Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

22. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Reactio de rogatione „quid est scientia“
Reaktion zu den Opera no. 149 et 150 - 1. Teil - 2. Teil

Werter Collega,
Meiner Meinung nach kann die Fragestellung, die Ihr da an Eure ehrenhafte Leserschaft gerichtet habt – was ist Wissen? – nicht wirklich fruchten, denn wir fleischlich begrenzten Kreaturen können das eigentliche Wesen des Wissens nicht begreifen. Wissen muss nämlich absolut sein, um ihren Beispielen Folge leisten zu können, um also auch den Zufall, das Glück, das Schicksal – wie Sie den Unsicherheitsfaktor, den Zweifel auch immer nennen wollen – einzuschließen.

Wir Menschen können als irdische Lebewesen gleichsam nur für uns gültiges Wissen erlangen. Sicherlich werden wir dabei in vielen Punkten mit anderen Menschen übereinstimmen, allerdings ist das eher eine kollektiv anerkannte Definition, dass etwas allgemein gültig ist, als wirkliches Wissen.

Als ein Exemplum mag ich hier die Bereiche der Zeiteinteilung, Farbenwahrnehmung, Mathematik oder moralische Grundsätze nehmen.
Schon bei anderen vernunftbegabten Lebewesen wie den Zwergen oder den Elfen, oder noch besser bei völlig zivilisationsfremden Waldmenschen aus dem heißen Süden, erkennen wir eine ganz andere Art der Erkenntnis der Dinge.

„Zeige mir dein Freunde und ich sage dir, wer du bist.“ – hieß es schon bei dem großen tulamidischen Philosophen und Schriftsteller Efri Ipdse. Der Umgang prägt den Charakter und somit all seine Denk-, Fühl- und Handelsweisen.

Das bedeutet, dass wir von keinem absoluten, alles erfassenden Wissen ausgehen können, der scientia divina, sondern von einem relativen, persönlichen Wissen, zu gut bosparanisch scientia persona.

Man könnte somit zusammenfassend sagen, dass Wissen von Menschen nur teilweise erfasst und vermittelt werden kann. Diesen Teil, die scientia persona, möchte ich so definieren:

a) Wissen ist das gespeicherte und verarbeitete Empfinden und Erfahren von Verhältnissen und Dingen, welches ebenso durch striktes Lernen aufnehmbar ist.

b) Wissen ist rein theoretisch und kommt erst durch Verknüpfung und Analyse gegebener Umstände – Denken – zur Geltung.

Diese Definition schließt auch die von Euch postulierten drei Formen des Wissens ein.

Hochachtungsvoll und mit hesindianischen Grüßen

Hesindian von Sturmfels
Draconiter und Beschützer des Wissens
Institut der Arkanen Analysen zu Kuslik, Abteilung Philosophie
Im Firun 32 Hal

Erschienen in Opus no. 163 am 21.7.2002 als Reaktion oder Fortsetzung zu Was ist Wissen? (2. Teil).
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Re-Reactio de rogatione "quid est scientia".

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