Auf
meiner Reise durch das Land Lorit bin ich auf eine
der beeindruckensten Rassen und Kulturen gestoßen,
die mir bisher auf meinen Reisen untergekommen ist.
Dem Ulu-Mulus Vulgaris wie er schon zuvor bezeichnet
wurde. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese
Kultur etwas näher kennen zu lernen und ihre
Gebräuche und Verhaltensweisen zu studieren.
Ich startete mehrere Expeditionen
nach Lorit um mehr über diese Wilden zu erfahren.
Die erste war ein absoluter Misserfolg, ein Desaster
um genau zu sein. Es trug sich folgendermaßen
zu: Ich hatte mir für diese Expedition, die meine
erste nach Finsterlorit - wie die Heimat der Ulu-Mulus
genannt wird - sein sollte, einen Geleitschutz von
30 Söldnern im Auftrag meines Collegiums geholt,
denn man weiß ja nie. Tja nun machte ich die
fälschliche Annahme, dass wenn man friedlich
auf diese Wilden zu ginge, sich einfach und zivilisiert
mit Ihnen unterhalten könne. Das war leider ein
Trugschluss was 29 tote Söldner zweifelsfrei
belegen können. Ich entkam nur mit Mühe
den riesigen Keulen der Wilden, die wie ein Horde
hungriger Wölfe über uns hergefallen waren.
Ich wusste zuerst nicht warum, aber irgendetwas gab
Ihnen Anlass, uns anzugreifen. Später erfuhr
ich, dass die Drachen-Runen auf den Rüstungen
der Söldner Schuld waren, denn die Ulu-Mulus
hassen Drachen bis auf den Tod.
Nun wusste ich, dass ich meine Strategie ändern
musste. Zu diesem Zweck holte ich mir 10 der besten
Waldläufer die mein Königreich hervorgebracht
hatte, und befahl ihnen diesen Stamm aus der Ferne
zu beobachten und mir Meldung zu erstatten über
alles was sie dort beobachteten. Sitten und Gebräuche,
mögliche Grußrituale oder sonstiges was
mir helfen könnte ihnen näher zu kommen.
Auch dieser Plan schien nicht sehr gut zu funktionieren,
denn nach zwei Wochen waren nur noch 3 Waldläufer
übrig und diese konnten mir nicht sehr viel berichten.
Sie konnten keine feste Struktur erkennen, es war
fast schon anarchistisch, bis auf zwei Mitglieder
des Stammes die zweifellos einen höheren Rang
hatten als alle anderen. Einer davon musste so etwas
wie ein Stammesschamane sein und der andere eine Art
Häuptling. Weiters erfuhr ich noch dass die Ulu-Mulus
einen Hang zu exzessivem Alkohol Konsum hatten, aber
mehr konnten diese Waldläufer nicht herausfinden.
Die drei Waldläufer, die übrig geblieben
waren hatten mir auch gleich ihren Sold in die Hand
gedrückt und auf schnellstem Weg das Land verlassen.
Nun schrie es förmlich nach einer unkonventionellen
Methode mit diesen Wilden Kontakt aufzunehmen, und
so beschloss ich alleine auf einem Wagen zusammen
mit 5 Fässern bestem Bier, das ich extra von
einer Zwergenbrauerei holen ließ in das Dorf
der Ulu-Mulus zu fahren. Ich hoffte so die Herzen
dieser Wilden für mich zu gewinnen und siehe
da, ich hätte es nicht für möglich
gehalten, aber es funktionierte.
Jeder andere Gelehrte würde
mich des Wahnsinns bezichtigen wenn er von diesen
Methoden erfahren würde, aber so hat es sich
zugetragen. Ich hatte mich schon auf das schlimmste
gefasst gemacht und im Hinblick auf die Verluste die
uns die Wilden zuvor zugefügt hatten war es Wahnsinn
sich nochmals alleine in eines ihrer Lager zu wagen.
Aber mein Forscherdrang und meine Neugier töteten
jeden Funken von gesundem Menschenverstand. So fuhr
ich direkt vor ihr Lager und kaum hatte ich die Worte
gesprochen: „Ich komme in Frieden und ich bringe
euch Bier!“ (Das ich so etwas einmal als erstes
zu einer fremden Kultur sagen würde; wenn ich
jetzt diese Geschichte erzähle kann ich nur herzhaft
darüber lachen.) Im selben Moment fielen mir
die Wilden auch schon um den Hals, brachten mich in
ihr Dorf und ich wurde so herzlich empfangen wie noch
selten in meinem Leben. Ich bekam zu essen und wir
tranken gemeinsam von dem köstlichen Zwergengebräu
das ich mitgebracht hatte. Der größte Vorteil
war, dass die Ulu-Mulus unserer Sprache mächtig
waren, wenn auch nicht sehr gut, aber man konnte sich
verständigen.
Was ich noch als charakteristisches
Merkmal aller Ulu-Mulus festhalten muss ist, dass
sie sehr trinkfest sind. Das musste ich feststellen,
als am ersten Abend unserer Zusammenkunft bereits
alle fünf Fässer restlos ausgetrunken waren.
Doch dieses Ereignis erlebte ich an diesem Tag nicht
mehr, denn alles an das ich mich von dieser ersten
Zusammenkunft noch erinnern kann ist, dass wir Unmengen
von Bier getrunken hatten und das nächste das
ich weis ist, dass ich am nächsten Tag neben
einem Ulu-Mulu Mädchen, die übrigens bei
den Wilden Ichse genannt werden, wieder aufgewacht
bin. Ich hatte schon schlimmste Befürchtungen,
was das für Konsequenzen nach sich ziehen würde.
Musste ich sie jetzt Heiraten oder hatte ich einen
Frevel begangen und ihr ihre Unschuld geraubt? Würde
ich dafür gepfählt, gevierteilt oder noch
schlimmer, würde mir mein Phallus abgehackt werden,
wie es in anderen Regionen meines Königreichs
durchaus der Brauch war. Doch als ich aus der Lehm-Holz-Hütte
heraustrat wurde ich von tosendem Gebrüll und
grölenden Lauten begrüßt und das gesamte
Dorf schien mir zu gratulieren, immer wieder den Ausdruck
„SNU-SNU“ rufend, trugen sie mich wie
einen Helden auf den Dorfplatz.
Noch völlig benebelt von den Exzessen des Vortages
und mit einem leichten Gefühl der Übelkeit
in meinem Magen war ich also in – für mich
- frühester Morgen Stunde, als die Sonne schon
am höchsten Stand in den Rang eines Stammesfreundes
erhoben. Ich bekam meine erste Heilige Magische Kriegsbemalung
von ihrem Schamanen. So rückständig diese
Wilden auch wirken mögen, als ich diesem Wilden
Magier gegenüberstand wusste ich, dass die Magie
der Ulu-Mulus sehr mächtige Erdverbundene Kräfte
in sich birgt. Dieser Schamane faszinierte mich sehr.
Ich beschloss mich eingehend mit Ihm über die
Gepflogenheiten, Sozialen Strukturen und ganz besonders
über Ihre Götterwelt mit ihm zu unterhalten.
Sein Name war Pak-Mar, er war ein Meisterschamane
dieses Stammes, des Schwarzaugenstammes, wir mir später
erzählt wurde. Er führte mich in eine Höhle,
einen halbstündigen Fußmarsch von ihrem
Dorf entfernt. Dort angekommen sprach er noch eine
Art Segen auf mich aus, denn er sagte, dass es einem
Nicht-Mama-Gaia-Geweihten nicht möglich sei diese
Höhle zu betreten. Er nannte sie die Höhle
der Ahnen. Als wir den hohlen Fels betraten erschrak
ich erst, als überall die Fackeln an den Wänden
sich von selbst entzündeten. Wir gingen tiefer
in die Höhle und nach kurzer Zeit waren wir in
einer großen Halle angekommen. Ich staunte nicht
schlecht als ich die Uralten Höhlenmalereien
betrachtete, die die Komplette Höhle ausfüllten.
Sogar an der Decke, die doch an die 10 Meter Hoch
war, waren die Malereien zu finden. Sie Zeugten von
den Vorfahren der Ulu-Mulus und von großen blutigsten
Schlachten gegen riesige Drachen und Dämonen.
Auch einige Kriege gegen Orks, aber auch Menschen
und so ziemlich jedes andere Volk das in diesen Regionen
ansässig ist oder es einmal war. Ich war mir
sicher, diese Malereien waren über einen Zeitraum
von bestimmt einigen Hundert Jahren aufgezeichnet
worden. Ich begann damit mir Aufzeichnungen zu machen
und verbracht einige Wochen damit diese Malereien
zu studieren. |
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Ein Punkt,
der mich besonders faszinierte war der, dass laut
den Aufzeichnungen die Ulu-Mulu eine Mischrasse aus
mindestens drei verschiedenen Rassen sind. Es gibt
Hinweise auf Menschliche, Orkische und sogar Elbische
Abstammung. Ja sogar Dunkelelfenblut soll laut den
Malereien zum Teil in den Adern der Ulu-Mulus fließen.
Das finde ich absolut Erstaunlich. Überhaupt
der Punkt, dass Ihnen anscheinend nur die positiven
Eigenschaften über die Jahre als sozusagen unkontrollierbare,
aber erwünschte Mutationen erhalten geblieben
sind. Ich stellte fest, dass manche Ulu-Mulus im dunkeln
Sehen konnten, andere wiederum waren stark wie ein
Oger und wieder andere besaßen sogar die Fähigkeit
unter Wasser zu atmen. Es war unglaublich. Die Ulu-Mulu
müssen wirklich die Kinder der Erdenmutter sein,
anders kann ich mir das nicht erklären. Nun gut,
ich werde später in meiner Abhandlung noch genauer
auf diese Phänomene eingehen.
Nun aber zu einem weiteren sehr interessanten
Punkt, der Götterwelt der Ulu-Mulus. Es gibt
im Glauben der Ulu-Mulus fünf Hauptgottheiten,
die wichtigste ist für die Wilden natürlich
Mama Gaia, die große Erdmutter. Ihr wird große
Verehrung zu Teil, da sie die mächtigste Göttin
von allen ist. Sie entscheidet über Leben und
Tod, wer wiedergeboren wird und wer sein Leben verwirkt
hat und wieder zu ihr zurückkehren darf und die
Form der Erde annehmen darf. Alles was die Ulu-Mulus
tun, geschieht im Willen der Erdmutter. Die Ulu-Mulus
sehen sich als die Kinder Mama Gaias, und so behandeln
sie auch ihre Mutter dementsprechend dankbar.
Der Namenlose Gott des Feuers und des Krieges. Er
ist im restlichen Lorit als Sofres bekannt und wahrscheinlich
erst während der großen Kriege gegen die
Drachen von den Bewohnern und Templern von Lorit übernommen
worden - Wahrscheinlich vom Orden der Hüter der
Heiligen Flamme - Man findet auch nur wenige Aufzeichnungen
in den Malereien der Ulu-Mulus was darauf schließen
lässt, dass er der jüngste Gott der Wilden
Stämme ist. Wie erwähnt ist er der Gott
des Krieges und des Tötens und die großen
Häuptlinge - die Tar genannt werden - der Ulu-Mulus
werden dem Namenlosen geweiht um auf dem Schlachtfeld
größtmögliche Zerstörung über
den Feind des Stammes zu bringen. Außerdem wird
auch die Kriegsbemalung durch den Gott des Krieges
magisch gemacht und Schützt den Träger vor
Verletzungen.
Weiters kommt dann Mama Lanu die Göttin des Mondes.
Sie ist die Göttin der Magie und der Luft. Auch
aber die Göttin der Hinterlist und Tücke.
Jeder Schamane (oder Mar) wird zu seiner Einführung
in die Schamanistischen Bräuche dieser Göttin
geweiht und gelobt dort all sein Wissen und all seine
Macht zum alleinigen Wohl aller Ulu-Mulus einzusetzen.
Die Ulu-Mulus huldigen Mama Lanu, indem sie Stundenlange
Tranceartige Ritualtänze in Begleitung von großen
Trommeln durchführen. In diesen Tänzen können
den Ulu-Mulus Visionen ihrer Göttin zu Teil werden,
wenn sie Glück haben beantwortet sie ihnen sogar
ein paar Fragen. Ihre Zeichen sind die Reinheit und
Reinigung wie zum Beispiel bei der Menstruationsblutung
einer Frau oder auch alle Magischen Aktivitäten.
Der vierte Gott im Bunde der angebeteten Götter
der Wilden ist der Gott des Wassers und alles Flüssigen.
Papa Fetza wird er genannt und von den Ulu-Mulus hoch
verehrt. Die Ulu-Mulus huldigen ihm in dem sie in
großen Mengen Alkoholische – Wasser-was-macht-schwindlig
- aber auch nichtalkoholische Getränke konsumieren.
Außerdem wird ihm durch alle Arten der Absonderung
von Körperflüssigkeiten gehuldigt worauf
ich jetzt nicht weiter eingehen will. Ebenfalls beten
die Ulu-Mulus durch spezielle Ritualtänze zu
Papa Fetza während starker Regenfälle und
großer Stürme, um ihn zu besänftigen.
Der letzte der fünf angesprochenen Götter
ist der Gott des absoluten Bösen, Papa Natas.
Sein Zeichen sind die Drachen und Echsenwesen die
seit seinem Auftreten in Lorit ihr Unwesen treiben.
Er allein ist der Grund warum die Ulu-Mulus so einen
abgrundtiefen Hass auf alle Drachenwesen besitzen.
Denn sie kämpfen schon seit hunderten von Jahren
gegen die Dienerkreaturen dieser alles vernichtenden
Bösen Kraft. Papa Natas ist der Ursprung alles
Bösen, aber die Ulu-Mulus wissen, dass es nichts
gutes ohne das Böse geben kann und umgekehrt.
Deshalb ist es nicht ihr Ziel alles böse zu vernichten,
sondern lediglich das Gleichgewicht der Kräfte
aufrecht zu erhalten das zwischen Gut und Böse
herrscht. Außerdem weiß jeder Ulu-Mulu,
dass so etwas wie gut und böse reine Ansichtssache
ist.
Soviel zur Götterwelt dieser wilden Kultur. Was
außerdem noch sehr interessant an den Ulu-Mulu
ist, das ist ihre Gesellschaftliche Struktur. Auf
den ersten Blick betrachtet unterentwickelt barbarisch
und ungastlich, aber wenn man sie genauer betrachtet
sowie ich die Gelegenheit dazu hatte, dann merkt man,
dass diese Stämme eine zwar raue aber doch sehr
gastliche und irgendwie familienartige Umgangsform
pflegen. So Teilen die Ulu-Mulus ihr essen und trinken
mit ihren Stammesbrüdern und Schwestern, sie
teilen sich Schlafplatz und sogar Kriegsbeute unter
den Stammesmitgliedern auf. Man sollte jedoch nicht
zu dem Trugschluss kommen, dass es so etwas wie Besitz
in den Reihen der Ulu-Mulus nicht gibt. Es gibt sehr
wohl so etwas wie Besitz. Zum Beispiel darf der Gewinner
eines Zweikampfes auf dem Schlachtfeld alles Behalten
was der Gegner bei sich trug. Außerdem hat jeder
Ulu-Mulu so etwas wie seinen persönlichen Schatz,
der meisten aus einer handvoll Edelsteinen und einigen
Münzen besteht, doch es gibt durchaus auch Krieger
die in ihrer Laufbahn in unzähligen Schlachten
richtige Reichtümer angehäuft haben. Jedoch
hat Reichtum keinen Einfluss auf den Sozialen Stand
innerhalb des Stammes was sehr bemerkenswert ist.
Innerhalb des Stammes handeln die Ulu-Mulus normalerweise
auch nicht mit Gold, sondern mit Naturalien oder Gefälligkeiten.
- Fortsetzung folgt -
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