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Der Schwarze Limbus    

22. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Die Schwarze Essenz – partum II

Ad Secundum: Erste Anwendung: Die Rituale des Geistes

Als erstes brachte mir der Schamane bei, dass es mit Hilfe der Essenz möglich ist seinen eigenen Geist vom Körper zu befreien und dadurch Dinge zu sehen, die zu sehen man ansonsten nicht in der Lage ist. Für all diese Rituale ist es nötig die Essenz (ca. einen Fingerhut voll) in einer Schale zu entzünden und sodann den Rauch langsam und tief zu inhalieren, bis sich vor den Augen Bilder und Gestalten zu formen beginnen.
Auf diese Weise war es mir möglich, indem ich von einem frisch verstorbenen Blut entnahm, die schwarze Essenz daraus bereitete und entzündete, in dessen letzte Erinnerungen bevor er starb Einsicht zu gewinnen. Doch kann man, wie ich mit der Zeit herausfand, nicht nur die letzten Erinnerungen sehen, nein, man kann beinahe beliebig weit in die Vergangenheit dessen gehen, dessen Blut man verwendet. Nur scheinen die Bilder immer unrealer und verworrener zu werden je weiter man sich von der Gegenwart entfernt. Auch scheint eine große Gefahr in diesem Ritual zu liegen: Je länger und intensiver man in die Geisteswelt des zu Untersuchenden eindringt, desto mehr entfernt man sich von der Realität und riskiert den Weg zurück in die selbe zu verlieren. Auch in die Erinnerungen eines Lebenden sollte man mit dieser Technik eindringen können, vielleicht sogar in Erinnerungen, die ihm selbst verborgen scheinen (bei einem Lebenden ist es aufgrund der guten Flüssigkeit des Blutes nicht nötig die Organe zu zerstampfen – ein wenig seines Blutes mittels Aderlass gewonnen sollte für die Herstellung der Essenz genügen). Mit besonderer Konzentration mag es sogar möglich sein dem Patienten Mitteilungen auf diesem Wege zu senden oder ihm vielleicht sogar Dinge in den Kopf zu setzen, die er selbst zu tun gar nicht vorhatte. Zu diesem Zwecke, so kam ich zur Erkenntnis, sollte man die Essenz jedoch noch mit einer weiteren Ingredienz versehen: Ilmenblätter, um Gedanken zu übermitteln, und einen Schuss Schlangengift, um Befehle zu erteilen.

Ad Tertium: Das Ritual des Lebens

Auch ist es mit der Essenz möglich die aus dem Leben eines Menschen befreite Energie wieder zurück in Leben zu verwandeln:
Bestreicht man die Wunden eines Verletzten mit der Essenz, nachdem man die selbe mit zwei Wirselkräutern behandelt hat, schließen sich die Wunden in kürzester Zeit und der Patient erholt sich zur Gänze. Einzige Nebenwirkung: Es verbleiben stets hässliche Narben, manchmal gar seltsame Auswüchse.
Auch ist es möglich durch oralen Konsum mit Echsenspeichel zusätzlich behandelter Essenz eine längere Nahrungskarenz zu überstehen und die Ausdauer eines Menschen zu steigern.
Ist der Patient vergiftet, so bestreiche man die Gifteintrittsstelle mit Essenz, nachdem man die selbe mit etwas Schlangengift (vorzüglich das einer Viper) behandelt hat und sie wird das gesamte Gift aus dem Körper des Patienten in sich selbst aufnehmen. CAVE: Die Essenz ist danach mit dem selben Gift getränkt zuzüglich des Schlangengiftes, das sie selbst schon enthält, und ist somit schnell von der Wunde zu entfernen und zu vernichten, auf dass niemand davon mehr schaden nehmen kann, obwohl...

Ad Quartum: Das Ritual der Verwandlung

Ich selbst bin nach intensiven Forschungen auf dem Gebiet der Chimärologie zum Schluss gekommen, dass zur Erschaffung von Kreaturen die Essenz sich vorzüglich als Paraphernalium eignet. Mir scheint gar sie ist neben dem Tarnblatt die zweite von mehreren Ingredienzien in Zurbarans Elixier.
Versetzt man sie nun mit einem Tarnblatt, zermahlen versteht sich, und bestreicht man den Körper eines Mannes mit der sich ergebenden Paste, nimmt dieser, nachdem die Paste getrocknet ist, man glaubt es kaum, zur Gänze die Gestalt dessen an, von dem das Blut stammte. Und zwar solange, bis die Paste wieder vom Körper gewaschen wird, wobei der letzte, an dem ich selbst es versuchte, nie wieder zur Gänze seine alte Gestalt erlangte...

Ad Quintum: Die Dämonen

Leicht zu verstehen ist, dass die Essenz ein hervorragendes Hilfsmittel zur Beschwörung von Dämonen aus den Sphären der Asfaloth, des Belhalar und der Thargunitoth darstellt.
Jedoch auch andere Erzdämonen reagieren positiv auf die Anwesenheit der schwarzen Paste. Besser noch scheinen hier jedoch wirklich frische Organe als Paraphernalia dienlich zu sein.
Was andere Spezies angeht, habe ich auf diesem Sektor noch wenig geforscht, kann mir aber gut vorstellen, dass eine gewisse Wirkung auch mit der Essenz von Elfen, Zwergen oder gar Tieren, wenn auch in etwas anderer, vielleicht abgeschwächter Form möglich ist.

Ad Sextum: Die Elemente

Interessanterweise scheinen elementare Wesen der Präsenz der Essenz sehr abgeneigt zu sein. Es ist nicht nur nicht hilfreich die Essenz für elementare Beschwörungen zu verwenden, nein, die Anwesenheit schwarzer Essenz allein genügt, um die Beschwörung und Beherrschung, falls man dies so nennen kann, eines elementaren Wesens im Umkreis mehrerer Schritt beinahe unmöglich zu machen. Wie oft hat sich Meister Achmed wohl schon über missglückte elementare Rituale in meiner Anwesenheit gewundert...

Ad Septum: Die Essenz von Tieren

Auch Tierblut kann man für die Herstellung von Schwarzer Essenz verwenden. Die oben beschriebenen Rituale können jedoch mit tierischem Blut zumeist nicht gewirkt werden. Andere Rituale jedoch habe ich gefunden, bei denen gerade tierisches Blut eine interessante, jedoch meist recht gefahrvolle Wirkung hat:
Verabreichte ich der Sklavin, die ich hier 1 nennen will, zum Beispiel Bärenblut (Oral, 10 Tropfen, nachdem es mit zusätzlichem Echsenspeichel der Flüssigmachung wegen versetzt wurde) stellte ich fest, dass sich in kürzester Zeit eine Stärkung sichtbar machte, die 1 für kurze Zeit Arbeiten verrichten ließ, die sie sonst nicht hätte machen können. Nach frequentierter Anwendung jedoch stellten sich zunehmend Nebenwirkungen ein – vor allem Intelligenzminderung, Agressivität und Hirsutismus (weiblicher Bartwuchs) – welche die Wirkung negativ übertrafen und die Behandlung von 1 musste abgebrochen werden. 
Ein anderer Sklave wiederum, wir nennen ihn hier 2, wurde mit dem Blut eines Adlers behandelt. Nach einmaliger Behandlung in selber Weise wie oben stellte sich rasch eine Verbesserung der optischen Wahrnehmung ein, die bei häufigerer Anwendung verstärkt werden konnte. Jedoch auch hier konnte man mit der Zeit schwere Nebenwirkungen vor allem im Bereich des Nervensystems feststellen. Der Sklave veränderte seine Wahrnehmung und Persönlichkeit so drastisch, dass er eines Tages versuchte sich mit einem in Gefangenschaft stehenden Adlerweibchen zu paaren. Auch ein sofortiger Behandlungsabbruch konnte ihn nicht mehr kurieren – er beging wenige Tage später Suizid, in dem er von einer Klippe sprang, wohl in der Annahme er könne fliegen...

Ad Oktum: Der Vampirismus

Eine interessante Erkenntnis war die, dass die Schwarze Essenz eine beinahe magisch anziehende Wirkung auf Vampire und ähnliche Kreaturen zu haben scheint. So scheinen diese Kreaturen – wie es mir von selbst erklärt wurde – aus der Essenz das Sykarian eines Menschen in höherer Konzentration entziehen zu können als aus frischen Blut. Vor allem jedoch wäre mit der Schwarzen Essenz einem Vampir das Mittel der "Nahrungskonservierung" gegeben.
Ein anderer Effekt der Essenz ist es, dass sie auch bei Menschen, so sie zu häufig in kurzer Zeit angewendet wird, eine den Vampiren ähnliche Sucht auslöst. Ob man diese Sucht ausbauen könnte, indem man einen Neonatus – einen Frischgeborenen – anstelle der Muttermilch mit Essenz großzieht, damit er die Fähigkeiten eines Vampirs sich aneignet und nicht nur süchtig, sondern ganz und gar zur unheiligen Kreatur wird, ist mir ein Rätsel. Ein Rätsel jedoch, das noch ansteht erforscht zu werden.

Zuletzt will ich noch bemerken, dass die Anwendungen der Essenz wohl noch mannigfach sind, jedoch jede einzelne ist von schwarzer Natur und missfällt den Göttern und deren Vasallen zutiefst. Wer sich selbst nicht ins Verderben stürzen will, lasse also die Finger davon – jedoch – ist es dafür nicht schon zu spät?

Anhang: Sumus Blut – die ultimative Essenz?

Wie in gelehrten Kreisen bekannt, liegt Sumu, die Urmutter der Welt, im Sterben. Und das Innere Deres – so lauten manche Berichte – sei gefüllt mit ihrem verlorengehenden Blut. Gelänge es nun dieses – Sumus Blut – zu gewinnen, wäre dies wohl die ultimative Essenz. Besonders in den Landen der Dunkelheit, so bekam ich des öfteren schon Berichte, forscht man auf diesem Gebiet scheinbar fleißiger denn je. Aber wie wäre dies möglich? Man hätte die Macht der Materie, allen Lebens, die Macht der Schöpfung in Händen. Wäre es gar ein Gott, der diese Macht besitzt, oder Herr der Götter gar? Wäre dies ein endgültiger Sieg der Anhänger Borbarads? Wer weiß...

Meister Barius


Meisterinformationen: Die Schwarze Essenz

Vorab sei gesagt, dass die Informationen und Regeln hier nicht mit den offiziellen Regeln des Schwarzen Auges übereinstimmen, ihnen aber auch nicht widersprechen, soweit wir das sagen können. Magie des Blutes IST möglich, aber es gibt bisher beinahe keine festen Rituale oder Zauber in diesem Bereich. Auch finde ich Blutmagie sollte gerade für nichtmagische Charaktere ein Weg sein Magisches wirken zu können und so die Rolle des Alchimisten interessanter gestalten. – der schwarze Alchimist sozusagen. Besonders jedoch werden es Mohaha sein, die die beschriebenen Rituale zu verwenden im Stande sind.
Ob und wie weit die von uns hier vorgeschlagenen Regeln zu diesem Thema stimmen, ob und wie weit die Angaben des Barius wahr sind bzw. nur Hirngespinste eines verrückten Mannes darstellen, der im Pakt mit Iribaar steht und zunehmend seinen Verstand verliert, sei dem jeweiligen Spielleiter selbst überlassen. Hier jedoch nun unsere Vorschläge, dieses Thema regeltechnisch zu behandeln. (NUR FÜR SPIELLEITER BESTIMMT)

Herstellung der Essenz

Vonnöten:

  • Blut

  • Eine silberne Schale, auf der der die Worte geschrieben steht, die auch während des Rituals gesprochen werden müssen: ETERAM KETRA GERALTEM. Inwieweit dies von Bedeutung ist sei dahingestellt; Meister Barius hat es nie ohne die Worte versucht.

  • Drei Tropfen des Saftes einer Würgedattel

  • Echsenspeichel (7 Tropfen), um die Gerinnung des Blutes zu hemmen

  • Eine Priese menschlicher Asche

Ritual: Siehe Artikel. Es ist immer möglich, jedoch während des Tages um 5 Punkte erschwert. Unter besonderen Bedingungen erleichtert.
Probe: Alchimieprobe + 10

A: keine Wirkung, aber eine Chance von 5% in einen Pakt mit einem der Erzdämonen zu fallen
B: gelungen
C: alle Proben für weitere Rituale mit der Essenz - 1
D: alle Proben - 3
E: alle Proben - 6
F: alle Proben - 12
Diese Erleichterungen gelten nicht für Alchimieproben, die zusätzlich bei manchen Anwendungen verlangt sind.

Rituale des Geistes

1. Weg in die Erinnerung

Vonnöten: Die Schwarze Essenz, gewonnen aus dem Blut desjenigen, der befragt werden soll.
Probe: Um den entstehenden Rauch in Trance zu formen ist eine Probe auf MU/KL/IN vonnöten. Lebt der Patient noch, ist – je nachdem wie weit entfernt die Erinnerung liegt und wie bedeutend sie für ihn ist bzw. wie sehr er will, dass der Alchimist die Erinnerung erfährt – die Probe zu erleichtern oder zu erschweren. Ist der Patient bereits tot, so ist die Probe in jedem Fall um die Zahl der Tage seit dem Tod zu erschweren.
Nebenwirkungen: Würfelt der Alchimist bei der Probe zwei mal 20, bleibt er in den Erinnerungen des Patienten gefangen. Würfelt er zwei mal eine 1, so bleiben Erinnerungen des Patienten in ihm gefangen und verändern seine Persönlichkeit unter Umständen recht drastisch.

2. Übermitteln von Gedanken

Vonnöten: Essenz dessen, dem die Mitteilung gilt, + 2 Ilmenblätter
Probe: Alchimie + 2, sodann: MU/KL/IN + (pro Wort und 10 Kilometer Entfernung ein Punkt erschwert)

3. Beherrschung

Vonnöten: Essenz + Schlangengift
Probe: Alchimie + 4, sodann: MU/KL/MU + 5 bis +10 (je nachdem wie sehr dem Opfer der Zauber schadet; pro 10 Kilometer Entfernung ein weiterer Punkt)

Rituale des Lebens

1. Wundheilung

Vonnöten: Essenz + 2 Wirselkräuter
Probe: Alchimie + 2 
Effekt: der Patient wird binnen W20 Kampfrunden völlig geheilt (auch aus dem Tode: bei -2 LE mit Essenz C, -4 LE D, -8 LE E, -20 LE F)
Nebenwirkungen: W20: 15-19: CH-1 permanent, 20: CH-2 permanent (es entsteht nicht nur eine Narbe, sondern auch ein hässlicher Auswuchs)

2. Gift

Vonnöten: Essenz + Schlangengift (3 Tropfen)
Probe: Alchimie + 5
Effekt: Jedwede Giftwirkung gestoppt. Wird es jedoch zu spät von der Wunde entfernt: (KL-Probe des Alchimisten) weiterer SP pro Punkt, die die KL-Probe missglückt ist. Die Essenz enthält danach die volle Wirkung des entzogenen Giftes! (kann nun selbst als Gift verwendet werden)

3. Stärkung

Einmalig getrunken (sehr wenig), erhöht die Essenz die Ausdauer um 2W20 Punkte. Ohne besondere Nebenwirkungen.

Ritual der Verwandlung

Je nach Stufe der Essenz (A-F, siehe oben) Erleichterungen bei der Chimärenerschaffung mittels Mutabili Hybridil.

Ritual der Tarnung

Vonnöten: Essenz + Tarnblatt 
Probe: Alchimie + 15
Effekt: Der Bestrichene wird ganz und gar zu dem, von dem das Blut stammt, bis die Paste wieder weggewaschen wird
Nebenwirkungen: W20: 1-15 keine, 16-19: gewisse körperliche Eigenschaften bleiben permanent erhalten und der Verwandelte wird zu einem Mischwesen aus sich selbst und dem, in den er verwandelt war (Auswirkungen auf das Charisma +2 bis -3), 20: Der Bestrichene verwandelt sich permanent in ein vollkommenes Ebenbild desjenigen, von dem das Blut stammt.

Ritual der Dämonen

In den angegebenen Domänen als Paraphernalium wirksam, je nach Stufe der Essenz – siehe oben (nur im Falle, dass ein Magier im Zuge eines "normal gewirkten Furor Blut oder Heptagon", nicht aber ein Alchimist die Essenz verwendet).

Tierrituale

Vonnöten: Essenz eines Tieres + Echsenspeichel
Probe: Alchimie + 5
Effekt: Akut. Eine charakteristische Eigenschaft des Tieres verändert sich beim Menschen, der die Essenz getrunken hat. Umso stärker, je besser die Essenz: bei B um einen, C um 2, D um 3, F um 4 Punkte (so es sich um eine Primäreigenschaft handelt) – handelt es sich um ein Talent sind diese Zahlen zu verdoppeln.
Bsp: Bärenblut: KK+, Adler: Sinnesschärfe+ (nur im Falle des optischen Sinnes)
Chronische Anwendung: Der Patient verändert die Persönlichkeit stark, wenn das Ritual zu oft (mehr als einmal in der Woche) angewendet wird.

CAVE: DIE ANWENDUNG DER ESSENZ (egal in welchem Ritual) ÖFTER ALS EINMAL PRO WOCHE AM EIGENEN KÖRPER FÜHRT IN 50% DER FÄLLEN ZU EINER ABHÄNGIGKEIT!

Daniel Junker

von: Daniel Junker
Erschienen in Opus no. 110 am 27.5.2001 als Reaktion oder Fortsetzung zu Die Schwarze Essenz.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Reaktion auf "Die Schwarze Essenz".

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