchten Missbrauchern der Macht Hesindes reinigen

Madajan Nandusstolz, Magus ordinarus, Leiter des Konvents der Urformel, Elementarist und Graumagier

Erschienen in Opus no. 120 am 9.9.2001 als Reaktion oder Fortsetzung zu Der ODL und Gildengrenzen.

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