Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

26. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Reactio ad »De Daimonibus«
(Opus no.77)
et ad »Reaktion auf den Artikel De Daimonibus«
(Opus no. 78)

von Thundar Hurlemanoff

Zunächst einmal muss ich leider auf die Reaktion meines - von mir persönlich sehr hochgeschätzten und verehrten - Collega Pyriander Di Ariarchos eingehen. Zunächst hielt ich es für einen Scherz des zuständigen Redakteurs, der mir auf meine Nachfrage, ob denn jemand den Autor des Traktates De Daimonibus in die Schranken weisen werde, versicherte, dass Spektabilität Di Ariarchos persönlich dies in der nächsten Ausgabe des Opus tun werde.
Da ich voll und ganz auf die Bildung und Eloquenz des mir persönlich bekannten Collega vertraute, verzichtete ich meinerseits auf eine Stellungnahme. Es zeigte sich aber, dass Pyriander Di Ariarchos augenscheinlich erstens über den offensichtlichen Schwachsinn dieses Artikels zu erregt und andererseits wahrscheinlich mit Arbeit überlastet war - wie sonst sollte man sich die in einigen Punkten doch mehr als unzureichende Antwort bei einem so gebildetem Mann erklären!
Allein die Aussage, dass "...in ... Globulen auch andere Götter existieren können. Und deswegen auch andere Dämonen"!
"...und die siebte Chaos und Brodem, denn wie die erste Sphäre Eins war und ohne Ausdehnung, so war die siebte Sphäre alles und ohne Grenze." (Offenbarung des Nayrakis) und ebendort weiter "So man die Sphären und den Limbus von innen betrachtet, mag man erkennen, dass das, was wir die Siebte nennen, gar keine Sphäre ist, sondern all jenes, was außerhalb der Sphären." Und etwas später: "Also ist es: Die Siebente kennt keine Ausdehnung und kein Maß, nicht in Raum und nicht in Zeit, denn sie war vor LOS, und es ist sein Werk, dass es der Sphären sechse gibt, welche uns beschützen vor der Siebenten." So aber die Dämonen - was nach allgemeinem Consensus so ist - die siebente Sphäre bevölkern, die alles ist, was außen ist, so müssten selbst wenn - ihr Zwölfe verzeiht diesen Gedanken - ein anderer Schöpfer neben LOS auch Sphären geschaffen hätte - was unmöglich ist, denn LOS ist einzig - doch die Kreaturen der Niederhöllen die gleichen sein (soweit man bei ihnen überhaupt von gleich reden kann). Denn sie befänden sich in jedem Falle innerhalb der äußersten Sphäre dieser Schöpfung.

Bestürzt hat mich auch, dass Seine Spektabilität augenscheinlich dem Irrglauben der Magierphilosophie anhängt - warum sie ein Irrglauben ist, werde ich später versuchen dem geneigten Leser darzulegen. Anders kann ich mir jedenfalls die Aussagen zur "Macht eines Gottes" nicht erklären.

Ebenfalls zumindest ungeschickt, wie Di Ariarchos das Konstrukt - fast möchte ich sagen Scholarenbosperano - des Dämonensultans heranzieht. Kontert er doch so die "lächerliche Thesis" mit einer nicht minder lächerlichen.

Zu guter letzt möchte ich Spektabilität Pyriander Di Ariarchos noch darauf hinweisen, dass in dem bewussten Artikel nicht nur die Kirche des PRAios angegriffen wird, sondern vielmehr alle Zwölf Götter, unser gesamter Glaube, ja sogar der Schöpfer selbst und mit ihm die Schöpfung als solches. - Interessanter Gedankengang übrigens, dass ein Mensch als Teil der Schöpfung in einem Traktat vehement Wert darauf legt nichts unversucht zu lassen um "sich selbst ans Bein zu pinkeln" (der thorwalsche Ausdruck sei mir an dieser Stelle verziehen). Womit wir auch gleich eine Überleitung zum Urheber des ganzen Ärgernisses gefunden hätten:

Um es dem geneigten Leser leichter zu machen die Aussagen zu vergleichen, nehme ich in der Reihenfolge, in welcher der Autor seinen Artikel verfasste, Stellung und verwende die selben Unterteilungen.

Praefactio:
Aus dem letztem der oben zitierten Abschnitte aus der Offenbarung des Nayrakis geht eindeutig hervor, dass LOS die sechs inneren Sphären im Gebiet der Dämonen schuf. Was aber ist die Reaktion eines Herrschers, dessen Gebiet teilweise von einem "Eindringling" besetzt wird?
Da LOS und SUMU als einzige durch das Chaos und den Brodem dessen, was wir jetzt die siebte Sphäre nennen, zogen, müssen sämtliche Globulen in den sechs inneren Sphären enthalten sein - somit gibt es auch nicht mehrere Angriffspunkte. Außer natürlich es gäbe Globulen der sechsten Sphäre, die weitere Untersphären mit einem anderem "Alveran" als "Verteidiger" enthielten - was aber entschieden in den Bereich der Gedankenspinnerei ohne Grundlage zu verweisen ist. Alle weiteren Spekulationen dazu sind also hinfällig! HESinde möge mir vergeben überhaupt solche Gedanken zu entwickeln!

Ad Primum: Vom Wesen der Götter
Mal abgesehen von dem hochtrabendem Titel - das Wesen der Götter in knapp 13 (!) Zeilen darstellen zu wollen, erscheint doch etwas überheblich!
Unabhängig davon, ob es sich um Astrale Energie handelt - Fakt ist, dass die Götter diese ihren Dienern in beträchtlichem Maße zur Verfügung stellen können und dies auch tun. Ebenfalls Fakt ist, dass die Götter jederzeit auf Dere eingreifen können - ohne Hilfe von innen.

Ad Secundum: Vom Wesen der Daimonen
Niemals hat man erlebt, dass die Dämonen dem, der sie rief, wirklich Kraft zur Verfügung stellten. Sie geben verbotenes Wissen, aber die benötigten Energien muss der Magus schon selbst aufbringen. Es mag sein, dass er weniger Kraft benötigt, aber er braucht stets die eigene, geliehene oder geraubte. Ebenfalls Fakt ist, dass Dämonen keineswegs nach Belieben auf Dere eingreifen können. Sie brauchen Hilfe - diese ach so mächtigen Wesen brauchen einen Kulturschaffenden, ein Mitglied der Schöpfung, jemanden, der sie heimlich hereinlässt in die Feste, die sie berennen... Man möge dem Autor diesen polemischen Ausbruch nachsehen.

Ad Tertium: Von der Macht der Götter und Daimonen
Einmal davon abgesehen, dass es den Göttern - wie Pyriander Di Ariarchos völlig korrekt schreibt - anscheinend zwar Mühe, aber keine Probleme bereitet sogar Erzdämonen vom Antlitz Deres zu tilgen. Ebenfalls davon abgesehen, dass die Dämonen nicht aus eigener Kraft eindringen können. Abgesehen davon, dass sie ihren Dienern keine Kraft - in welcher Form auch immer - zur Verfügung stellen können. Und abgesehen davon, dass es müßig ist Kräfte zu vergleichen, für die wir kein Maß haben. Einmal ganz von diesen Dingen abgesehen - und ich will auch nicht noch einmal auf die "1000-Fronten-Theorie" eingehen. Was, wenn wir das also alles außer Acht lassen, was, so frage ich, was benötigt mehr Kraft, Stärke und Weisheit: Aus einem Baum Kohle zu machen oder aus Kohle einen Baum entstehen zu lassen. Und bitte kommt mir jetzt nicht mit solchen Banalitäten und Spitzfindigkeiten wie "Kohle ist ein ausgezeichneter Dünger". Es geht nicht um den Dünger sondern um den Samen!

Ad Quartum: Vom Verhältnis der Götter und Daimonen
Ich verweise auf die Aussagen unter Praefactio um die Frage nach dem "Warum" zu beantworten.

Ad Quintum: Von der Historie der Götter
Primo ist es mir neu, dass Satinav (immer noch) als Gott gezählt wird. Secundo wage ich getrost zu bezweifeln, dass der Autor das Liber Zhammoricam (so er es überhaupt jemals gelesen hat) wahrlich verstanden hat. Es stützt nämlich die sogenannte Magierphilosophie in keinster Weise, sondern mit der Hilfe dieses Werks lässt sie sich vielmehr widerlegen. Aus der Tatsache, dass die Hochkultur der Echsen einige mächtige Wesen - die sehr viel ihrer Macht eingebüßt haben - als Götter kannten und anbeteten, zu schließen, dass fehlende Anhänger den Machtverlust der selben bis hin zum "sterben" bedeutet, ist ein weitverbreiteter Trugschluss. Es gibt mehrere Spalten, in die man die "Echsengötter" einteilen kann, wenn man sie nach ihrer momentanen Macht einteilt. Da wären zunächst einmal die Göttinnen HESinde und TSA, die auch von den Echsenwesen richtig als Göttinnen erkannt wurden. Sie sind "immer noch" Göttinnen (mögen SIE mir diesen Ausdruck vergeben). Sodann solche Wesen wie Satuaria oder Satinav, die zwar wohl ihre Macht behalten haben, aber von uns nicht als Götter gesehen werden. Dann Pyrdacor, der seine Macht mit seinem Karfunkel verlor. H'rangar oder auch Charyb'yz, die wir als Erzdämonin erkannt haben. Und zu guter letzt einige der sogenannten sterbenden Götter, die überhaupt keine Macht mehr besitzen und wofür wir die wahren Gründe nicht kennen - waren es einfach mächtige Sterbliche Wesen oder haben sie wie Pyrdacor einen entscheidenden Kampf verloren? Ein breites Spektrum an Macht dafür, dass offensichtlich von der Zahl oder der "Glaubensintensität" der entsprechenden Anhänger unabhängig zu sein scheint.

Conclusio
Lassen wir uns gedanklich doch einmal auf das Experiment ein, dass Anhänger Macht bedeuten, also Glaube Macht ist. So frage ich mich: Wer glaubt denn nicht an die Erzdämonen? Und an ihre unendlichen Heerscharen? Jedes Volk kennt sie, fast jedes Lebewesen fürchtet sie. Ich möchte in diesem Zusammenhang die Lektüre des Traktats "Die Angst" empfehlen, in dem es Archon Megalon (von dessen Methoden ich mich hiermit deutlich distanzieren möchte) zweifelsfrei nachzuweisen gelingt, dass Angst fast die sprichwörtlichen Berge versetzen kann. Somit wäre also - unter dem Zugeständnis der Richtigkeit der "Magierphilosophie" die Machtquelle der Dämonen geortet und die Conclusio ad absurdum geführt.

Mir bleibt allein dem Autor dringend anzuraten sich entweder eine Beschäftigung zu suchen, die seinem Intellekt angemessener ist (Holzhacken zum Beispiel), oder aber sich in die Ruhe und Abgeschiedenheit eines Klosters der Hl. Noiona zurückzuziehen und dort seine Theorien weiter zu entwickeln.

Magus Thundar Hurlemanoff
Absolvent der Academia Arcomagica
Scholaque Arcania Puniensis
- zur Zeit auf Reisen -

von: Florian Kreuzinger
Erschienen in Opus no. 79 am 22.10.2000 als Reaktion oder Fortsetzung zu Reaktion auf den Artikel: De Daimonibus.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Reactio ad "De Daimonibus".

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