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Der Schwarze Limbus    

21. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Postulat der idealen Form von Matricen im Raum und in der Zeit
oder
Pamphlet wider der Nachtschatten'schen "Vereinheitlichenden Kräfftetheorie"

von Magister ordinarius
Gilborn vom Eulenwald
zur Schule der Austreibungen von Geister
und transsphährischer Wesenheiten
zu Perricum

Zum Geleit:
Dieser sogenannte "Anti-Nachtschatten" entstand als Antwort auf die Veröffentlichungen des Magister Firlionel Nachtschatten sowie der Forschungsergebnisse der Academia Arcomagica Scholaque Arcania Puniniensis zu den Theoremen der abwärts gerichteten Krafftentwicklungen und Möglichkeiten einer manipulierten aufwärts gerichteten Krafft, vulgo der Aufwertung von astraler Krafft zu karmatischer Krafft, hierbei sei vor allem auf die von Nachtschatten postulierten Theorien eingegangen und widersprochen.
In diesem kurzem Pamphlet sei auf das für wissenschaftliche Arbeiten übliche Mitgeben von Quelltexten und Zitaten verzichtet, erstens aus Sorge um unbescholtene Bürger, die versehentlich in die Hände dieser Schrift geraten und deren Inhalte falsch einschätzen und so mit gefährlichem Wissen ihren Geist vergiften, und zweitens sind die meisten Quelltexte nur noch fragmentarisch vorhanden oder gelten seit Jahrhunderten schon als verschollen.

Thesis:
Nicht grosze Mengen unreiner astraler Krafft führen zum Aufstieg und zur reineren Krafft, genannt göttliche Wirckkrafft, welche die gleiche Wurzel und Affinität wie astrale Krafft, aber eine höhere Reinheit und damit Wirckkrafft hat; sondern eine saubere und ideal zu nennende Struktur der Matrices im Raum und in Satinavs Fluss bewirken eine Krafftfreisetzung und einen damit verbundenen Aufstieg zur göttlichen Wirckkrafft, was bedeutet, dass auch Krafftverschiebungen in Klein~ und Kleinstteiligen der astralen Krafft möglich sind.

Zur Beweisführung:
Bei der Manifestierung des LOS im Nayrakis formte sich aus seinem Entwurf einer Wirckklichkeit der Plan, welcher von seinen Demiurgen, den Göttern, ausgeführt wurde und nun in seiner materiellen Komponente vor uns liegt. Hier lassen sich nun die vier Emanationen des LOS erkennen, welche sich auch durch verschieden wircksame und reine Kräffte differenzieren lassen.
Primo:
Der Nayrakis selbst, der Entwurf einer Möglichkeit von Wircklichkeit, genannt Aziluth, die reinste abstrakte Krafft, weder fassbar noch greifbar, noch nach menschlichen Ermessen analysierbar.
Secundo:
Die Demiurgen oder Götter, die Vollstrecker des Entwurfs, die Planer, welche sich einer organisierten Krafft, der karmatischen, bedienten und bedienen. Diese Stufe nennen wir Beriah. Menschen, die den Göttern geweiht und deren Vertrauen genießen, können diese Krafft schauen, aber auch nicht verstehen oder in aller Deutlichkeit definieren.
Tertio:
Seit dem Frevel Madas und dem Aufbrechen des Mysteriums von Kha ist eine weitere Ausdifferenzierung und Abschwächung der Energie zu erkennen, dies führt zu einer neueren Emanation der Schöpfung und des LOS, die intelligente Krafft, auch astrale Krafft genannt, wurde freigesetzt, welche die Ausführung des Planes und des Entwurfes übernommen hat, diese nennt man Jezirah, die Ausführung.
Quarto:
Die letzte Emanation des LOS ist die seiende Wircklichkeit, SUMUs Umformung, die manifestierte Krafft, geformte Materie, auch Assiah, das Ergebnis, genannt.

Conclusio:
Festzuhalten bleibt also eine absteigende Reinheit und Klarheit in der Struktur der formenden Krafft vom kristallinreinen Nayrakis über die karmatische zur astralen Krafft und letztlich die geformte Materie, welche mittels der anderen verändert werden kann.
Nach der Feststellung eines abwärts gerichteten Verlustes an Krafft durch Verunreinigungen und Diffundierungen mit anderen Kräfften musz also die Frage gestellt werden, wie eine aufwärts gerichtete Krafftverstärkung möglich ist, hierzu schlug, wie oben erwähnt, Nachtschatten einen Quantitäts~Qualitätssprung vor und erzielte in der theoretischen Examinatio auch beachtliche Erfolge, doch bleiben diese hinter den allgemeinen Erwartungen und auch den Berechnungen zurück.
Die Nachtschatten'sche Theorie ist nur deshalb diskutabel, da es ihm bei den groszen Mengen astraler Krafft, die er verwendet, im Zufallsprinzip gelingt einige idealgeometrische Figuren zu konstruieren und diese dann als Ergebnis der gesamten Energieaufwendung präsentiert. 
Würde er aber anstelle dessen sich mit wenigen Anteilen begnügen und hier mit mehr Sorgfalt obwalten, würde das Ergebnis gleich oder gar besser ausfallen, denn nicht immer gilt: 'Viel hilft viel'.

Schlussfolgernd hieraus halte ich den Qualitätssprung Nachtschattens für den falschen Weg zur Lösung des Problems und postuliere den Weg der Perfection, will sagen der Vervollkommnung der Matrizen hin zu einer idealen Form, wodurch Verunreinigungen beseitigt und Diffundierungen rückgängig gemacht werden, was eine Qualitätssteigerung und aufwärts gerichtete Bewegung der Krafft zur Folge haben sollte.
Erklärungsansatz:
Die ideale Gestalt einer Matrice ist gekennzeichnet durch Filigranität, saubere Strukturierung und effektive Einbindung der Cantione in der Struktur und Netze der Nodices und deren platzsparendste Ausformung und schärfstmögliche Abgrenzung gegen andere Matrizen. Dementsprechend ist die derzeitige Tendenz in der Grauen Gilde Krafft durch den Einsatz kristallomantischer Elemente zu potenzieren genau der falsche Weg und führt zur Verrohung der magischen Fertigkeit und zur Pauperisierung der Magie im Allgemeinen. Ist man aber bestrebt die Magie zu veredeln und weiterzuentwickeln, so sollte man um die Veredelung der Cantionesmatricen bemüht und einer Aufwärtsentwicklung der Krafft zuträglich sein.
Nimmt man nun die Zahlenphylosophie der alten Tulamyden zur Hand, vornehmlich die der Kababyloth [vgl. Kababyloth - Die Zahlenmagie, Opus no. 95; Anm.d.Red.], so findet man allerley sinnreiche Ansätze, wie die ideale Struktur ist.
Der Punkt entspricht der Zahl Eins, die Wurzel aller Existenz, der erste Augenblick eines neuen Kosmoses. Der Punkt ist ein Ort, nimmt aber keinen Raum ein. Er ist nicht wirklich fassbar, er hat keine Grösze, die gesamte Grösze unseres Kosmoses in seiner Macht, Schönheit und Weite verdichtet auf einen Punkt. Der Idealzustand, das anzustrebende nicht zu erreichende Nayrakis oder gar LOS selbst.
Die Gerade entspricht der Zahl Zwei, Dualität ist die Voraussetzung für alle Existenz, SUMU ist der Widerpart zu LOS. Die Bewegung oder Dynamik entsteht, zwei Punkte verbunden bilden eine Gerade, immer noch keinen Raum einnehmend, aber eine Ausweitung des Punktes.
Der Kreis ist die Drei; ist der Punkt erst mal in Bewegung geraten, verharrt er nicht in der Geraden, denn jede Aktion ruft eine Reaktion hervor und so folgt jeder Bewegung eine Gegenbewegung, bis sich der Ausgleich bildet. Die günstigste geometrische Form ist hier der Kreis, immer noch ohne räumliche Ausdehnung, aber es existiert eine räumliche Grenze, einem Wall gleich, im Ebenen.
Die Kugel wird durch die Zahlen Vier, Fünf und Sechs beschrieben, der rotierende Kosmoskreis erzeugt als Reaktion einen um den Lotwinkel versetzten, den selben Mittelpunkt habend, weiteren Kreis, dieser wird von dem ersteren Kreis angezogen und es entsteht ein dritter Kreis. Diese drei Kreise bilden die Urkräfte, auf die alle Einflüsse rückführbar sind. Diese drei Kreise rotieren und drehen sich zusätzlich um die Achse, eine Kugel ist im Raum entstanden.
Komplexere Formen werden mit den Zahlen Sieben, Acht und Neun definiert. Zwischen den drei rotierenden Kreisen bilden sich Radien oder Strahlen, die miteinander interagieren und komplexe Strukturen formen und so alle Formen ermöglichen, die denkbar sind. Diese Ebene bildet auch die der astrale Kräffte und zarten Präformen, hier sind die von Magiern erkannten Matrizen anzusiedeln, verändert die Magica Mutanda und Transformica doch hier die Materie.
Die feste Materie entspricht der Zehn, welche auch den Abschluss der Entwicklung und das Insichsein markiert. Die Radien zwischen den Kreisen und die Subradien, Radien zwischen anderen Radien oder Radien und Kreisen, verästeln sich bis zur Ununterscheidbarkeit und zur völligen Erstarkung des Geflechtes, hier tritt die Stofflichkeit zutage und die Materie wird fühlbar und fassbar.

Die Lehre:
Der Magier ist mittels der Magica Clarobservantia in der Lage die Strukturen in der astralen Ebene zu schauen und auch zu verändern und somit die weniger krafftvolle Materie umzuformen, wie es M. Mutanda und Transformica eindrucksvoll dokumentiert. Ziel sollte es aber sein, will man so hoch hinaus wie Nachtschatten, nicht die astrale Ebene zu nutzen um die Materie zu verändern, sondern diese wieder zur vereinfachen und zu idealisieren, um dann in die krafftvolleren Gefilde hervorzukommen. Bleibt also festzuhalten, dass man über die vorhandene Materie, die der Magier schon überwunden hat, zu den komplexen Präformen und astralen Kräfften, hin zu den ebenen Kreisen, den drei Urkräften, diese dann weiter vereinfachenden zu einem Kreis, über die Gerade als ideale Geometrische Figur am Ende der Punkt. Mein Vorschlag zur weiteren Vorgehensweise wäre, den bisherigen Weg der Krafftpotenzierung zu verlassen und die existierenden Strukturen zu vereinfachen und zu enträtseln, um dann die Strukturen und komplexen Formen auf ihre vorhergehenden Präformen zu reduktieren, um diese dann weiter auf ihre ursprünglichen geometrischen ebenen Figuren zu reduzieren, um so eventuell, ich denke nicht an einen wircklichen Erfolg, sich dem Punkt oder erst mal der Ebene zu nähern.

Erschienen in Opus no. 120 am 9.9.2001.

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