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Der Schwarze Limbus    

21. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Reactio auf die Reactio zu meinem Artikel über die Greifen und eine Informatio zur Wahren Natur der Praioskirche

Reaktion auf die Artikel im 173. Opus.

Werte Collegae!

Es scheint mir, als seien zunächst einmal einige grundsätzliche Dinge zu klären:

1) Ich bin zwar ein gelehrter Okkultist und seit Jahren auf dem Feld der brabakisch-borianischen Historie, Lingua und Mythologie tätig, doch niemals habe ich verlautbaren lassen, dass ich ein Magus sei.
2) Als Anhänger des Wahren Glaubens, namentlich des Ailinismus, bin ich sicher kein Fanatiker, geschweige denn ein irregeleiteter Ketzer oder Dämonenpaktierer.
3) Auch wenn ich selber in meinem sicher nicht jungem Leben noch nie einen Greifen zu Gesicht bekommen habe, so gilt es in meiner Heimat doch als unumstößliches Allgemeinwissen, dass die Greifen den Menschen nur als Unglücksboten erscheinen. Sicher ist der Unterschied zwischen einem Irrhalken (unheilig!) und einem Greifen selbst einem Moha geläufig, wobei ich bemerken möchte, dass der genannte Zeuge Síblis ein Anhänger der Hohen Herrin Tríatha war und somit sicher nicht zu den unwissenden Bewohnern der Grünen Niederhöllen gezählt werden darf.
4) Erwähnenswert sei ferner ein Mythos, der sich vor einigen Jahren so in der Wüste Khom zugetragen haben soll, wonach ein goldener Greif tatsächlich als göttlicher Sendbote aufgetreten sei und seinen Segen über einige abenteuerliche Gestalten ausgeschüttet habe, namentlich in Form eines Schwertes, das einen Teil der Macht des Ehrwürdigen Praios an seinen Träger weitergab. Ob dieser Mythos denn auch tatsächlich so geschehen ist, vermag ich jedoch beim besten Willen nicht zu bestätigen.

Da eine Verquickung zwischen den Themenkomplexen Greifensichtung und dem Ehrwürdigen Geist Praios immer wieder zum Zentrum dieser Diskussion wurde, seien hier einige Worte zur Praioskirche erlaubt, die den Greifen als so genannten "göttlichen Sendboten" in einen korrekten Zusammenhang zu setzen vermögen.

Eine wichtige Irrlehre vieler Praioten und Ucuriaten sei hier ad primo festgestellt, nämlich die Vorstellung, wonach Praios als "König oder Fürst der Götter" anzusprechen sei, wo er doch nur ein Ehrwürdiger Geist ist, der den Menschen die jeweils gerechte Macht zur Herrschaft zuwies. Heute ist es jedoch gang und gäbe unter Praionis' Dienern, zu versäumen, den Wahren Dienern der Hohen Herrin das rechte Maß an Entscheidungsgewalt in religiösen Dingen zuzugestehen. Dies aber ist Sünde und verlangt nach Sühne. Fakt ist, dass der Ehrwürdige Praios ein Geist und Helfer der Ehrwürdigen Baltésa ist und ihm die Sonne zur Obhut gegeben wurde. Es ist der Gnade der Hohen Herrin Tríatha und Ihrem Diener, dem Avatar Alkèra, zu verdanken, dass der Ehrwürdige Geist heute wieder als Mittler zur Hohen Herrin willkommen ist. Dem Rechtschaffenen eine Greuel ist das Verbot der Praiosdiener, einem Unwahrhaftigen Befehl zu wider- sprechen oder ihn zu hinterfragen. Ihr Gebot der Offensichtlichkeit ist dem Geist genehm, aber in diesen schweren Zeiten von Verfolgung und Verketzerung kaum möglich. Lästerlich ist aber die Bannung der Magie durch die Diener des Sonnendieners, ist doch die Magie eine Gabe der Hohen Herrin und als solche heilig vor Ihrem Angesicht. Euer voreiliger Ruf nach der Inquisition lässt bei mir die Frage aufkommen, ob ihr denn von der Wahren oder von der Falschen Inquisition sprecht, denn wahrlich, viele Diener Praionis und Ucuris versuchen sich in geradezu ketzerischer Weise über die Lehren der Hohen Herrin zu erheben und ihre derische Inquisition über die von der Hohen Herrin Tríatha gewollte ailinistische Inquisition zu stellen. Dies kann und darf nicht sein! as zentrale Anliegen jeder gerechten Inquisition kann nur im Aufspüren und Richten von Verrätern im Sinne der ailinistischen Lehre sein. Eine grundlose Ermordung von Andersdenkenden ist als Sünde zu bezeichnen und verlangt Sühne nach dem Weltgesetz. Daher ist jedem wahrhaftigen Inquisitor eine solche Handlungsweise strengstens verboten. Zu den wahren Aufgaben der richtigen Inquisition gehört die Verfolgung von Mordbuben aus der Gefolgschaft des Bethaniers wie auch des Rattenkindes, welches auch Großer Schatten genannt wird.
Als "falsche" Inquisition wird heutzutage die seit Kaiser Aldec [642-629 v.S.N.] bestehende Inquisition der Praios- (und in geringerem Umfange auch der Ucuri-Kirche) bezeichnet. Ziel war die Verfolgung aller Andersdenkenden und Magier wie auch die Vernichtung aller mutmaßlichen Ketzer und Häretiker. In gänzlich widergöttlicher Weise vergriff sich diese falsch verstandene Inquisition nach kurzer Tätigkeitszeit sogar schon an Adligen!
Einige wenige Inquisitoren bemühten sich darum, Einhalt zu gebieten und tatsächlich nur Verräter zu verfolgen. Sie blieben jedoch eine bejammernswerte Minderheit! Einige der Verfolger fühlen sich sogar heute noch gewitzt dabei, wenn sie durch das Mittel der Folter unschuldige Menschen zum Verrat aufstacheln und so in "Gerechtigkeit" ihren Tod beschließen können.
Um künftig solchen Auswüchsen falsch verstandenen Glaubens entgegentreten zu können, ist es nötig, dass möglichst viele Laien, als auch Geweihte und Priester, im Geiste der Hohen Herrin der von der Reichsregentin geförderten Inquisition beitreten und somit die guten und hilfreichen Lehren der Göttin verbreiten helfen.
Erwünscht sind in diesem Sinne auch eine Förderung und ein Beitritt bei dem der Hohen Herrin Hesinde wohlgefälligen Orden der Draconiter.

Alberto Fredarcarno, Vorsitzender Minister des Ministeriums gegen reichsgefährdende Kulte im Königreich Brabak, Herzogtum Borian

Anmerkung:
Wie ein paralleles Schreiben der borianischen Herzogin Arasatra erklärt, die auf wenig erfreuliche Weise mit den Ausführungen Fredarcarnos konfrontiert wurde, handelt es sich bei Herrn Fredarcarnos geistigen Ergüssen um seine ganz persönliche Meinung und keineswegs um eine offizielle Stellungsnahme der Kirchen der Hohen Herrin Tríatha oder auch der ailinistischen Kirchen. Den Ausführungen der Herzogin zufolge handelt es sich bei Fredarcarno zwar um einen hochqualifizierten Historiker und auch verantwortungsbewussten Minister, nicht jedoch um einen Mann, der andere Meinungen gerne neben seiner eigenen Meinung gelten lässt. Als offizielle Sprecherin des Ailinismus ist jedoch ungeklärt, ob die Herzogin mehr der orthodoxen Schule oder nicht viel eher dem progressiven Puniner Reformailinismus zuzurechnen ist, da sie selber durchaus als Anhängerin der Zwölfgötter bekannt ist.

Erschienen in Opus no. 174 am 5.11.2002 als Reaktion oder Fortsetzung zu Reactio ad Reactionem "Der Greif - Götterbote oder unheilige Chimäre?".

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