Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

24. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Academica Magica Mutanda Forumque Metamorphoses Cuslicienses
Ratio Magica Mutanda
Definitio Magica Mutanda

Spect. Caranosis Traumenstein

Getreulicher Bericht aus der Halle der Metamorphosen
(diese besuchen...)

Mit einem lauten Knall schlägt der Rohrstock der Spectabilitas auf dem Pult auf - und zeigt auch die beabsichtigte Wirkung. Die fünf Scolari sitzen kerzengerade und schauen aufmerksam nach vorn.
"Definitio Magica Mutanda - so lautet das Thema dieser Vorlesung." Caranosis sieht in die Runde. "Ich werde also heute über die Definition von Verwandlungsmagie dozieren. Was ist Verwandlungsmagie. Wie unterscheidet man die verschiedenen Ausprägungen der Mutationsmagie? Wie erkennt man solche? Ich erwarte höchste Aufmerksamkeit - denn wir werden die heute erworbenen Kenntnisse in der nächsten Woche benötigen, um in der Theorie der Verwandlungsmagie fortfahren zu können. Desgleichen werden diese Inhalte noch in einer Examinatio überprüft" Caranosis räuspert sich.
"Beginnen wir also." Der Magister schreibt das Wort Definitio an die Tafel. Er dreht sich wieder zu seinen Schülern. "Definitio... Magica Mutanda - Verwandlungszauberei des Lebendigen. Seit ältesten Zeiten bekanntes arkanes Wirken um Objekte, die von Leben erfüllt sind, von ihrer ureigenen Form in eine andere zu transformieren." Caranosis hält inne und blickt auf die fleißig schreibenden Scolari. "Soviel zur Definition. Werfen wir einen Blick in die Encyclopaedia Magica. Seite 103 der Kusliker Ausgabe. Dort findet sich eine ausführliche Erläuterung dieser Definition.
Ich zitiere frei und ergänze, um es für Euch verständlicher zu machen.
Seit ältesten Zeiten bekannt ist uns Magi die Magica Mutanda, in der Sprache des Volkes auch Verwandlungszauberei genannt, welche nur auf jene Objekte wirkt, die von Peraines lebensspendendem Atem erfüllt wurden und durch dieses göttliche Wirken ins Leben gerufen wurden. Die ureigene Form dieser Objekte, ganz gleich ob es sich im Pflanze, Tier oder Mensch, handelt, lässt sich eben durch die canti magicae der magica mutanda in eine andere Form transformieren. Zu diesem Behufe, also Zwecke, ist erforderlich einen Teil der aufzuwendenden vires arcanae, den arkanen Kräften, aus dem Leben selbst zu ziehen. Dies ermöglicht es, die matrices der zu verändernden Wesensheit vom Vor-Stadium in die End-Form zu transformieren, aber dabei die grundsätzliche Struktur der matrices in ihrer ureigenen, das Leben charakterisierenden, Form zu belassen.
Der Akt der Transformation, der transformatio mutandaque, erfordert ein Höchstmaß an Konzentration, Geschick und Wissen - und vor allem der hesindegefällige Prüfung hinsichtlich der ethischen und moralischen Aspekte. 
Ist der Wirkende sich der Konsequenzen bewusst geworden und beginnt den magischen Spruch zu weben, so ist er zu höchster Konzentration und Sorgfalt angewiesen! Denn die matrices, die das Leben formen, sind zumeist sehr delicat und nicht immer dem magisch unbewehrtem Auge offensichtlich!
Die Veränderungen geringen Ausmaßes haben als benefication oftmals das körperliche oder geistige Wohl. Die klassische Mutatio, also die vollständige Transformation eines Körpers in eine völlig divergente Form, beinhaltet die größte Art der Veränderung an den arkanen matrices. Hier kann sogar davon gesprochen werden, dass der Wirkende die matrices der Zielform komplett neu weben muss, da sie völlig divergent zu den ursprünglichen ist.
Beachtet Zaubernde! Obige Veränderungen an den matrices möge dem Objekte zum Wohle oder zum Schaden gereichen! Das ist auch die causa dafür, dass sich die magica mutanda keinerlei philosophia zuordnen lässt - denn die magica mutanda ist in keinster Weise eindeutig schädigend oder zum Wohle gereichend. Jedoch lassen sich die einzelnen canti magicae, oder auch formulae, der Mutationsmagie durchaus einer philosphia zuordnen! Denn es sind uns, Hesinde möge uns das vergeben, auch formulae canonisiert und definiert, die eindeutig den Willen der Zwölfe in blasphemischer Weise höhnen und auch dem objectum schaden! 
Andere Manifestationen der magica mutanda tangieren eher andere Bereiche, zu nennen wären hier die magica curativa aber auch die hermetica destructiva oder auch magica combattiva.
Es scheint möglich zu sein, wenn auch unter größten Schwierigkeiten, eine Mutatio zu realisieren, welche die transformation der matrices vitae, also der Lebensmuster, includieret, mit dem Ziele diese in die Lebensmuster einer unbelebten Wesensheit zu überführen. Dieses ist möglich! Jedoch ist es bisher noch nicht vice versa gelungen - es gibt bisher auch noch keine Hinweise darauf, dass es möglich ist einer unbelebten Form Peraines Geschenk des Lebens einzuhauchen. Wobei sich hier natürlich die Frage stellt, ob dieses nicht eine abscheulich blasphemisches Vorgehen wäre! Peraine wird mit Sicherheit dem Wirkenden ihren Zorn über diesen Frevel entgegenschleudern!
Kommen wir nun zur Verbreitung dieses Wissens um die Mutatio. Es bleibt hier nur festzustellen, dass alle Zauberkundigen hier über Kenntnisse, zumindestens rudimentärer Natur, zu besitzen scheinen. Das tiefste und strukturierteste Wissen besitzt aber unser Stand. Wir, die Magi der Gilden, besitzen die umfassensten Kenntnisse in diesem Bereich der Magie. Aber auch das Volk der Elfen besitzt eine große Anzahl an formulae aus dieser Sektion. Es wird auch von Drachen berichtet, die sich der Magica Mutanda bedienen können - ja es wird sogar berichtet, was aber bisher noch durch keine expeditio hinreichend und eineindeutig verifiziert werden konnte, dass die Drachen der Freizauberei hier fähig sein sollen!"
Caranosis sieht in die Runde. "Scolari. Konntet Ihr soweit meinen Ausführungen folgen? Gut. Dann werden wir jetzt kurz unterbrechen. Die Pause nutzt ihr bitte dazu um ein wenig Luft in diesen Raum zu lassen, die Tafel zu wischen und mir einen Wukka zu besorgen. Auf!" Lächelnd setzt sich Caranosis und wirft noch einen Blick in das vor ihm auf dem Tische liegende Buch - die Encyclopaedia Magica.
Die Scolari handeln wie geheißen und nach einiger Zeit sitzen auch alle fünf wieder auf ihren Plätzen. Genüsslich nippt Caranosis an seinem Wukka und erhebt sich langsam.
"Gut. Ich danke Euch. Fahren wir fort. Nachdem wir ja nun ausführlich die definitio der magica mutanda erörtert und dargelegt haben, werden wir uns nun den diversen Ausprägungen dieser Magieform widmen.
Wie bereits oben erwähnt, muss zwischen kleine Veränderungen an der bestehenden Urstruktur und einer völligen Umstellung der Matrices unterschieden werden.
Als Beispiel für geringe Veränderungen an den arkanen matrices soll uns die formulae MUSKELSTÄRKE, KÖRPERKRAFT dienen. Hier wird durch eine geringe Veränderung der Urform eine nicht unerhebliche Stärkung der körperlichen Kräfte inducieret. Diese Kräfte halten jedoch nicht unbefristet. Die Modifikation der matrices kann sich über Stunden erstrecken, aber in der Regel findet eine vollständige Rekonstruktion der Urmatrices innerhalb eines Sonnenlaufes statt.
Ähnlich konstruiert sind die formulae GEWANDTHEIT UND GESCHICKLICHKEIT, FINGERSPIEL UND SCHNELLE HAND, CHARISMA, PERSÖNLICHKEIT, WAGEMUT UND ENTSCHLOSSENHEIT, aber auch KLUGHEIT, WISSEN, INTELLEKT - eine interessante Thesis, denn sie scheint das geistige Wohl so zu beeinflussen, dass einem selbst schwierigste Denkleistungen relativ leicht fallen. Böse Zungen sprechen auch davon, dass man so sogar Thorwallern damit das Denken ermöglichen könne." Caranosis muss nun selber schmunzeln. " Aber das habe ich jetzt natürlich nicht gesagt... Weiter geht's. Aber auch den Hexen scheint es gelungen zu sein einen solchen kleinen Mutationszauber zu entwickeln. In dem Codex Cantiones ist er unter der Thesis EMPHATIE UND SECHSTER SINN canonisiert. Das waren jetzt exempli für die kleine Mutatio. Als Musterbeispiel für die große Mutatio werde ich die Sprüche ADLER, WOLF UND HAMMERHAI und den SALANDER MUTANDER heranziehen.
Wie ihr ja sicherlich wisst originieren beide formulae dem Volk der Elfen. Es ist jedoch fleißigen und begnadeten Magiern zu verdanken, die die relative einfach Struktur der elfischen Varianten ausführlich untersuchten, um zu Erkenntnissen zu gelangen, die es ihnen ermöglichten daraus mächtige und umfassendere Sprüche zu generieren, dass diese auch Zugang zu den canonisierten Sprüchen der Gilden fanden.
Die elfische Urform eignet sich aufgrund der geringen Komplexität jedoch hervorragend für Studien und Analysen." Caranosis stellt einen Käfig mit einem Stallhasen auf den Tisch. "Nun konzentriert Euch auf die arkanen matrices dieses Hasen... Ich werde ihn mit Hilfe des SALANDER MUTANDER für eine kurze Zeitspanne in eine andere Lebensform transformieren." Als alle Scolari bereit zu sein scheinen, beginnt Caranosis langsam den Spruch zu weben... Langsam formt er die arkanen Kraftlinien zu neuen Mustern. Er löst alten Formen auf und verbindet, die für ein magisch bewehrtes Auge, bunt schimmernden Fäden der arkanen Kräfte, zu einem neuen ebenso unendlich komplexen Muster. Noch während des Webens zeigt der Zauber seine Wirkung. Ein leichtes Flirren zu Beginn, dann eine seltsame Unschärfe, die schließlich wieder einem Flirren der Luft um das Objectum herum weicht, als die Mutatio einsetzt. Mit großen Augen verfolgen die Scolaren das Wirken des Magister... ohne jedoch auch nur ansatzweise die komplizierten Muster zu verstehen, die er zu weben sucht.
Caranosis beendet sein Werk und blickt in die Runde. "Wie ihr hoffentlich gesehen habt, war hier eine umfangreiche Neubildung der arkanen matrices von Nöten. Es handelt sich hier um einen der mächtigsten Zauber der Gildenmagie! Mit diesem Spruch könnt Ihr ein jedes Lebenwesen in ein anderes Wesen verwandeln. Beachtet aber bitte, dass für eine permanente Mutation eine gewaltige Menge an arkaner Energie aufzuwenden ist! Ebensoviel Energie ist aufzuwenden, wenn ein solcher Zauber durch die formulae VERWANDLUNG BEENDEN wieder gebrochen werden soll.
Nun... ich denke, ich werde damit diesen Vortrag nun für heute beenden. Wir sehen uns morgen. Dann werden wir das gewonnen Wissen noch einmal ausführlich diskutieren."
Der alte Magus steht langsam auf. "Nun geht. Ich denke ein collega wartet bereits auf Euch. Die allweise Herrin mit Euch!"

Erschienen in Opus no. 71 am 18.6.2000.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Ratio Magica Mutanda II, Thesis und Praxis.

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