Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

21. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

Titelblatt
Compilationen
- Artikel hinzufügen
Archiv
Compages
Suche
meistbetrachtete Artikel
zufälliger Artikel
Umfragen
Redaktion

Menü verstecken


Besinnet Euch!

Einst ging ich in jungen Jahren zu meinem Meister Salman, denn ich hatte Zweifel an der Vollkommenheit der übermittelten Schriften, so stand in den "Annalen des Götteralters", dass PRAios einst die Seinen fragte: "Wo bist Du?" lange bevor ER ihnen ihren Platz in Alveran oder auf Deren zuwies, aber wenn PRAios jedem in sein Herz schauen kann und weiß darob der Zweifel und Schatten in der menschlichen Seele, warum fragt er ihn dann noch?
Meister Salman lächelte und sagte: "Zu jeder Zeit fragt PRAios jeden Menschen, wo er stünde. Soundso viele Tage und Jahre sind vergangen in deinem Leben und wo bist du da angekommen und wo stehst du?"

Nach vielen Jahren des Studium verstehe ich nun diese Stelle in der Schrift und auch den Kommentar meines Meisters. Denn wenn PRAios so fragt, will er von ihm nicht etwas wissen, was er ohnehin schon weiß, sondern er möchte im Herzen der Menschen was bewegen. Er verlangt, dass wir uns ans Herz fassen und ehrlich uns eingestehen, wie wir die Jahre verbracht haben, wie wir lebten und was wir taten. Aber allerorten und allerzeiten lauschen wir nicht dieser Frage und verstecken uns vor Ihr. Und je mehr wir dieser Frage ausweichen und uns in der Verkehrtheit unseres Tuns verstricken, um so weiter flüchten wir vor der Wahrheit und der Befreiung aus dem Jammertal der Selbstlügen und Falschheiten. Und da PRAios alles sieht und weiß, verstecken wir uns nicht vor ihm und der Frage, sondern in Wahrheit vor uns selbst und wagen es nicht uns selber ins Angesicht zu schauen und uns die Wahrheit einzugestehen.
Die Fragen des Herren PRAios sind kein tosender Schwall von Worten, sondern ein schwebendes Schweigen, es ist leicht zu betäuben aber es ist immerdar und wir sollten es erhören und uns ihm stellen. Denn solange wir dies nicht tun, ist das Leben kein WEG und hat auch kein Ziel.
Und so stellet euch die Fragen: "Wo bist du?"
Woher kamst du?, Wohin gehst du? und Wer sind die über dir?
Es gibt eine dämonische Frage, die diese Fragen äfft, denn ein Dämon sagt sogleich hinterher: "Von diesem Versteck führt kein Weg heraus und keiner zurück. Und dies führt zur falschen Selbstbesinnung, denn die Umkehr ist anscheinend unmöglich und der Mensch vermag nur noch mittels dämonischen Hochmuts weiterzuleben, des Hochmuts des Verkehrtlebens. Gebt euch diesem nicht hin, der Herr PRAios ist gerecht und der Reuige und jener der sich der Wahrheit stellt wird Anteil haben am Paradies des PRAios.

Ew. Hochwürden
Praiodan Greif
Inquisitor der Heiligen Kirche des PRAios

von: Tobias Milbrett
Erschienen in Opus no. 94 am 4.2.2001.

Suche in 575 Opus-Artikeln

ein oder mehrere Begriffe
alle Artikel anzeigen

Der Schwarze Limbus Nachricht an die Autoren (c) 1998-2006 Spielerverein der Freunde des Gepflegten Rollenspiels