Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

19. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Prüfungsarbeit aus der Facultas Anatomica vitae mortusque, Fachgebiet Beschwörung & Beherrschung II

Erneut ist es mir eine außerordentliche Freude unserer geneigten Leserschaft im folgenden einen Artikel präsentieren zu dürfen, welcher die leicht revidierte Fassung einer Prüfungsarbeit an unserer Academia darstellt. Wie bereits in vorigen Opera gilt, dass sich die geschätzte Leserin von dieser Arbeit keine hochtrabenden und neuen wissenschaftlichen Erkenntnisse erwarten mag, sondern anhand dieses Skriptes die Qualität der Arbeiten an der Academia Limbologica ermessen und diese Arbeit im speziellen als Maßstab heranziehen kann.

Ad Tertium: Selbsteinschätzung
Nenne mir die 12 Dämonischen Reiche in Form der diese im Menschen repräsentierenden Laster. Welche dieser Mächte und Laster stehen dem Menschen am nächsten? Welche Dämonische Sphäre ist demnach dir selbst die nächste und gefährlichste? Vor welcher dieser unmenschlichen Einflüsse fürchtet es dich am stärksten?

Wie wohl ein jeder Bürger weiß, ist es die Zwölfgöttliche Macht die über das Weltengefüge wacht. Hier nehmen vor allem die Aspekte aller Geistbezogenen Götter Bezug und Einfluss: Gerechtigkeit, Aufrichtigkeit, Mut, Aufopferungsbereitschaft, Treue, Ruhe, Frieden, Wissen, Klugheit, List, Ehrgeiz, Rausch, Liebe.
Praios, Rondra, Travia, Boron, Hesinde, Phex und Rahja sind es, die den Lebenden jene Gaben zu eigen machten. Die grundlegenden und verwobenen Muster der göttlichen Ordnung sind im Geiste eines jeden rechten Wesens verankert, doch was kaum jemand je bedacht, nehmen nicht allein die wahren göttlichen Aspekte Fuß im menschlichen Geiste.
Die Niederhöllen sind in ihm ebenso vertreten wie die göttliche Macht.
Rachsucht, Zerstörung, Gleichgültigkeit, Rastlosigkeit, Zerrissenheit, Geistlosigkeit, Stumpfsinn, Brutalität, Neid, Wahnsinn, Hass.
Blakharaz, Belhalhar, Lolgramoth, Targunithot, Amazeroth, Tasfarelel, Belkelel.
Sie, die Entitäten des Bösen, setzten sich mit ihren Aspekten, den Lastern fest. So hat selbst das Pandämonium seinen Bezug in der Seele und somit seine direkte Möglichkeit einzugreifen in die Fügung der Schöpfung.
Indem sie das Laster in den Menschen bringen, machen sie ihn selbst zu einem Abbild des Chaos. In wem der Götter Einigkeit vermischt und zerbrochen wird, mag nicht mehr der Ordnung entsprechen. Jenen Standpunkt will ich nun nicht weiter behandeln, denn dies sei wohl ein Thema für die großen Hylaischen Philosophen, doch bleibt nicht der Platz in diesem Script.
Die diversen Laster, die in ihrer Allgemeinheit oben genannt werden, haben vielerlei Erscheinungsformen, so kommen sie auch nicht in besagter Reihenfolge vor, dasselbige gilt auch für den Segen der Götter, so ist es nur manchen bestimmt, die Oberfläche der Ordnung mit Hesindes Augen zu ertasten, den meisten jedoch bleibt dies verschlossen, wie auch nur wenigen der Mut Rondras beschert ist und die meisten sich verkriechen vor nahender Gefahr. Die mütterliche Liebe und die Verbundenheit mit den Seinen ist wohl die am häufigsten im Menschen vorkommende Tugend.
Die weiteren Fehler und Laster der menschlichen Rasse in ihrer Häufigkeit zu ergründen ist eine Aufgabe der Unmöglichkeit, denn:
Der Mensch ist der Erzdämonen erstes Portal in die Ordnung einzudringen und Chaos in die 3. Sphäre zu bringen.

Ad Primum:
Die Einheit der Zwölf
Wie auch die Zwölfe die eigentliche Zahl der alveranischen Götter ist, setzt sich die Einheit der 7. Sphäre auch durch zwölf verschiedene Domänen zusammen. In ihrem Bezug auf den menschlichen Geist sind sie jedoch nur von begrenzter Zahl und nicht in nummerae originae.
Dass jedoch stets ein Bezug zur Einheit der Zwölf besteht, ist nicht verkennbar. In mehreren scripti elementarii wie auch philosophischen und theologischen Dokumenten und Fragmenten ist von einer Elementbezogenheit der Wesenszüge die Rede.
Die These der Naturpriester, die belegt, dass der Geist als das siebente Element seine Stellung im Weltengefüge hat, sei hier nicht diskutabel, da man doch wohl wahrlich nicht annehmen kann, dass es sich beim menschlichen Geist, welcher, in chöpfungstheorethischer Hinsicht erst seit kurzem besteht, um ein in den Grundfesten des Mysteriums festgelegtes Element handelt. Eine Ausweitung dieser Sicht sei jedoch in einer eigens für dieses Thema fixierten Arbeit behandelt.
Generell sei hierdurch festgelegt, dass der Einfluss beider Prinzipien, des Guten und des Bösen, durch ihre Einheit – der Einheit, die durch die Zwölf besteht – gewährleistet wird.

Ad Secundum:
Die Elemente
Wie bereits bei der Zwölf-Einheitlichkeit erwähnt, sei hier nun auf die Elementbezogenheit der geistigen Kräfte genauer eingegangen.
Die einzelnen Elemente seien Aqua et Ignis, Humus et Glacium, Aeris et Aura. Jene Teile, die das Konstrukt der leblosen Schöpfung bilden, nehmen ihren Einfluss in erster Linie zwar nur auf den Aufbau und die Substanz des Weltengefüges, wie gleich man ein exemplum primum, der reinsten Schöpfung, im Limbus vorfindet, der fest, flüssig oder gar nur durch reinste Luft zusammengesetzt ist, doch auch, in ihrer Art, entscheidenden Einfluss auf die höheren Winke, denen unter anderem, und hierum geht es in meiner Arbeit, der mens angehört, nehmen. So stehen sie frei von aller Bezogenheit von Pro und Contra, Gut und Böse, was ihrer Bestimmung der Konstruktbildung nahe kommt.
So sei des weiteren eine Liste aufgestellt, die wohl beweist, dass die 6 Elemente hier für völlige Neutralität einstehen und von den Pro et Contra, den in einen Wechselspiel stehenden Herren der Elemente, hier seien nicht die bekannten Elementarherren gemeint, sondern Götter und Dämonen, zwar beeinflusst werden, doch ihre Materie selbst, de facto, keinerlei Partei ergreift.
Das Feuer (Ingerimm), ignis, sei als erstes genannt als origo aller affektbezogenen Handlungen. Denn wie eine Stichflamme aufbirst, mag sich Mut und Entschlossenheit entfalten und gleich einem Feuer den Ursprung des Aufflammens zerfressen.
Das Wasser (Efferd), als dessen Gegensatz, steht in meiner Theorie für die Passivität, die Gefühle. Denn wie der Ozean, der den Einflüssen anderer Elemente unterliegt, steht es mit dem Geist, der gelenkt wird von äußerem Druck, und für Anpassung und Flexibilität einsteht.
Der Humus (Peraine, Tsa) lässt sich am besten mit den sens familiares verbinden. Geborgenheit, Wärme und derartiges Wohlbefinden kommen diesem Ideal, die Sumu entsprechen, am ehesten nahe.
Das Eis (Firun), wiewohl noch nicht das negative Synonym Kälte verwendet werde, steht wohl für eine Gefühllosigkeit ein, die nur noch im Ursprung, der Intention, von Gefühl zeugt und von Berechnung und Kalkulation geleitet wird.
Die Luft (Efferd) repräsentiert Wandlungsfähigkeit, von Aufbrausen bis Milde mag die Luft das vielfältigste Element der Gefühle sein.
Anders als dessen genaues Gegenteil, das Erz (Ingerimm), welches für fixierte Standpunkte einsteht. Es mag wohl nur wenige Gefühle geben, die dem Erz zugrunde liegen, doch als ein zunächst positives soll die Beharrlichkeit genannt werden.
In der obigen Definition der Elemente, in causa ihrer Abhängigkeit von bonum et malum, war nur von ihrem positivum die Rede.
Hier seien nun die negativen aufgelistet, doch ist eine genaue Einteilung und Zusprechung der elementarii negativi zu Dämonen recht schwierig, da die Wesen der 7. Sphäre und noch weniger sich nicht recht in das Mysterium einfügen wollen. So stehen nach meistbekundeter Meinung nicht die eigentlichen Gegenspieler von Ingerimm, Efferd und den anderen dei elementarii, diesen gegenüber. Die Machtaufteilung und der Einfluss der diversen Domänen soll und jedoch hier nicht weiter aufhalten.
Das Feuer (Widharcal) steht für Wut und Zorn. Auslöser jeglicher gewaltvoller und unberechenbarer Aktion.
Das Wasser (Charyptoroth) sei ein exemplum für Widerstand und Inakzeptanz, das ein contraproduktives Verhalten zu Tage fördert.
Der Humus (Widharcal et Belzorash, ferner gar Calinjaar) steht ein für Faulheit, seelische Verrottung und Langsamkeit, Uneinigkeit und gar geistige Zerrüttung und Orientierungslosigkeit.
Das Eis (Belshirash), hier trifft das Synonym der Kälte wohl am meisten zu, denn wo im einen Fall das Eis fördernde Kalkulation repräsentiert, steht es in diesem Fall für eine negative Gefühlslosigkeit, eine Ausrottung alles Positiven, die von kaltem Hass geleitet wird.
Die Luft (Widharcal) zeigt auch hier die größte Palette von Gefühlen, dennoch im negativem Sinn. Intriganz, Verlogenheit seien nur Beispiele für die Schlüpfrigkeit dieser Aspekte.
Das Erz (Widharcal et Charyptoroth) schließlich demonstriert auch hier wiederum eine relativ geringe Anzahl an unterschiedlichen Aspekten. Und sei es nur allein die Steigerung der positiven Beharrlichkeit, sind Sturheit, Verblendung und Stumpfsinn wohl welche der verabscheuungswürdigen Aspekte, da hier selbst mit klarem Verstand kein Ausweg in Aussicht ist. Doch sind sie weit gefährlicher, da wohl kaum der Unterschied zwischen dem Positivem und Negativem offenbar wird.

Ad Tertium:
Die Systematisierung in Gut und Böse
Da nun der Ursprung diverser Gefühle und Aspekte in den Elementen abgeschlossen ist, kommen wir zum Auslöser dieser im Menschen.
Es sind die alveranischen Götter, welche die positiven Gefühle im Menschen bewirken und nach ihrem Plan, dem Mysterium, in den Wesen der Menschen verteilen. So sind die Wesen Deres nicht pauschal, wenn ich das so ausdrücken darf, mit Eigenschaften und Zügen gesegnet. Es mag Ähnlichkeiten geben, doch ein jedes Wesen ist einzigartig in seinem Wesen, was sich zeigt in seiner Individualität.
Der negative Part, der dem Einfluss der geistbezogenen Erzdämonen unterliegt, steht im krassen Gegensatz zur göttlichen Prägung. Auch bleibe es offen, ob ihr Einfluss erst im Laufe des Lebens eintritt oder ob derartige negative Prägungen schon angeboren sind.

Ad Quartum:
Der Kampf im Geiste
Den duodecem dei immortale stehen in ihrem Pantheon, das durch LOS und das Mysterium von Kah begründet, dem tridecem deus, der in seiner Gesamtheit durch die zwölf Widerparte, der duodecem daimonicae gebildet wird, gegenüber.
Wiewohl der Kampf zwischen Gut und Böse, so diese klassisch getroffene Differenzierung sonst nur selten offenbar wird, zeigt sie sich in ihrer ersten Form im schwachen menschlichem Geist und wird vertreten von Tugend und Laster, die im spiritus humanus in unterschiedlicher Form und Stärke auftreten und einem ständigen Aufwiegen unterliegen.
Da nun die Auswirkungen und der Einfluss der Elemente ausreichend behandelt wurde, sei auf deren verschiedenes Zusammenspiel, oder besser deren Kampf im Geiste eines jeden Wesens hingewiesen.

Ad Quintum
Numerus Boni
Die Anzahl der im Menschen stehenden wahren Tugenden sind wohl nur von geringer Zahl, so sind Willenskraft und Geistesstärke nur bei wenigen, wie es scheint auserwählten Personen zu finden. Diese über die Jahrhunderte in die Annalen eingegangenen Helden stehen jeder für sich wohl für einzelne den Göttern nahestehende Prinzipien.
So mag wohl kaum ein gewöhnlicher Sterblicher dem Ideal eines der Zwölfe so nahe stehen, dass man wahrlich behaupten kann, dass dieser von einer reinen Tugend gesegnet sei.
In den meisten Fällen gar mögen die Tugenden, so wir sie denn kennen und im allgemeinen zu schätzen wissen, Laster sein, die sich als eine bessere Art des Gewöhnlichen darstellen. Tapferkeit, als eine der Tugenden, derer man sich wohl am häufigsten rühmt, mag sich in den meisten Fällen wohl nicht als solche beweisen und wohl eher Prahlerei und Unwissenheit bedeuten. Unwissenheit gegenüber der wahren Behauptung persönlicher Tapferkeit.

Ad Sextum
Numerus Mali
Ganz im Gegensatz zur Zahl der Tugenden sind die Laster und Fehler unmäßig und zahlreich in den menschlichen Geistern gesät. Zwar nicht maßgebend in ihrer Stärke, doch wirksam durch die enorme Anzahl.
So derart vielfältig sind die Makel, dass sie sich kaum im Rahmen einer solchen Arbeit nennen lassen können.
Kapitale Makel und Laster sind die seltensten, doch gibt es sie unter Schwerverbrechern, Verfluchten oder Paktierern. Dass jene in ihrer reinsten Form vom Anbeginn im menschlichen Geist verankert sind, vermag ich nicht zu nennen. Wahrscheinlicher ist da doch, dass sie erst von den Dämonen dort gesetzt werden.

Ad Septem
Mens naturae
Ihnen allen gemein ist aber wohl das Streben im Sinne des eigenen Vorteils. So ist eine jede Handlung, scheine sie nun noch so selbstlos, dies nun nicht. Denke der Leser sich einen noch so edelmütigen Esquirio, der einer Institution der Therbuniten eine große Summe spendet. Der Fall sieht nun ganz klar aus: Der Edle bezeugt seinen guten Willen und lässt die einfachen Armen an seinem ihm von den Göttern gegebenen Reichtum teilhaben. Betrachtet man jedoch die hinter jener Tat stehenden Intentionen, dann wird einem der banale Egoismus offenbar. Der gute Wille, den der Edle bezeugt, hat nun keinen anderen Sinn, als seiner Loge, seinem Zirkel, kurz, seiner Gesellschaft zu beweisen, welch große Taten er vollbringt. Kein Gedanke wird hierbei verwendet an die eigentlichen Betroffenen. Es ist das Prestige, die Annerkennung und Bewunderung seiner Amtskollegen, nach welcher der Mildtätige trachtet.
Es ließen sich Dutzende ebenso treffende Exempel nennen und dies möge der Leser auch tun, er wird bemerken, dass in einer jeden Tat ein tieferer Kern steckt. Maßgebend für eine jede Handlung ist die eingeschränkte Fokusierung auf den persönlichen Vorteil.
Dies führt uns zum weiteren und abschließenden Punkt:

Ad Octem
Negatio
In puncto quinto et sexto sprach ich von der Einkategorisierung der moralischen Eigenschaften in Gut und Böse. Dies war so bedacht, den Leser erst auf eine falsche Fährte zu locken, und ihm dann den eigentlichen Sachbehalt zu erklären, damit dieser voll und ganz ersichtlich werde.
Hinter einer jeden Tat, die wohl durchaus positive Konsequenzen nach sich ziehen kann, steht ein negativer Sinn, denn wie man verstehen kann, ist der Eigennutz durchaus verständlich und doch nicht positiv. Wie uns schon religiöse Schriften lehren ist allein die Selbstlosigkeit ein Zeichen wahrer Güte. Eine solche existiert auf Deren jedoch nicht.
Infolge dessen ist eine jede Tat vom Laster beseelt und das Wirken der Sterblichen im Sinne des Negativen.

Ad Novem
Persönlicher Nachsatz:
Hesinde zum Gruße, edle Leserschaft! Mitnichten stand es in meinem Sinne, die Gemeinschaft der Wissenden, die sich jenen Artikel zu Gemüte gezogen haben, vor den Kopf zu stoßen mit einer vor Häresie prangenden Schrift. Dieser Eindruck mag, dessen bin ich mir bewusst, durchaus entstehen können.
Quasi die Verurteilung der sterblichen Rassen ist schon ein Frevel genug. Und in puctum octum schreibe ich gar von einer Verneinung des göttlichen Sinns des Menschen. Dies ist wahrhaftig, was ich erkenne, doch will ich dahinter wiederum einen tieferen Sinn erkennen, der mich glauben lässt, dass so alles seine Ordnung hat.
Die Zwölfe selbst, an die ich wohl glaube, sind vollkommen in ihrem Wesen. Das Gute wirkt in ihnen allein und ist ihnen vorbehalten.
Wenn ich davon schreibe, dass die Menschen gar nicht gut sein können, dann meine ich, dass sie nur so ihre Bestimmung erfüllen.
Vollkommenheit ist ein Privileg der Unsterblichen, und ein jeder mag mir zustimmen, dass es der weit größere Frevel wäre zu behaupten, dass ein Mensch das kleine Abbild der Götter sei.

Gez.
Ucurian ya Enstronzo

Bezug der Prüfungsarbeit auf meine Person:
Das grundlegendste Laster oder vielmehr der Fehler der Menschheit ist diese Verblendung des Nicht-Wissens, des Nicht-Verstehens, des Stumpfsinns und der Blindheit gegenüber den Geheimnissen der Weltenfügung. Die Kurzsicht ist des Menschen größter Fehler und somit sein größter Segen, denn nur wenige, die große seelische und geistige Stärke aufweisen, mögen die Fäden und das Wirken der Götter ergründen.

Dieses eine trifft wohl auch auf mich zu, denn als ein Scolar bin ich noch nicht fähig die rechte Wahrheit zu erkennen. Diese meine Unfähigkeit ist, was mich am meisten quält, verehrter Meister Barius!
Auch will ich keine Reue zeigen und Mitleid mit den Schwächeren ist mir gar fremd. Ich erkenne dies jedoch nicht als Laster, sondern als ein natürliches Gesetz. Der Stärkere hat zu herrschen, der Schwächere seine Lage sich selbst zuzuschreiben.

Wenn ihr fragt, was mich denn am meisten fürchtet, so musste ich lange nachdenken. Ich selbst halte mich als ein arkan begabtes Wesen für eine der auserwählten Kreaturen auf Deren. Es gibt vieles, dem ich trotzen kann und welches ich durch die pure Stärke meines Geistes zu schaffen vermag. Wohl verabscheue ich Schmerzen und der Gedanke daran erfüllt mich mit Hass, doch ist dies beileibe nichts, das mich plagt.

Meine wahren Ängste liegen in der Möglichkeit des Verlustes dieser Kraft. Die Begabung zu verlieren und meine mögliche Zukunft aberkannt zu bekommen, dies ist die wahre Furcht.
Ich entnehme diese Furcht vor allem aus eurer Beschreibung der dämonischen Wesenheiten, vor allem der, der mentales. Die Verunreinigung des Geistes durch diese ist eine wahrhaftige Furcht, das langsame Abhandenkommen des Verstandes.
Aus diesen Gründen habe ich den Willen, mich in der Kunst der Dämonenbeschwörung einst als würdig zu erweisen. Denn dies ist der wahrhaftige Triumph, die Kontrolle und die Knechtschaft der niederhöllischen Kreaturen und deren Unfähigkeit über den Menschen Besitz zu ergreifen.

Und das will ich mit Recht eine Tugend von mir heißen: Den Willen und die Überzeugung, kurz der Fleiß und Eifer stark zu sein und mich herauszufiltern. Noch will ich mich selbst nicht recht mögen, denn meine arkane Kraft ist noch klein, bemessen mit der anderer, doch umso größer ist der Drang nach Macht, welchen ich wohl auch einst befriedigt haben werde.

Hochachtungsvoll,
Scolar Ucurian ya Enstronzo

von: Marco Dworschak
Erschienen in Opus no. 158 am 16.6.2002 als Reaktion oder Fortsetzung zu Prüfungsarbeit aus der Facultas Anatomica vitae mortusque, Fachgebiet Beschwörung & Beherrschung.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Prüfungsarbeit aus der Facultas Sumui Transformatoricae, Fachgebiet Herbarium und Bestiarium.

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