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Der Schwarze Limbus    

22. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Die Elemente

Reaktion auf "Die Elemente" von Rassul al-Sheik, erschienen im Opus no. 59 (Artikel einsehen...) und weitergehendes Postulat.

Werte Collega et Collegae,

Ich möchte in diesem Schreiben den Artikel des Rassul al-Sheik als essentiell für die gesamte Deren-, Elementar- und Magiekunde darstellen.

Sieben - Eine ungerade Zahl

Dass die Kraft, die als Magie sichtbar ist, das Siebte Element sein soll, kann ich sehr wohl nachvollziehen und so stimme ich dieser These auch vollkommen zu. Zu seiner Frage, wo denn die Magie-Djinni seien, kann ich nur ein Gerücht zum Besten geben: Es sollte wohl ein in ein altes Artefakt eingeschlossenes Individuum geben, das aber befreit und zum Verschluss eines schweren Sphärenrisses eingesetzt wurde. Unglücklicherweise raubte dieses dem Geschöpf (? - bringt Magie Geschöpfe hervor? - doch dazu später) seine gesamte Macht, sodass es mit Erfüllung dieser Aufgabe starb.

Wie dem auch sei, Rassul al-Sheik hat, meines Erachtens, insoweit Recht, dass es neben dem Siebten Element auch ein Achtes geben muss. Das resultiert, wie er auch sagt, aus der Gegensätzlichkeit der Elemente, dem Gegenspielerprinzip.
Ich möchte hier trotz allem noch einmal die Elemente mit ihrem Widerpart aufzählen: Feuer - Wasser, Luft - Erz, Eis - Humus. Das Siebte Element, die Kraft, mag nicht zu einem der hier genannten Elemente gehören - das sogenannte Paar des Geistes, Erz und Magie, will ich hier durch zwei Beispiele zwar nicht leugnen, doch insoweit relativieren, dass das Element Magie Bindungen zu allen anderen Elementen eingehen kann: Einerseits fühlen sich viele Magier durch die Anwesenheit von Eisen oder Metall in der Ausübung ihrer arkanen Fähigkeiten behindert, andererseits gibt es magische Waffen und Metalle, z.B. das Endurium.

Die Existenz des Achten Elementes

Das Achte Element muss also existieren, doch ich glaube nicht, dass dieses geschaffen wurde und ab dieser Stelle möchte ich Rassul al-Sheiks Artikel als Ausgangspunkt für weitere Gedankengänge nehmen.
LOS, der Weltenschöpfer, hat mit Nayrakis die Sechs Elemente erschaffen. Doch hat er denn die Magie erschaffen? Wenn ja, was ist Magie? Alle anderen Elemente sind mehr oder weniger gegenständlich, die Magie ist bloße Kraft. Und so denke ich, dass Magie nicht geschaffen worden sein kann, bzw. direkt Teil von LOS' Geist sein muss.
Des weiteren ist sie sehr mächtig, sie kann nahezu alle anderen Elemente auslöschen oder entstehen lassen, denken wir zum Beispiel an magisches Feuer. Deshalb muss das entgegengesetzte Element auch in de Lage sein, Magie zerstören oder neutralisieren zu können und muss dementsprechend auch sehr mächtig sein. Überlegen wir: Das Sikaryan, ich möchte es hier im Weiteren das Leben nennen, kann es Magie auslöschen? Sicherlich nicht. Kann das Sikaryan neben der Magie existieren? Ja. Das sollte uns bewusst machen, dass das Leben NICHT das gesuchte Achte Element sein kann.
Wie ich weiter oben andeutete, glaube ich, dass das Achte Element nicht erschaffen wurde und daher sehr mächtig ist, weil es keinen direkten Gegenspieler hat, so wie auch die Magie keinen hat. Hier müssen wir also davon ausgehen, dass beide Elemente wesentlich älter sind als die geschaffenen. Sie bedingen sich nicht gegenseitig und stoßen sich auch nicht voneinander ab, weil sie - da sie nicht erschaffen sind - keine Widerparts sind. Ich möchte LOS' Schöpfungsreichtum nicht kritisieren, doch ich denke, dass auch er nur Dinge erschaffen hat, die einen Gegenspieler besitzen. Die Schöpfung wie wir sie kennen ist ja aus Gegensätzen aufgebaut, die sich nur durch das Aufeinanderprallen dieser Gegensätze weiterentwickelt.

Die Elemente und das Chaos

Doch nun möchte ich auch den Namen des Achten, des ältesten Elements nennen, denn diese mächtige Kraft hat einen Namen: CHAOS. Denken Sie nun nicht, dass ich ein Dämonenanbeter oder so etwas bin, der das Chaos als die älteste und stärkste Kraft annimmt. Zur Charakterisierung des Chaos' möchte ich einige Eigenschaften näher erläutern: Die allerwichtigste Eigenschaft ist wohl, dass das Chaos eine schaffende und vernichtende Kraft ist. Chaos ist also eine Synthese von Materie und Kraft. Es hat seinen eigenen Willen und einen Progressionsgedanken. Es erschafft aus sich selbst neues Leben und neue Kraft, indem es sich an anderer Stelle verschlingt und somit tötet. Chaos ist also der höchste Progressions­gedanke in sich. Wer an dieser Stelle Fragen, Kritik oder Anregungen hat, soll mich über das Signum am Ende des Artikels kontaktieren. Ich denke, dass LOS und SUMU selbst, diese übermächtigen Wesen, aus dem Chaos entstanden. Warum kämpften sie wohl? Weil einer der beiden stärker sein wollte als der andere. Einer wollte sich weiterentwickeln und der andere war ihm mit seiner fast gleichen Macht im Wege. Dies ist das Wesen des Chaos. Was ihm beim Progress entgegensteht, ist Macht und Ordnung. Chaos vernichtet Macht (und Ordnung) um seine Macht weiter zu festigen und um sich weiter fortent­wickeln zu können. LOS und SUMU hatten also wie jedes heutige Lebewesen Chaos in sich, das den Fortkommens- und Weiterentwicklungstrieb der Lebewesen darstellt. LOS erschuf also die Elemente nach seinem Gewissen und seiner (chaotischen) Vorstellung. Sein Geist, auch ein Produkt chaotischer Evolution, löste sich ab und bildete von da an die Magie, eine ähnliche Schaffenskraft, die aber anders als das Chaos von hoher Ordnung ist. Diese Kraft ist gewissermaßen die Gegenkraft zum Chaos, denn ihr fehlt Trieb und Materie, sie kann also nur bestehende Materie verändern und nichts neu erschaffen. Aus diesem Grund können Magiedjinne auch in diesem Sinne keine Geschöpfe sein, da sie kein Quentchen Chaos mehr in sich bergen.

Leben, Magie und Chaos?

Somit komme ich zu dem Schluss, dass alles vom CHAOS abstammt, wenn es auch nicht mehr unmittelbar abhängig von ihm ist. Das Leben ist ein Teil des Chaos, nämlich Materie, die in einer gewissen Ordnung einen Progressionstrieb hat. Ich möchte hier noch einmal betonen, dass ich Chaos nicht als Leben bezeichne, sondern als Ursprung desselben und auch dessen größten Feind, weil jede Sekunde, in der ein Körper in einer Form verharrt, Stagnation ist und somit das Chaos, seinen Schöpfer untergräbt. Angeregte Collega mögen mich jetzt fragen, wie sich dann Magie und Chaos gleichzeitig in einem Menschen oder Lebewesen halten können? Darauf möchte ich folgende Antwort geben: In unserer dritten Sphäre ist die Wirkung des Chaos abgeschwächt, dazu weiter unten, außerdem ist diesen Menschen nur die Fähigkeit gegeben, astrale Kraft zu nutzen. Daraus folgend möchte ich wieder zu Rassul al-Sheiks Artikel kommen und seine Indizien für Sikaryan als achtes Element auf meine These anwenden.

Die Zauber des Achten Elements

Der Zauber Exposami, der Leben aufspüren soll, fungiert also als Suche nach einem Bruchteil Chaos. Der von Rassul für lästerlich gehaltene Mutabili lässt wohl, da er der Verwandlung von Lebewesen dient, einen eindeutigen Bezug zu Chaos als seinem Element zu.
Ob die Zauber des Chaos unbekannt sind, oder als Thesis nicht existieren, möchte ich nicht festlegen. Offensichtlich kann es sie nicht geben, da diese Art der Konzentration und der Gerichtetheit dem Chaos zuwider sein dürfte. Ob sie allerdings für den Augenblick des Zaubers entstehen und danach wieder verschwinden - das sollte möglich sein und die weniger mächtigen Zauber dieses Elements möglich werden lassen. Offensichtlich sind auch die anderen Zauber des Gebiets Verwandlung zumindest teilweise mit dem Chaos verwoben.

Grenzen des Achten Elements und seine Elementaren Vertreter

Ich möchte hier schließen aber noch erklären, warum nicht alles von der Macht des Chaos überschwemmt wird. Durch LOS' Schöpfung hat sich im Chaos die sogenannte Insel der Ordnung, die Erste Sphäre, gebildet. Da das Chaos aber unendlich ist, kann es diese Insel nicht mit gebündelter Macht angreifen, auch hat es dazu den Willen nicht: Der oberste Wille des Chaos ist der nach Fortentwicklung.
Die Frage nach dem Elementarherren des Chaos möchte ich hier auch gleich beantworten: Es gibt ihn nicht körperlich. Das Chaos kann aus nun offensichtlichen Gründen keinen großen, langlebigen Teil seiner selbst abspalten und über sich selbst erheben. Dadurch wird eine Koordination des Chaos, die es nicht will, unterbunden und es kann nicht allmächtig werden und uns unterwerfen. So weit, so gut.
Die Djinni des Chaos könnten die Dämonen sein, es ist aber genauso gut möglich, dass es auch diese nicht gibt. Doch da die Dämonen zweifellos mächtige Teile des Chaos sind - sie müssten als Gegenreaktion des Chaos auf LOS' Schöpfung entstanden sein und die Erzdämonen deshalb Teile der Schöpfung negieren und Teile des Chaos regieren - und sich selbst bekämpfen, findet man auch in ihnen das Wesen des Chaos wieder. In diesem Sinne könnten sie schon die Djinni oder Elementargeister des Chaos sein. Sie sollte man nicht herbeirufen, denn wir bauen so unzweifelhaft dem Chaos eine Brücke in unsere Ordnung und würden unseren Untergang besiegeln...

Egregiusz zu Thorwal, Seines Zeichens Sphärenkundler und Weltenforscher.

Erschienen in Opus no. 131 am 25.11.2001.

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