ACADEMIA LIMBOLOGICA publicat
Opus veritatis scientiæque
12. Boron im 32. Götterlauf nach Hal
CLIV. Ausgabe


occulta Traditio universa cuiuscumque existat et existet
Umfassende überlieferte Geheimlehre all dessen, was ist und sein könnte

3. Teil

I Das Eine All

In sämtlichen Überlieferungen der occulta Traditio universa befinden sich - nach den einleitenden Worten des Proems - Abschriften urzeitlicher Stanzen, in Stein gemeißelter Worte früherer Völker und Rassen. Diese Stanzen werde ich im folgenden wortgetreu übernehmen und sie zu explizieren und zu deuten versuchen.

I.1. - Der ewige Allvater hatte die unendliche Ewigkeit im tiefen Schlaf verbracht.

I.2. - Zeit war nicht, denn sie schlief im unendlichen Schoß der Dauer.

I.3. - Der Universalgeist (das Nayrakis) war nicht, denn es gab nichts, in dem er sein konnte.

I.4. - Die göttlichen Wege zur Seeligkeit waren nicht, die großen Ursachen des Leidens waren nicht, denn niemand war da, sie hervorzubringen oder sich in ihnen zu verfangen.

I.5. - Die Ursachen des Daseins, die Elemente, waren nicht.

I.6. - Was sichtbar war und was unsichtbar ist, ruhte im ewigen Sein.

I.7. - Allein vorhanden, erstreckte sich die eine Form des Seins grenzenlos, unendlich, unverursacht und in traumlosem Schlaf, und Leben pulsierte ohne Bewusstsein im universalen Raum - in jener Allgegenwart, die das geöffnete Auge des Los wahrnimmt.

Diese ersten Stanzen treffen, wie wohl nach der ersten Lektüre ersichtlich sein dürfte, Aussagen über den Urzustand der Welt, den Zustand des einen Alls vor der ersten Bewegung, vor dem ersten Frevel (Pralaya) also. Dass ein solcher Zustand nur symbolisch dargestellt, nicht aber beschrieben werden kann, bedarf keiner langen Überlegung. Auch kann er nicht anders als im Negativen symbolisiert werden, denn da es sich um den Zustand von Absolutheit per se handelt, treffen auf ihn keine jener spezifisch positiven Attribute zu, die wir normalerweise benutzen, um die Welt, in der wir leben, zu beschreiben (Worte wie groß, weit, lange etc. würden niemals ausreichen, um diesen Zustand zu beschreiben). Man kann also jenen Zustand nur andeuten durch Benutzung der Negativform all der extrem abstrakten Eigenschaften, die der Mensch als äußerste, mit seinem Vorstellungsvermögen gerade noch erreichbaren Grenzen mehr erfühlen als begrifflich verstehen kann.
In den Stanzen 1 und 7 wird zum ersten Mal die Existenz des Lichtvogels, des Auge des Los erwähnt. Und auch die Wach- und Schlafphasen des Allgottes finden hier erstmals eine Benennung. Die Stanze 2 deutet unverkennbar auf Satinav hin, ohne den Zeit nicht sein kann, der jedoch damals noch im Schoß seiner Mutter Sumu ruhte. Die Stanzen 3, 5 sowie 6 schließen noch einmal explizit die Existenz allen anderen Seins aus, denn Los hatte die Welt noch nicht in ihre Formen, Sphären etc. eingeteilt. Was die Stanze 4 betrifft, so gibt sie mir einige Rätsel auf. Sie spielt in ihrem ersten Teil auf das Nicht-Sein der Götter bzw. ihrer Paradiese ("die göttlichen Wege zur Seeligkeit") an, bleibt aber im zweiten Teil mit den "großen Ursachen des Leidens" unklar - einerseits mögen damit die Dämonen gemeint sein, andererseits aber auch 'nur' Eigenschaften wie Gier, Eifersucht, Bösartigkeit etc.

Bei all den Unterschieden, die vor allem die Götterwelt der uns vorausgegangenen Kulturen und Rassen betreffen, kann man aufgrund der hier vorliegenden Stanzen doch sagen, dass es über die Jahrtausende hinweg eine gemeinsame Entstehungsgeschichte der Welt gegeben hat, die bis in unsere Tage überliefert wurde. Natürlich muss angenommen werden, dass dieses Wissen - ebenso wie in unserer Zeit auch - bei weitem nicht allen damals lebenden oder herrschenden Rassen bekannt war; mehr noch, ich würde sogar so weit gehen zu behaupten, dass es sich bei den Wissenden stets um eine kleine, ausgewählte Gruppe von Bewahrern handelte, die es sich allesamt zu ihrer Lebensaufgabe gemacht hatten dieses Wissen für die Nachwelt zu bewahren.

II All das Eine

II.1. - Aber wo war die Erdriesin, als der Allvater des Universums sich im Zustand des Schlafes befand?

II.2. - Wo waren die Dämonen, die übelsten Söhne des Erwachens im Pralaya (Frevel)?

II.3. - Wo war Stille? Wo Ohren, sie wahrzunehmen? Nein, es gab weder Stille noch Laut, gab nichts, nur unaufhörlichen ewigen Atem, der sich selbst nicht kannte.

II.4. - Noch hatte die Stunde nicht geschlagen; noch war der Strahl nicht in den Keim eingedrungen. In unergründlicher Finsternis und in ihrem Sultan ruhten die Dämonen, die Erzeuger von Form aus dem Formlosen.

II.5. - Sumus Herz hatte sich noch nicht geöffnet, um den einen Strahl eindringen und ihn dann, von der Einheit zur Zweiheit werdend, in den Schoss fallen zu lassen.

II.6. - Noch waren die sieben Sphären nicht aus dem Lichtgewebe geboren.

II.7. - Diese beiden sind der Keim, und der Keim ist letzter Grund für das Sein. Noch war die Welt verborgen im göttlichen Denken und im göttlichen Schoß.

Diese Stanzen beschreiben einen Zustand, der auf den ersten Blick praktisch gleichbedeutend mit dem in den ersten Stanzen scheint - so gleichbedeutend, dass in der occulta Traditio universa eine ganze Abhandlung vorliegt, um die Feinheiten des vorhandenen Unterschieds zu vermitteln. Es muss also an vielen Stellen der Intuition und den höheren geistigen Fähigkeiten des Lesers überlassen bleiben, den Sinn der allegorischen Ausdrucksweise so weit wie möglich zu erfassen.
Was aber gesagt werden kann, ist, dass alleine die erste Erwähnung der Erdriesin Sumu sowie der Dämonen (des Dämonensultans) in einer Fragestellung andeutet, dass diese nun zumindest in Form gedanklicher Fragen oder Vorstellungen - vielleicht aus sich selbst erdacht? - existiert haben müssen. Besonders interessant ist die Stanze 3, in der vom unaufhörlichen Atem (des Los) die Rede ist, der sich selbst nicht kennt. Was hiermit impliziert wird, ist die Unfähigkeit sich selbst zu (er)kennen, solange es nichts außerhalb von einem selbst gibt, solange man also keinen anderen hat, um sich selbst im Unterschied zu diesem wahrzunehmen. In Stanze 4, 5 sowie 7 kann man von einem Strahl lesen, welcher noch nicht in den Keim (oder Schoß Sumus) eingedrungen ist. Diese Worte mögen unter Umständen auf eine (Er)Schaffung oder (Er)Zeugung Sumus hindeuten, entweder aus ihr selbst heraus oder eben doch von Los... Das Lichtgewebe in Stanze 6 scheint mir ein klarer Hinweis auf die spätere Trennung der Welt in seine sieben Sphären zu sein, während der letzte Satz dieser zweiten Stanzen die spätere Teilung der Welt in göttlich denkende (Nayrakis) sowie aus dem Schoß Sumus sprießende Macht (Sikaryan) vorwegnimmt.

III Pralaya - der Keim des Frevels - und die Siebenteilung

III.1. - Die letzte Schwingung der Ewigkeit durchlebt die Unendlichkeit. Die Allmutter schwillt an und entfaltet sich von innen nach außen gleich der Knospe des Lotus.

III.2. - Die Schwingung der Allmutter jagt dahin, berührt mit ihren schnellen Flügeln das ganze Sein und den Keim des Pralaya (Frevels), der in der Finsternis wohnt: in der Finsternis, die über den ruhenden Wassern des Lebens atmet...

III.3. - Dunkelheit verbreitet Licht, und Licht wirft einen einzigen Strahl in die Mutter-Tiefe. Durch den Strahl erbebt das ewige Ei des Lichtvogels und lässt den nicht-ewigen Keim des Pralaya fallen, der sich zum Welten-Sein verdichtet und so alles Seiende ausfüllt.

III.4. - Dann umklammert Los im zornigen Ringen die Allmutter und das Pralaya geschieht zum ersten Mal.

III.5. - Dann fällt der Leib der Urmutter in den Ozean der Unsterblichkeit herab und Land erhebt sich aus dem Wasser.

III.6. - Die Wurzel des Lebens war in jedem Tropfen des Urozeans. Finsternis schwand dahin und war nicht mehr darinnen, als der strahlende Wesenskern sechs innen und eines außen ward.

III.7. - Das leuchtende Ei, das in sich selbst ist, gerinnt und verbreitet sich in die Sphären. Zum allerersten Mal schließt und öffnet es sich erneut.

In dieser dritten Ansammlung von Stanzen wird nun das beschrieben, worauf alles zuvor hinzielt: Die Entstehung Sumus (Stanze 1), die Auswirkungen von Sumus Existenz auf das bisherige Sein (Stanze 2), die Wahrnehmung Sumus durch Los (Stanze 3), das Pralaya, der erste Frevel, nämlich der Mord Los an Sumu (Stanze 4), die Entstehung der Landmasse (Stanze 5), die Siebenteilung der Sphären durch Los (Stanze 6) sowie das Ende des ersten Zeitalters (Stanze 7).
Seltsam mutet jedoch an, dass in Stanze 2 bereits von der Finsternis über den Wassern die Rede ist. Eine Vorwegnahme der Existenz der Dämonen etwa? Vielleicht sogar eine Verbindung Sumus zum Dämonensultan?
Ganz wesentlich sind aber die Stanzen 6 und 7, denn sie beschreiben das Wiedererwachen des Universums zum Leben nach dem Pralaya. Sie entwerfen ein Bild vom Hervorkommen der Sphären aus ihrer Versunkenheit im Inneren des Einen. Es ist dies die früheste und höchste Stufe in der Formierung von Welten oder Sphären.

Mit diesen Einblicken in längst vergangenes, uraltes Wissen möchte ich nun den geneigten Leser in die Stille nach dem Lesen entlassen, jene Stille, die bei den Wissbegierigen und Verstehen-Wollenden eine Phase der Reflexion über das Gelesene und dann eine Phase der Erkenntnis folgen lässt. Vieles von dem mag uns heute nicht mehr stimmig erscheinen, einiges gar absurd und unseren jetzigen Lehren widersprechend, aber dieser Schöpfungsmythos zeigt uns unwiderlegbar, dass er - in gewissen Abänderungen - über die Jahrtausende und durch die Äonen hinweg sowie durch sämtliche herrschenden Rassen hindurch bereits existiert hat und - in vielen Fällen nur an wenige Auserwählte - weitergegeben wurde.

Auf dass uns dies - und vielleicht noch vieles Unentdecktes mehr - unsere Verbundenheit mit uralten Geheimnissen vergangener Völker zeigen möge und uns als eine Vorstufe für ein Wissen diene, welches wir uns im Laufe dieses unseres Zeitalters aneignen müssen, wenn wir als Menschen wahrhaftig teilhaben wollen am Leben (und seinem Bewahren) im Zwölften der Äonen.

adeptus maior Eborëus Zachariad
Schüler des letzten Großmeisters der Academia Limbologica, Erilarion Androstaal,
welcher am Jahreswechsel 30/31 Hal verschollen ist

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Wenn Zaubern nicht mehr hilft...

Eine Abhandlung über das Gebet und seine Wirkung als Einführung der Wochengebete

34. Teil

BORon und HESinde zum Gruße!
BORon nennt man den schweigsamen Gott und so wirft dies auch die Frage auf, ob ein gesprochenes Gebet dem Herrn über die beiden Brüder Schlaf und Tod wohl gefällig sei? Andererseits wird er auch der unergründliche Gott genannt, und wer kann schon wissen, was ihm wohl gefällig ist und was nicht? Ich habe deshalb für diesen nicht immer verständlichen Gott ein Gebet ausgewählt, das zwar aufgeschrieben ist, aber am besten in sich gekehrt und im Geiste rezitiert wird!

Herre BORon, Richter im Tod

Ich weiß nicht wann, ich weiß nicht wo,
doch meine Bitte lautet so:
Gewähre mir ein würdig’ Ende ohne Schmerz
und träf’ mich auch ein Pfeil ins Herz!
Doch mehr noch muss mein Wunsche sein,
dass zu dir geh meine Seele ein,
und keine Mühle der Dämonenplag,
meinen Geist zu quälen vermag!
So gewähre mir vor ew’ger Ruh,
heut’ stillen Schlaf, allein nur Du!

Gebetsanleitung:
Wie der kundige Leser sicher schon erkannt hat, ist dies ein Abendgebet, das am besten direkt vor dem Schlafen gesprochen wird. Auch wenn wohl die meisten Menschen hoffen, dass ihre Zeit auf Dere noch nicht so schnell abgelaufen ist, ist es doch für jeden genauso wichtig, für seinen Tod zu beten.

Argelia von Kuslik, Geweihte der Göttin

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Prüfungsarbeit aus der Facultas Anatomica vitae mortusque, Fachgebiet Beschwörung & Beherrschung

Erneut ist es mir eine außerordentliche Freude unserer geneigten Leserschaft im folgenden einen Artikel präsentieren zu dürfen, welcher die leicht revidierte Fassung einer Prüfungsarbeit an unserer Academia darstellt. Wie bereits im letzten Opus gilt, dass sich die geschätzte Leserin von dieser Arbeit keine hochtrabenden und neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse erwarten mag, sondern anhand dieses Skriptes die Qualität der Arbeiten an der Academia Limbologica ermessen und diese Arbeit im speziellen als Maßstab heranziehen kann. Wir haben uns im folgenden entschlossen auch die responsio corrigens des Meister Barius anzuhängen, auf dass die Leserschaft erfahre, welche Beurteilung einer solchen Arbeit zugekommen ist. Somit bleibt mir nur noch viel Vergnügen bei der Lektüre zu wünschen:

Beschreibe die Materialien, die für die Beschwörung eines jeden daimonischen Wesens deiner Meinung nach ESSENTIELL sind.

Die Invocatio eines Dämons ist eine komplexe und schwierige Angelegenheit, der ich mich in dem folgenden Script widmen möchten. Zuvor sei jedoch gesagt, dass ich von jeglichen moralischen und persönlichen Ansichten fern bleiben möchte, denn schließlich weiß ein jeder götterfürchtige Bürger, dass es sich hierbei um die dunkelste aller Künste handelt, welche zu den genauen Gegenparten der Zwölfe führt und somit direkt in die Verdammnis – wenngleich die Theorie durchaus interessant bleibt und ich die Kunst der Daimonologica für eine der höchsten halte. Von derlei Gerede, ob es nun Beschönigung oder Mahnung ist, will ich jedoch Abstand halten und ganz objektiv vorgehen.

Die Observatio daimonologica lässt sich nicht allein in einem stillen Kräutergarten vollführen, für die gerechte Invokation eines Dämons seien vielerlei Aspekte beachtet und mit in die Tat einbezogen, denn jeder kleinste Fehler kann nicht allein an das gesundheitliche Wohl des Zaubernden gehen, das Seelenheil dieses Beschwörers ist ebenso gefährdet.
Zunächst muss die Domäne des zu beschwörenden Dämons festgestellt werden. Wenn ich nämlich den Schriften des Degillius recht folge, dann sollte für das niederhöllische Wesen eine Art heimliche Situation geschaffen werden, zum einen grotesk dieser Vergleich, zum andern einleuchtend, denn dies soll die Aggressionen der Wesenheit besänftigen und weiters das seinige dazu beitragen, dass der Dämon gefügig wird.
Da man Dämonen gewissermaßen auch den Elementen zuordnen kann, wenngleich es ein weiteres Thema ist, das es auszuweiten gilt, sollte bei der Invocatio auch jenes beachtet und in die Tat miteinbezogen werden.
Im Falle eines Feuerdämons ist es wohl anzuraten in der Nähe des Beschwörungszirkels, dessen idealen Aufbau ich zugleich schildern werde, eine offene Flamme zu positionieren und sich möglichst in rotfarbenen schrillen Tönen zu kleiden. Auch sollte der Gegenpart des Elements, in unserem Falle aqua, in Gedanken mit einbezogen werden. So gilt es zu vermeiden, dass sich solchiges in Sichtweite befindet.
Bei Dämonen, die einer Domäne entspringen, die vielleicht gar mehreren Elemente zugeordnet ist, wie es beim Nachtdämon pro exemplo zutreffend ist, gilt es mögliche elementbezogene Essenzen entweder bewusst ausgeglichen zu vergegenwärtigen oder ganz auf solche zu verzichten.
Etwaige Sternkonstellationen, oder gar keine, wie etwa bei der namenlosen Sternenleere, können sich ebenso positiv wie auch negativ auf die Beschwörung einer niederhöllischen Wesenheit auswirken.
Allgemein gilt zu sagen, dass keine Beschwörung je gelingt, so sie unter Praios strahlendem Antlitz stattfinden soll.
Doch nun zum Aufbau und der Beschreibung des Beschwörungszirkels. Zufürderst gilt es einen rechten Standort für denselbigen ausfindig zu machen, hier sollten Element- und Domänenzugehörigkeit berücksichtigt werden. Der Untergrund spielt zwar keine überaus wichtige Rolle, doch können sich etwaige Gesteine und Erze durchaus bemerkbar machen. So ist eine Anrufung auf magischem Gestein wohl nur förderlich, auf Basalt und dem noch antimagischeren Koschbasalt jedoch nur abzuraten.
So gilt es sich zu entscheiden, ob man denn als Symbol den fünfeckigen Stern, das Pentagramm, das siebeneckige Heptagramm, das dreizehneckige Tridecagramm, oder gar noch komplexere Symbole zu wählen bereit ist.
Das Symbol sollte mit reinweißer Kalkkreide gemalt werden, der Stand der Sterne erörtert und die Ecken an jenen angepasst werden. In den Zwischenräumen sind die Zeichen der Elemente, der Dämonenname, wie auch eine Beschwörungsformel in den Zeichen des Zahjad verfasst. Als der wichtigste Bestandteil des Symbols sei jedoch der Bann- und Schutzkreis genannt, der das Portal, welches in die Siebte Sphäre geöffnet wird, abgrenzt und nur dem gerufenen Wesen Zugang ermöglicht.
Weiters natürlich die Kerzen, die an den Ecken des Symbols positioniert werden sollten, die quasi den Balken des Portals darstellen; wie bereits erwähnt, sollte eine offene Flamme keinesfalls bei wasserelementaren Dämonen Verwendung finden.
Blut sei als eine weitere wichtige Essenz genannt, denn in ihm liegt die Seelenkraft alles Lebenden, nach dem die Niederhöllischen gieren. Sollte diese Essenz gar von Magie durchflossen, wie es bei allen arkan begabten Wesen der Fall ist, so erleichtert es dem Dämon die verwobenen Strukturen der Matrix und des Limbus zu durchstoßen und einzugreifen in das Leben der 3. Sphäre. Die dem Blut enthaltene ruhende und reine Kraft lockt die dämonische Wesenheit und mag ihr gar als Opfergabe dienen.
Ob dies dabei essentiell ist, mögen die großen Beschwörer ermessen, mit Sicherheit mag eine Opfergabe hilfreich sein bei der Anrufung und folgenden Beherrschung eines einfachen oder gar gehörnten Dämons.
Eine solche Opfergabe reicht von einer mit Blut gefüllten Schale bis wahrhaftigen Jungfrauen, in denen der Götter Kraft noch am reinsten ist und somit als Bezugspunkt des Hasses und aller Zerstörungskraft des Dämons dient.

Vorgelegt von Ucurian ya Enstronzo

Kommentar und Beurteilung durch Meister Barius:
Im ersten zu sagen gilt, dass es mir dünkt, der Eleve hat sich ausführlich mit der Materie beschäftigt und die wichtigsten Voraussetzungen für eine grundlegende Beschwörung erklärt ohne dabei zu vergessen, dass noch weitere spezifische Maßnahmen nicht zu unterlassen sind, um sein Seelenheil potent zu schützen. Diese waren jedoch nicht Gegenstand der Frage und werden ausführlich in meiner eigenen Artikelreihe „De Natura Daimonii“ behandelt, wozu ich dem Eleven des weiteren anraten will sich damit auseinanderzusetzen.
Darum wäre die Antwort des Eleven als zufriedenstellend zu bewerten.

Des weiteren will mir doch noch das eine oder andere ein zu Klärendes sein:
Ad primum: den Begriff des Feuerdämons gibt es nicht, es gibt lediglich elementare Konjugationen, die sich des Feuers bei ihrer Manifestation bedienen, der Dämon selbst jedoch ist als gegenstandsloses inneres der Flamme zu erkennen.
Ad secundum: Es ist falsch, dass Blutmagie in jedem Fall bei Beschwörungen zu benutzen ist: Um die Sphären zu durchstoßen sollte stets die Kraft des Magiers selbst ausreichen, da in jedem Fall die immense Energie des Blutes nicht genügend kontrolliert werden kann und besondere Gefahren mit sich bringt. Mehr dazu in meiner eigenen Artikelreihe: „Der Weg des Blutes“ und „Die Schwarze Essenz“.
Allerdings eignet sich Blut hervorragend als Lockstoff und Fügungsmittel für Daimonii und als Machtfokus für die Beherrschung. Dies jedoch trifft nicht auf alle Klassen von Daimonii zu und in meiner eigenen Artikelreihe „De Natura Daimonii“ gehe ich auch sehr genau auf die Verwendung von Schwarzer Essenz, der einzigen wissenschaftlich vertrauenswerten Form der Blutmagie bei Beschwörungen ein.

Meister Barius

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In dieser Ausgabe

Impressum

Publiziert von der Academia Limbologica
Der Opus im Schwarzen Limbus
* Markus Penz
12.5.2002

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