Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

22. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

Titelblatt
Compilationen
Archiv
Compages
Suche
meistbetrachtete Artikel
zufälliger Artikel
Umfragen
Redaktion

Menü verstecken


Die Götter hinter dem Horizont

Oh Hesinde sei gesegnet, gesegnet sei die gute Frau zwölfmal.

Hört, was ich der Göttin Wunderbares zu verdanken habe. Sie inspirierte mich aufs Neue.
Ich, Gorgonius von Selem, hatte mich, mancher Leser möge sich erinnern, auf mein Altenteil zurückgezogen um das Leben eines Privatmannes und Vaters zu führen. Wohl war dies auch für einige Wochen und Monate recht befriedigend. Doch die endlosen Tage des Müßiggangs, das Flanieren und das Speisen als einzige Tagesinhalte war sehr schnell ermüdend. So versuchte ich mich damit abzulenken, dass ich den Kindern protziger Eltern die Künste des Rechnens und Schreibens näher bringen wollte. Doch auch das befriedigte mich nicht im Mindesten.
Als ich schon dachte, ich wäre in eine Sackgasse meines Lebens gelaufen, stieß ich in einem Laden auf ein altes Dokument. Es erzählte von einem Seefahrer, welcher das Güldenland bereist haben wollte. Vieles von seinem Gefasel will ich als Unsinn abtun, jedoch stach mir eines ins Auge.

Im Güldenland verehren sie eine andere Götterwelt als hier. Manche ähneln den unseren wie ein Gott des Gesetztes, welcher wohl unser Praios ist. Andere, wie ein ebenfalls mächtiger Wolkengott, erscheinen mir völlig fremdartig. Insgesamt verehren die Menschen 8 Götter, wir jedoch deren 12. Wie ich jedoch schon viel früher in Erfahrung bringen konnte, verehrten die Urväter, welche unseren Kontinent besiedelten, nur 6 Götter und nahmen die anderen 6 per Gesetz dazu, eingefügt aus anderen Kulturen. Die Zwerge, Nordleute, und auch viele andere achten nur einige der 12 oder geben ihnen, wie die Bewohner der Giftinsel, andere Bedeutungen. Nun hätte ich einfach schlussfolgern können, das es eben eine Unmenge von Göttern gibt und die 12, welche das Erzvolk sich aussuchte, nur willkürlich waren.
Doch nein, so einfach konnte es nicht sein, dafür war der Zwölfgötterglauben einfach zu wahrhaftig, zu erfolgreich, zu richtig. Ihr findet das unwissenschaftlich, werter Leser? Ich sehe das anders: die Eroberer eines Kontinents, die Schöpfer der großartigsten aller Kulturen, können sich einfach nicht so irren. Doch warum 12, warum ist ausgerechnet diese Zahl so wahr?
Die Antwort ist erschreckend, und wieder ist es der große Blender, welcher immer nahe der Hesinde lauert. Doch die Wahrheit ist zu wichtig um sie zu verschweigen.
Wahrheit ist, dass die Gelehrten in Vinsalt und Punin 12 Erzdämonen kennen, welche mit ihren Domänen einen spiegelbildlichen Widerpart zu den Göttern bilden.
Wahrheit ist, dass diese Erzdämonen keine Glaubensfragen sind, sondern wissenschaftliche Realität. Nichts Neues so weit, denken sie.
Doch die Antwort liegt im Güldenland. Auch hier kennt man eben 12 Erzdämonen mit fast gleichen Aufgabenbereichen. Ohne 12 Götter zu kennen! Wie kann das sein, fragte ich mich, ich forschte, grübelte, immer in der Furcht wieder den Pfad der Ketzerei zu bestreiten.
Aber wenn man den Leitfäden der Logik folgt, kann es nur ein Ergebnis geben. Die Zwölfgötter kommen uns deshalb so wahr und richtig vor, weil sie den ewigen Übeln der Dämonen spiegelbildlich entgegenstehen. Gesegnet sei Aventurien, welches erkannte von welcher Natur die Dämonenwelt ist. Denn uns gelang es ihnen die richtigen Konzepte entgegenzustellen.
Ewig ist Xarfais Blutrausch, doch wir erkannten dies und stellten ihr das einzig Wirkungsvolle entgegen. Rondras Ehre nämlich. Versteht mich recht, keine Schmähung der Zwölfe soll dies sein, sondern eine Huldigung der höheren Weisheit, welche hinter unseren Glaubensvorstellungen steckt.

Wohl will ich zugeben, dass dies nur eine Theorie ist und mir weitere Texte fehlen.
Doch gepriesen sei Hesinde, die Gegnerin des Großen Blenders, für die große Weisheit, welche sie mir zukommen ließ. Noch ist es mir nicht gelungen die unabhängigen Dämonen und die Diener des Namenlosen in diese These einzuarbeiten. Von Beschwörungen schrecke ich zurück, ebenso vor großen Expeditionen, das erlauben mir meine Pflichten als Vater nicht. Doch hoffe ich auf einen fruchtbaren Dialog.

An dieser Stelle grüße an meinen geschätzten Kollegen Serafin de Rosario, möge dir die Geduld bei deiner Forschung im Bereich der Mutanda Temus nie ausgehen.

Mit freundlichem Gruß an meine hochgeschätzten Kollegen,
Gorgonius von Selem

Erschienen in Opus no. 155 am 26.5.2002.

Suche in 575 Opus-Artikeln

ein oder mehrere Begriffe
alle Artikel anzeigen

Der Schwarze Limbus Nachricht an die Autoren (c) 1998-2006 Spielerverein der Freunde des Gepflegten Rollenspiels