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Der Schwarze Limbus    

23. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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De Natura Daimonii

Von Chaos und Brodem – Abhandlung über die Wesenheiten der Siebenten Sphäre
verfasst von Meister Barius von Charypso
Magister der Academia Limbologica

Partum tertium
Amazeroth, Herr des Irrsinns, der Täuschung, des Wahns und des verbotenen Wissens

Wer ist Amazeroth, Was ist Amazeroth? Dies zu ergründen ist dem Beschwörer nicht möglich. Amazeroth ist alles und Er ist nichts. Über Ihn kann man nichts sagen, denn Seine Existenz ist nicht in Worte zu fassen. Was wir über Ihn wissen, ist nur, dass Er der Größte der Mentales ist, der meistbeschworene und meist unterschätzte der Erzdämonen, der wohl gefährlichste Widersacher der Götter und doch DAS Unwesen, das dem Menschen am nächsten steht.
Ihn zu beschwören ist nicht nötig, Ihn zu rufen kein Muss, um mit ihm in Kontakt zu treten. Wie alle Mentales, doch noch stärker als die andern, ist ER ein Teil jedes Menschen und in jedem von uns. Wann immer ein falscher Gedanke gefasst, eine Lüge verbreitet, eine Täuschung vollzogen, hat man einen Funken Amazeroths in den dunklen Abgründen der Seele. Bloß durch das Streben nach Macht, durch Täuschung und Betrug und durch die Anwendung verbotenen Wissens kann Amazeroth bereits Teile unserer Seele in Besitz nehmen. Eine Beschwörung ist nicht vonnöten um in Seinen Pakt zu geraten. Ohne dass wir es merken, flüstert Seine unheilige Präsenz in uns selbst uns immer neue Erkenntnisse und Ideen ein, führt uns zu Größenwahn und Selbstüberschätzung und frisst sich wie ein Geschwür, das wir erst erkennen, wenn wir kurz vor dem Tode stehen, durch unsere Gedanken, um sie alle zu pervertieren.
Die größte Leistung Amazeroths ist die, sich selbst nicht zu zeigen und wenn doch, dann als schwach und unwirklich. Indem der Beschwörer von der Nichtigkeit Amazeroths und von seiner eigenen Kraft überzeugt ist, ist der erste Grundstein in die Verdammnis bereits gelegt. Egal was der Paktierer auch tut, Amazeroth wird ihn immer täuschen: Wenn man glaubt, man wäre der Herr, ist man in Wirklichkeit der Sklave; und wer glaubt, er sei aus dem Pakt mit Amazeroth entkommen, ist in Wirklichkeit einen weiteren Kreis in die Verdammnis gerückt.
Aus Amazeroths Domäne ist uns nichts bekannt, und wenn jemand glaubt, dass doch, so ist dies wohl nur wieder eine Täuschung des Vielgesichtigen. Daher ist von jeder Beschwörung aus dieser Domäne nur abzuraten. Es gibt nichts, wie man sich bei einer solchen schützen kann, nichts, das nach meinem Wissen als Paraphernalium dienlich wäre. Amazeroth hat weder eine bevorzugte Zeit noch eine besondere Zahl. Nur unser lebendiger wissensdurstiger Geist ist Ihm Lockstoff und Behausung zugleich.
Selbst die größten Beschwörer sind an Ihm zu Grunde gegangen. Ja Borbarad selbst, sagen manche Beschwörer, sei in Wirklichkeit nicht durch die allseits gerühmten Gezeichneten, sondern nur durch einen ungeahnten Pakt mit Amazeroth dieser Welt entrückt – um Ihm auf ewig ein Spielzeug in den Niederhöllen zu sein.
Vor Amazeroth schützen kann man sich nur durch den Beistand Hesindes. Indem man mit jeder Erkenntnis, die man macht, mit jedem Gedanken, den man fasst, und vor und nach jedem Studium, ein Gebet an Hesinde spricht zur Stärkung des Geistes, kann man sich vor Gedanken des Flüsterers schützen.
Wenn einmal im Pakt jedoch, so gibt es kein Entrinnen mehr. Immer mehr wird der Paktierer von Größenwahn und dann auch von Halluzinationen und anderen Wahnvorstellungen eingenommen, bis er völlig verwirrt sein Leben selbst beendet oder in einem Kloster der Heiligen Noiona sein Dasein bis zur Einkehr in die Niederhöllen fristet.
Bedenket also, dass ihr nur Narren seid im unendlichen Kreis der Welt – und dass das Wissen, das uns nicht zu verstehen ist, auch nicht von uns verstanden werden kann.

Meister Barius

von: Daniel Junker
Erschienen in Opus no. 157 am 9.6.2002.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: De Natura Daimonii - Nagrach.

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