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Der Schwarze Limbus    

16. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Tractatus betreffend die Natürliche & Übernatürliche Philosophie des Gaius Cordovan Eslam Galotta

Partum III

Im folgenden Artikel präsentiere ich der geneigten Leserschaft des Opus die Arbeit eines bislang völlig unbekannten Autors, des adeptus minor Eborëus Zachariad, welcher vor auf den Tag genau einundzwanzig Jahren Aufnahme fand in den Hallen unserer Akademie. Voll Staunen und ehrlicher Bewunderung, aber auch mit väterlicher Fürsorge verfolgte ich von da an den Werdegang meines mir anvertrauten Schützlings. Von Jahr zu Jahr stellte sich immer deutlicher die einmalige Begabung des adeptus Eborëus heraus, welcher von HESinde mit einem alles durchdringenden Geist und Verstand gesegnet war. Und so möchte ich - nicht ohne Stolz - die Abschlussarbeit des adeptus minor Eborëus Zachariad hier in meinem Namen veröffentlichen.
Zum Werk an sich muss noch gesagt werden, dass - als ich dem adeptus diese doch recht schwierige Aufgabe stellte - ich niemals erwartet hätte diese Brillanz sowohl in den Worten, aber noch viel mehr in den Gedankengängen meines Schülers vorzufinden, eine Brillanz, welche ich hoffe auch von der Leserschaft erkannt zu werden. Die Arbeit ist im weitverbreiteten Responsium (-Stil) gehalten, welcher bedingt, dass auf ein Zitat aus dem Originalwerk jeweils Stück für Stück geantwortet wird.
So bleibt mir nur noch dem Leser ebensoviel Spaß und Freude an der göttergefälligen Lektüre dieses Artikels zu wünschen, wie ich sie hatte, als ich dieses Werk zum ersten Mal in Händen hielt.

Großmeister Erilarion Androstaal


Das folgende Traktat aus dem Nachlass des G.C.E.Galotta, vormals Hofmagus zu Gareth, stellt eine interessante und offenherzige, wenn auch götterlästerliche Formulierung seiner verworrenen Gedanken dar, von denen sich der Autor des vorliegenden Werkes hiermit in aller Deutlichkeit distanzieren möchte.

"Ich erlaube mir deshalb, folgende - anscheinend gewagte, These aufzustellen:
1tens existieren die Götter in ihrer Sphäre unabhängig von allen anderen Wesen, wie wir existieren unabhängig von den Göttern."

Die hier unter Punkt Eins dargestellte These widerspricht grundlegend nicht nur der zwölfgöttlichen Lehre von der Entstehung Deres, nein, sondern sie widerspricht auch den Schöpfungsberichten aller mir bisher bekannten Völker, Kulturen und Rassen. Wie soll es denn angehen, dass die Götter - von Los im Mysterium von Kha als Wächter des Weltengefüges eingesetzt - unabhängig von den Wesenheiten der anderen Sphären existieren?

Dies würde ja heißen, dass sich die Götter nicht um die Belange der Menschen - als ein Beispiel - kümmerten, was jedoch durch ihr Eingreifen im Sinne von Wundertaten ihrer Geweihten im Speziellen, aber auch durch ihre tagtägliche Präsenz in allen Tempeln Aventuriens im Allgemeinen widerlegt werden kann. So die Götter in Alveran unabhängig von uns hier auf Dere existierten, wo läge dann ihr Daseinszweck? Wer würde uns Menschen dann Erkenntnis und bisweilen auch ein wenig an Weisheit zuteil werden lassen, wer gäbe das Leben und nähme es auch wieder? - um nur einige Beispiele zu erwähnen.
Und aus alledem resultiert natürlich, dass auch wir Sterblichen niemals unabhängig, ja nicht einmal gänzlich ohne die Götter existieren könnten.

"2tens sind die Götter von unterschiedlicher Macht, mächtiger jedoch als die, die wir Dämonen und Geister heißen."

Eine Spezifität der einzelnen Götter ergibt sich nur aus den unterschiedlichen Bereichen ihres Wirkens und ihrer Machtentfaltung, nicht aber aus Unterschieden in ihrer Machtfülle selber.
In einem Punkt muss Galotta allerdings Recht gegeben werden: Die größere Macht der Götter gegenüber den Dämonen wurde bereits des öfteren unter Beweis gestellt, so z.B. bei jenem denkwürdigen Eingreifen in der Zweiten Dämonenschlacht.

"3tens sind die Macht und der Einfluss, die diese Wesen in unserer Sphäre besitzen, abhängig von der Zahl der Gläubigen in dieser Sphäre, von deren Inbrunst, wie auch vom grundlegend natürlichen Prinzip, welches die Götter verkörpern. Ich stütze mich hier auch auf ein Werk des hochgeschätzten Rohal, nämlich die "Kunde von den Sphären" (Offenbarung des Nayrakis, Anm.d.Verf.), ein Werk, das leider in den Archiven der Praios-Priesterschaft verschlossen gehalten wird."

Zu ersterem ist zu sagen, dass Galotta hiermit die von Los gewollte Aufteilung der Prinzipien aller zwölf Götter als ungleich machtvoll verteilt ansieht. Dies jedoch kann Los niemals gewollte haben! Die Macht der Götter erstreckt sich auf alle Länder und Reiche Aventuriens, auf alle Menschen, Zwerge, Elfen, ja alle Lebensformen daselbst, auf alle Zeiten hin bis zur Ewigkeit, und ich hätte noch nie gehört, dass einer der Zwölfe durch irgendeinen Casus eingeschränkt wäre in seinem Wirken, seien es auch die Tage des Gottes ohne Namen. Denn selbst aus diesen wurden uns Berichte über Wunder und Mirakel eines oder mehrerer der Zwölfe überliefert.
Der zweite Teil dieses dritten Punktes ist nicht mehr oder weniger als eine bodenlose Frechheit, eine Verhöhnung, die ihresgleichen sucht. Hiermit bringt Galotta den Namen, Ruf und Ansehen des wohl weisesten Magiers, Kaiser und Menschen überhaupt in Verruf, indem er ihn für seine gestohlenen (siehe Partum I, Anm.d.Verf.) Thesen als Quelle zitiert.

adeptus minor Eborëus Zachariad

von: Philipp Schumacher
Erschienen in Opus no. 34 am 19.9.1999 als Reaktion oder Fortsetzung zu Tractatus betreffend die Natürliche & Übernatürliche Philosophie des Gaius Cordovan Eslam Galotta - Partum II.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Tractatus betreffend die Natürliche & Übernatürliche Philosophie des Gaius Cordovan Eslam Galotta - Partum IV.

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