Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

21. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Über das Wachstum von Bäumen und Kriegern...

Mit großer Freude darf ich der geschätzten Leserschaft des Opus bekannt geben, dass wir in den kommenden Ausgaben nun endlich auch all jenen Wissen und Lehrreiches präsentieren können, die sich gar nicht oder nicht ausschließlich mit der Magie und der Philosophie beschäftigen. Nach mondelanger Suche gelang es mir nun endlich einen göttergefälligen Krieger zu finden, der sich bereit erklärte in den nächsten Ausgaben des Opus veritatis scientiaeque einige kurze Geschichten aus seiner Lehrzeit an der Akademie "Rondras Ehre" zu veröffentlichen. Man möge dem Krieger nachsehen, dass er seine Texte nicht in wissenschaftlicher Hinsicht prüft und verfasst, sondern sie in Form von Tagebucheinträgen aus seiner Zeit an der Akademie zu kleinen Textpassagen zusammengestellt hat und nun auf diese Weise wiedergibt.
Ich möchte mich auf diesem Wege zum wiederholten Male bei Reochaid Ynlais bedanken und wünsche der Leserschaft des Opus nun viel Vergnügen bei der Lektüre der ersten Textstellen.

adeptus maior Eborëus Zachariad


Über das Wachstum von Bäumen und Kriegern...

Erinnerungen am letzten Tag:
Ich weiß es noch genau: Gleich am ersten Tag, sobald ich in die Kriegerschule eintrat, noch bevor wir unsere Kammern beziehen konnten, wurden wir angehalten einen Baum zu pflanzen. Jeder von uns bekam eine Hand voll Samen in die Hand und wir suchten uns einen Platz etwas außerhalb der Mauern der Schule auf einer Wiese, wo wir die Samen in das Erdreich legten. Jeden Tag sprangen wir bei unseren körperlichen Übungen über die Stelle, an der der Same lag. Der Same keimte, und wir sprangen darüber. Der Keim wurde zu einer Pflanze, und wir sprangen weiter darüber. In der ersten Zeit fand ich das langweilig und eine Zeitverschwendung. Doch ganz allmählich wuchs der Baum - und ich musste immer höher springen.
Auf die gleiche Weise wurden wir unterrichtet: Geduldig und eifrig bereiteten wir uns auf die Anforderungen und Hindernisse vor, die mit zunehmender Dauer der Ausbildung stets größer wurden. Dadurch wurde ich an Herausforderungen gewöhnt. Als ich begriff, dass ich eines fernen Tages einen ausgewachsenen Baum überspringen musste, wenn ich diese Übung oder Gewohnheit (was von beiden es war, wusste ich nicht zu sagen) beibehalten wollte, da verstand ich auch, dass es nie die gestellten Aufgaben waren, die unmöglich und zu weit entfernt waren, sondern immer das Ziel, das man sich steckte. So arbeitete ich tagtäglich hart an mir und bewältigte jede mir gestellte Aufgabe; und an jedem Tag übersprang ich den wachsenden und keimenden Baum, indem ich stets noch ein bisschen höher sprang. Auf diese Weise verbesserte ich meine Fähigkeiten und näherte mich dem unerreichbaren Ziel.
Und sobald der Tag gekommen war, an dem ich den Baum nicht mehr überspringen konnte, wusste ich, dass mir die Kriegerschule auch keine Möglichkeiten mehr bieten konnte meine Kräfte und Fähigkeiten noch zu steigern. So wusste ich mit Sicherheit und ohne, dass mir mein Schwertmeister dies bestätigen hätte müssen, wann meine Ausbildung abgeschlossen und ich bereit für die letzte Prüfung war.

aus dem Tagebuch von Reochaid Ynlais

von: Philipp Schumacher
Erschienen in Opus no. 142 am 10.2.2002.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Über den besseren Krieger....

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