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    Eine Abhandlung über den Ulu-Mulu
    (Ulus-Mulus vulgaris)



    Die Ulu-Mulus - wenig ist über sie bekannt, doch viele Geschichten existieren über sie, meist Halbwahrheiten und Aberglaube des gemeinen Volkes. Diese Sammlung von Berichten und Abhandlungen, hat es sich zum Ziel gesetzt einen kleines Licht in die finstere Kathedrale des Nichtwissens scheinen zu lassen.


    „Die Hälfte der Nacht war verstrichen und ich hatte gerade mit meiner Schicht der Wache begonnen als ich die Trommeln hörte...(Subjekt hustet unter Krämpfen)...Ein dumpfer Rhythmus, der sich auf uns zu bewegte. Plötzlich waren überall im Dickicht böse, gelbe Augenpaare zu sehen und ein Gröhlen, fast wie ein Chor...(Subjekt beginnt sich unter Krämpfen zu winden. Schweißausbrüche setzen ein)...Ulu-Mulu, Ulu-Mulu, Ulu-Mulu, immer schneller und immer lauter, oh mein Gott...(Subjekt hustet verkrampft und erbricht Blut)...ich konnte mich nicht bewegen. Meine Arme und Beine wollten mir nicht gehorchen. Der Oberst war nicht in der Lage eine Verteidigungslinie aufzubauen, denn vielen anderen ging es genauso wie mir...(Subjekt beginnt zu schluchzen und zu weinen)...Was sollten wir auch tun, unser Führer meinte sie wären uns nicht feindlich gesonnen...und auf einmal hörten sie auf, absolute Stille, nur das knistern des Lagerfeuers und im nächsten Moment waren sie über uns, oh Gott...(Subjekt verliert das Bewusstsein. Stimulatoren werden eingesetzt. Schmerzensschreie)...Ulu-Mulu, Ulu-Mulu, Ulu-Mulu...sie waren überall, darauf waren wir nicht vorbereitet, davon hat mir nie irgendjemand was während der Grundausbildung gesagt, ich will nicht mehr, lasst mich, lasst mich...(Stimulatoren werden eingesetzt. Schmerzensschreie)...Sie töteten den Oberst und die Magier gleich als erstes, wie tollwütige Hunde fielen sie über uns her, Kreaturen, mit gelben Augen, in Felle gehüllt und stark...einer brach Hans einfach entzwei, ein anderer riss mir einfach meinen rechten Arm ab...(Subjekt würgt unter Krämpfen)...sie schleiften die Verwundeten in den Wald, ich hatte mich tot gestellt, darum haben sie mich nicht mitgenommen...ich hab euch alles gesagt was ich weiß, bitte lasst mich, bitte lasst mich, nein, nein, bitte nicht...(Tod des Subjekts tritt ein. Ende des Verhörs)“

    - Verhörprotokoll von Gregor aus der Au, geführt von »Zensur«, am »Zensur«

     



    Aufzeichnungen des Antonius Aldemar
    Entdecker, Gelehrter und Abenteurer
    - 1. Chronik -

    Auf meiner Reise durch das Land Lorit bin ich auf eine der beeindruckensten Rassen und Kulturen gestoßen, die mir bisher auf meinen Reisen untergekommen ist. Dem Ulu-Mulus Vulgaris wie er schon zuvor bezeichnet wurde. Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, diese Kultur etwas näher kennen zu lernen und ihre Gebräuche und Verhaltensweisen zu studieren.

    Ich startete mehrere Expeditionen nach Lorit um mehr über diese Wilden zu erfahren. Die erste war ein absoluter Misserfolg, ein Desaster um genau zu sein. Es trug sich folgendermaßen zu: Ich hatte mir für diese Expedition, die meine erste nach Finsterlorit - wie die Heimat der Ulu-Mulus genannt wird - sein sollte, einen Geleitschutz von 30 Söldnern im Auftrag meines Collegiums geholt, denn man weiß ja nie. Tja nun machte ich die fälschliche Annahme, dass wenn man friedlich auf diese Wilden zu ginge, sich einfach und zivilisiert mit Ihnen unterhalten könne. Das war leider ein Trugschluss was 29 tote Söldner zweifelsfrei belegen können. Ich entkam nur mit Mühe den riesigen Keulen der Wilden, die wie ein Horde hungriger Wölfe über uns hergefallen waren. Ich wusste zuerst nicht warum, aber irgendetwas gab Ihnen Anlass, uns anzugreifen. Später erfuhr ich, dass die Drachen-Runen auf den Rüstungen der Söldner Schuld waren, denn die Ulu-Mulus hassen Drachen bis auf den Tod.

    Nun wusste ich, dass ich meine Strategie ändern musste. Zu diesem Zweck holte ich mir 10 der besten Waldläufer die mein Königreich hervorgebracht hatte, und befahl ihnen diesen Stamm aus der Ferne zu beobachten und mir Meldung zu erstatten über alles was sie dort beobachteten. Sitten und Gebräuche, mögliche Grußrituale oder sonstiges was mir helfen könnte ihnen näher zu kommen. Auch dieser Plan schien nicht sehr gut zu funktionieren, denn nach zwei Wochen waren nur noch 3 Waldläufer übrig und diese konnten mir nicht sehr viel berichten. Sie konnten keine feste Struktur erkennen, es war fast schon anarchistisch, bis auf zwei Mitglieder des Stammes die zweifellos einen höheren Rang hatten als alle anderen. Einer davon musste so etwas wie ein Stammesschamane sein und der andere eine Art Häuptling. Weiters erfuhr ich noch dass die Ulu-Mulus einen Hang zu exzessivem Alkohol Konsum hatten, aber mehr konnten diese Waldläufer nicht herausfinden. Die drei Waldläufer, die übrig geblieben waren hatten mir auch gleich ihren Sold in die Hand gedrückt und auf schnellstem Weg das Land verlassen.

    Nun schrie es förmlich nach einer unkonventionellen Methode mit diesen Wilden Kontakt aufzunehmen, und so beschloss ich alleine auf einem Wagen zusammen mit 5 Fässern bestem Bier, das ich extra von einer Zwergenbrauerei holen ließ in das Dorf der Ulu-Mulus zu fahren. Ich hoffte so die Herzen dieser Wilden für mich zu gewinnen und siehe da, ich hätte es nicht für möglich gehalten, aber es funktionierte.

    Jeder andere Gelehrte würde mich des Wahnsinns bezichtigen wenn er von diesen Methoden erfahren würde, aber so hat es sich zugetragen. Ich hatte mich schon auf das schlimmste gefasst gemacht und im Hinblick auf die Verluste die uns die Wilden zuvor zugefügt hatten war es Wahnsinn sich nochmals alleine in eines ihrer Lager zu wagen. Aber mein Forscherdrang und meine Neugier töteten jeden Funken von gesundem Menschenverstand. So fuhr ich direkt vor ihr Lager und kaum hatte ich die Worte gesprochen: „Ich komme in Frieden und ich bringe euch Bier!“ (Das ich so etwas einmal als erstes zu einer fremden Kultur sagen würde; wenn ich jetzt diese Geschichte erzähle kann ich nur herzhaft darüber lachen.) Im selben Moment fielen mir die Wilden auch schon um den Hals, brachten mich in ihr Dorf und ich wurde so herzlich empfangen wie noch selten in meinem Leben. Ich bekam zu essen und wir tranken gemeinsam von dem köstlichen Zwergengebräu das ich mitgebracht hatte. Der größte Vorteil war, dass die Ulu-Mulus unserer Sprache mächtig waren, wenn auch nicht sehr gut, aber man konnte sich verständigen.

    Was ich noch als charakteristisches Merkmal aller Ulu-Mulus festhalten muss ist, dass sie sehr trinkfest sind. Das musste ich feststellen, als am ersten Abend unserer Zusammenkunft bereits alle fünf Fässer restlos ausgetrunken waren. Doch dieses Ereignis erlebte ich an diesem Tag nicht mehr, denn alles an das ich mich von dieser ersten Zusammenkunft noch erinnern kann ist, dass wir Unmengen von Bier getrunken hatten und das nächste das ich weis ist, dass ich am nächsten Tag neben einem Ulu-Mulu Mädchen, die übrigens bei den Wilden Ichse genannt werden, wieder aufgewacht bin. Ich hatte schon schlimmste Befürchtungen, was das für Konsequenzen nach sich ziehen würde. Musste ich sie jetzt Heiraten oder hatte ich einen Frevel begangen und ihr ihre Unschuld geraubt? Würde ich dafür gepfählt, gevierteilt oder noch schlimmer, würde mir mein Phallus abgehackt werden, wie es in anderen Regionen meines Königreichs durchaus der Brauch war. Doch als ich aus der Lehm-Holz-Hütte heraustrat wurde ich von tosendem Gebrüll und grölenden Lauten begrüßt und das gesamte Dorf schien mir zu gratulieren, immer wieder den Ausdruck „SNU-SNU“ rufend, trugen sie mich wie einen Helden auf den Dorfplatz.

    Noch völlig benebelt von den Exzessen des Vortages und mit einem leichten Gefühl der Übelkeit in meinem Magen war ich also in – für mich - frühester Morgen Stunde, als die Sonne schon am höchsten Stand in den Rang eines Stammesfreundes erhoben. Ich bekam meine erste Heilige Magische Kriegsbemalung von ihrem Schamanen. So rückständig diese Wilden auch wirken mögen, als ich diesem Wilden Magier gegenüberstand wusste ich, dass die Magie der Ulu-Mulus sehr mächtige Erdverbundene Kräfte in sich birgt. Dieser Schamane faszinierte mich sehr. Ich beschloss mich eingehend mit Ihm über die Gepflogenheiten, Sozialen Strukturen und ganz besonders über Ihre Götterwelt mit ihm zu unterhalten. Sein Name war Pak-Mar, er war ein Meisterschamane dieses Stammes, des Schwarzaugenstammes, wir mir später erzählt wurde. Er führte mich in eine Höhle, einen halbstündigen Fußmarsch von ihrem Dorf entfernt. Dort angekommen sprach er noch eine Art Segen auf mich aus, denn er sagte, dass es einem Nicht-Mama-Gaia-Geweihten nicht möglich sei diese Höhle zu betreten. Er nannte sie die Höhle der Ahnen. Als wir den hohlen Fels betraten erschrak ich erst, als überall die Fackeln an den Wänden sich von selbst entzündeten. Wir gingen tiefer in die Höhle und nach kurzer Zeit waren wir in einer großen Halle angekommen. Ich staunte nicht schlecht als ich die Uralten Höhlenmalereien betrachtete, die die Komplette Höhle ausfüllten. Sogar an der Decke, die doch an die 10 Meter Hoch war, waren die Malereien zu finden. Sie Zeugten von den Vorfahren der Ulu-Mulus und von großen blutigsten Schlachten gegen riesige Drachen und Dämonen. Auch einige Kriege gegen Orks, aber auch Menschen und so ziemlich jedes andere Volk das in diesen Regionen ansässig ist oder es einmal war. Ich war mir sicher, diese Malereien waren über einen Zeitraum von bestimmt einigen Hundert Jahren aufgezeichnet worden. Ich begann damit mir Aufzeichnungen zu machen und verbracht einige Wochen damit diese Malereien zu studieren.

     

    Ein Punkt, der mich besonders faszinierte war der, dass laut den Aufzeichnungen die Ulu-Mulu eine Mischrasse aus mindestens drei verschiedenen Rassen sind. Es gibt Hinweise auf Menschliche, Orkische und sogar Elbische Abstammung. Ja sogar Dunkelelfenblut soll laut den Malereien zum Teil in den Adern der Ulu-Mulus fließen. Das finde ich absolut Erstaunlich. Überhaupt der Punkt, dass Ihnen anscheinend nur die positiven Eigenschaften über die Jahre als sozusagen unkontrollierbare, aber erwünschte Mutationen erhalten geblieben sind. Ich stellte fest, dass manche Ulu-Mulus im dunkeln Sehen konnten, andere wiederum waren stark wie ein Oger und wieder andere besaßen sogar die Fähigkeit unter Wasser zu atmen. Es war unglaublich. Die Ulu-Mulu müssen wirklich die Kinder der Erdenmutter sein, anders kann ich mir das nicht erklären. Nun gut, ich werde später in meiner Abhandlung noch genauer auf diese Phänomene eingehen.

    Nun aber zu einem weiteren sehr interessanten Punkt, der Götterwelt der Ulu-Mulus. Es gibt im Glauben der Ulu-Mulus fünf Hauptgottheiten, die wichtigste ist für die Wilden natürlich Mama Gaia, die große Erdmutter. Ihr wird große Verehrung zu Teil, da sie die mächtigste Göttin von allen ist. Sie entscheidet über Leben und Tod, wer wiedergeboren wird und wer sein Leben verwirkt hat und wieder zu ihr zurückkehren darf und die Form der Erde annehmen darf. Alles was die Ulu-Mulus tun, geschieht im Willen der Erdmutter. Die Ulu-Mulus sehen sich als die Kinder Mama Gaias, und so behandeln sie auch ihre Mutter dementsprechend dankbar.

    Der Namenlose Gott des Feuers und des Krieges. Er ist im restlichen Lorit als Sofres bekannt und wahrscheinlich erst während der großen Kriege gegen die Drachen von den Bewohnern und Templern von Lorit übernommen worden - Wahrscheinlich vom Orden der Hüter der Heiligen Flamme - Man findet auch nur wenige Aufzeichnungen in den Malereien der Ulu-Mulus was darauf schließen lässt, dass er der jüngste Gott der Wilden Stämme ist. Wie erwähnt ist er der Gott des Krieges und des Tötens und die großen Häuptlinge - die Tar genannt werden - der Ulu-Mulus werden dem Namenlosen geweiht um auf dem Schlachtfeld größtmögliche Zerstörung über den Feind des Stammes zu bringen. Außerdem wird auch die Kriegsbemalung durch den Gott des Krieges magisch gemacht und Schützt den Träger vor Verletzungen.

    Weiters kommt dann Mama Lanu die Göttin des Mondes. Sie ist die Göttin der Magie und der Luft. Auch aber die Göttin der Hinterlist und Tücke. Jeder Schamane (oder Mar) wird zu seiner Einführung in die Schamanistischen Bräuche dieser Göttin geweiht und gelobt dort all sein Wissen und all seine Macht zum alleinigen Wohl aller Ulu-Mulus einzusetzen. Die Ulu-Mulus huldigen Mama Lanu, indem sie Stundenlange Tranceartige Ritualtänze in Begleitung von großen Trommeln durchführen. In diesen Tänzen können den Ulu-Mulus Visionen ihrer Göttin zu Teil werden, wenn sie Glück haben beantwortet sie ihnen sogar ein paar Fragen. Ihre Zeichen sind die Reinheit und Reinigung wie zum Beispiel bei der Menstruationsblutung einer Frau oder auch alle Magischen Aktivitäten.

    Der vierte Gott im Bunde der angebeteten Götter der Wilden ist der Gott des Wassers und alles Flüssigen. Papa Fetza wird er genannt und von den Ulu-Mulus hoch verehrt. Die Ulu-Mulus huldigen ihm in dem sie in großen Mengen Alkoholische – Wasser-was-macht-schwindlig - aber auch nichtalkoholische Getränke konsumieren. Außerdem wird ihm durch alle Arten der Absonderung von Körperflüssigkeiten gehuldigt worauf ich jetzt nicht weiter eingehen will. Ebenfalls beten die Ulu-Mulus durch spezielle Ritualtänze zu Papa Fetza während starker Regenfälle und großer Stürme, um ihn zu besänftigen.

    Der letzte der fünf angesprochenen Götter ist der Gott des absoluten Bösen, Papa Natas. Sein Zeichen sind die Drachen und Echsenwesen die seit seinem Auftreten in Lorit ihr Unwesen treiben. Er allein ist der Grund warum die Ulu-Mulus so einen abgrundtiefen Hass auf alle Drachenwesen besitzen. Denn sie kämpfen schon seit hunderten von Jahren gegen die Dienerkreaturen dieser alles vernichtenden Bösen Kraft. Papa Natas ist der Ursprung alles Bösen, aber die Ulu-Mulus wissen, dass es nichts gutes ohne das Böse geben kann und umgekehrt. Deshalb ist es nicht ihr Ziel alles böse zu vernichten, sondern lediglich das Gleichgewicht der Kräfte aufrecht zu erhalten das zwischen Gut und Böse herrscht. Außerdem weiß jeder Ulu-Mulu, dass so etwas wie gut und böse reine Ansichtssache ist.

    Soviel zur Götterwelt dieser wilden Kultur. Was außerdem noch sehr interessant an den Ulu-Mulu ist, das ist ihre Gesellschaftliche Struktur. Auf den ersten Blick betrachtet unterentwickelt barbarisch und ungastlich, aber wenn man sie genauer betrachtet sowie ich die Gelegenheit dazu hatte, dann merkt man, dass diese Stämme eine zwar raue aber doch sehr gastliche und irgendwie familienartige Umgangsform pflegen. So Teilen die Ulu-Mulus ihr essen und trinken mit ihren Stammesbrüdern und Schwestern, sie teilen sich Schlafplatz und sogar Kriegsbeute unter den Stammesmitgliedern auf. Man sollte jedoch nicht zu dem Trugschluss kommen, dass es so etwas wie Besitz in den Reihen der Ulu-Mulus nicht gibt. Es gibt sehr wohl so etwas wie Besitz. Zum Beispiel darf der Gewinner eines Zweikampfes auf dem Schlachtfeld alles Behalten was der Gegner bei sich trug. Außerdem hat jeder Ulu-Mulu so etwas wie seinen persönlichen Schatz, der meisten aus einer handvoll Edelsteinen und einigen Münzen besteht, doch es gibt durchaus auch Krieger die in ihrer Laufbahn in unzähligen Schlachten richtige Reichtümer angehäuft haben. Jedoch hat Reichtum keinen Einfluss auf den Sozialen Stand innerhalb des Stammes was sehr bemerkenswert ist. Innerhalb des Stammes handeln die Ulu-Mulus normalerweise auch nicht mit Gold, sondern mit Naturalien oder Gefälligkeiten.

    - Fortsetzung folgt -





     

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