Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

22. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Licht und Schatten

Nichts existiert ohne Gegensätze, so mussten viele Abenteurer erkennen. Doch was wäre wenn einer dieser Gegensätze aus seinen Fugen geriet und sich gegen uns wendet oder vielleicht sogar ganz verschwindet? Jedenfalls existiert nichts ohne das Gute, ebenso nichts ohne das Böse.

 

Grundsatz

Wir kennen ihn, den ewigen Krieg zwischen Gut und Böse. Jedoch nehmen wir einmal an das Böse würde verschwinden. Oder lasst uns ganz von Anfang beginnen. Was würde passieren wenn das Gute gewinnt? Was stellt eigentlich Gut dar? Das Gute kämpft für die Rechte und die Freiheit sowie den Reichtum und das Glück aller Leute während man so sagt, dass das Böse genau das Gegenteil dessen macht. Doch kämpft das Böse nicht genauso für uns, um Macht über uns zu erlangen?

Das Gute

Das Licht überrannte das Land und überzog es mit Frieden. Weite, grüne Ebenen entstanden, durchzogen von großen Bächen aus Honig. Die Bienen summten laut und die Vögel flogen. Die Pferde grasten. Alles war Leise und friedlich. Doch was täten wir mit diesem Frieden? Mit Frieden wäre es langweilig, nichtsdestotrotz wünschen wir ihn herbei. Doch wieso können wir keinen Frieden schaffen? Weil das Gute existiert! Wir müssten das Böse besiegen, um das Gute zu töten und alles würde sich wiederholen. Denn ohne Böses würde das Gute nicht mehr gebraucht und ohne Frieden existiere keine Angst, keine Furcht unsere Worte wären falsch, deshalb gibt es gute Menschen, die gute Worte unterstützen. Menschen reden gut aus Überzeugung, jedoch, in diesem Aspekt betrachtet, ist denn nicht das Böse gut? Es bewahrt uns vor schlimmerem. Doch was ist so schlimm, dass wir es nicht sehen wollen?

Das Ende

Das Ende aller Tage, es endet mit der Schlacht zwischen PRAios und dem NAMenlosen. Das Feuer wird hell am aventurischen Praioshimmel stehen, während die Drachen das Land überrennen und alles unter sich vernichten. Doch was passiert danach? Wenn das Gute siegt, wird es nur Frieden geben, doch wenn das Böse siegt, wie kann es dann Krieg geben? Niemand ist bereit für Nichts zu kämpfen. Der Sinn im Leben eines Kriegers, Magiers, Novadis, Zwergen oder wie auch immer ist es zu leben, doch wie kann man in völligem Frieden oder Krieg leben? Der Frieden bring Stillstand mit sich, niemand bräuchte sich mehr sorgen. Der Tod bringt Verlust mit sich, alles würde ein Ende nehmen, und dies ist nicht Ziel unserer Aussage.

Die Frage

Warum wir keinen Frieden haben? Weil wir Böses haben. Aber ich denke, niemand von euch will unter diesen Umständen Frieden mit der Welt. Ohne Tod wäre die Welt nicht Avnturien. Und ohne Aventurien hätten wir nichts. Und wenn nichts ist, dann ist dies das Ende. Nun warum leben wir? Man könnte PRAios zum Vorwurf machen, dass wir Arbeitstiere des Staates sind, doch dies ist auch so nicht korrekt. Wir leben, um unseren Willen zu haben. Dies macht alles so einzigartig. Ohne unseren Willen könnten wir unser Aventurien nicht gestalten. Jeder Baum, jeder Ast gehört uns. Wir können entscheiden, ob wir den Baum zerstören oder stehen lassen. Auf gleiche Weise beeinflussen wir auch das Leben anderer. Und diese Sache, wenn sie auch von den Meisten unbemerkt ist, ist es, was unserem Leben einen Sinn gibt. Es sind nicht Kämpfe zwischen Leben und Tod. Es ist die Art etwas zu tun. Ob man etwas tut, und wie gut oder schlecht man es macht ist gleich. Es zählt nur vor den Zwölfen, ob man etwas getan hat, und damit etwas zu ihrem Schaffen beigetragen hat. Und dieser zerstörte oder in Ordnung belassene Baum wird alle, die an ihm vorbei gehen, unbewusst an uns erinnern. Und er wird das Leben, Licht und Schatten, Gut und Böse, den Sinn seines Seins verstanden haben. Gut und Böse spielen hierbei nur die Rolle des Neutrals, damit wir über unser Schaffen nachdenken.

Gabriel Schattenherz, Paladin der Zwölf und Schlächter alles Bösen

Erschienen in Opus no. 52 am 30.1.2000.

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