Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

21. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Neueste arkane Forschungen, sowie die Formula:
Heptagramma

HESinde zum Gruße,

Werte Herren, ich hoffe, Ihr perdoniert die Verspätung der Nachricht. Sie wurde der Situation angemessen schnellstmöglichst überbracht. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, in welch desaströser Lage ich mich zur Zeit befinde. Ich Sohn des Unglücks bin zu meinem Unmut an Bord eines Schiffes, dem "Pfeil des Nordens", und nicht nur, dass ich an einer ständigen Seekrankheit leide, auch meine Studien fallen mir zwischen all diesen verlausten Matrosen nicht gerade leicht, die Herrin lässt mich für die Wissenschaft wahrlich leiden. Ich hatte Müh´ und Not am Leben zu bleiben, diese Shazakim wollten mich im Wahn ihres Aberglaubens gar kielholen lassen, nun, das wusste ich zu verhindern.
Dies hat nun meinen Aufenthalt im Perlenmeer erheblich hinausgezögert, meine essentiellen Forschungen konnte ich trotz allem durchführen. [... "Silentium, ihr verdammtes Matrosen-pack!"] Nichtsdestotrotz stehlen mir diese Söhne der Unverfrorenheit den letzten Nerv.
Meine tulamidische Seele ist in letzter Zeit sehr gereizt geworden, trotzdem versuche ich sachlich zu berichten.

Seit einiger Zeit befinde ich mich im Süden Aventuriens, zur Zeit in der Gegend um Charypso, und ich konnte einige tiefgreifende Forschungen auf dem Gebiet der Saurologie, sowie den Schamanismus der Eingeborenen betreffend, betreiben. So gibt es eine Art verdorrten Kopf, den sie ... aber lassen wir das. Habe ich schon erwähnt, dass ich Opfer eines höchst interessanten Fluches geworden bin? Nein, nun das und weiteres werde ich ein andermal schildern, ich schweife schon wieder ab.

Der eigentliche Grund meiner Reise gen Praios war die Erkundung eines uralten saurischen Unheiligtums, östlich von Selem, in den unwegsamen Echsensümpfen. Ihr könnt Euch nicht vorstellen, welch Gesindel sich in Selem herumtreibt, und diese verfluchten Sümpfe hätten mich beinahe das Leben gekostet. Nun, ich lebe noch und weiß euch folgendes zu berichten:

Ad primum will ich Euch, geschätze Collegi et Collegae, eben jene Fortschritte basierend auf den Schriften des Achmad Al´Chareb ben Sadiff, eines Magiers aus Anchopal, meiner Geburtsstadt, vorstellen. Er hat folgende Hypothese aufgestellt, die ich teilweise fundieren konnte: Nicht nur, dass die alten Echsen eine Art Edelsteinmagie anwandten, nein auch die götterverfluchte Blutmagie scheinen sie beherrscht zu haben. Zu welchem Zwecke letzere eingesetzt wird, ist nun unschwer zu folgern: in media res, zur Beschwörung jenseitiger Entitäten.

Unter größten Anstrengungen, die mir aber durch den Einsatz einiger Artefakte der Drachenei-Academia vermindert wurden, ist es mir gelungen, die Thesis einer Formel zu exzerpieren, die kausal auf einer minderen Invocatio Daimoniae basiert.

Nun, mithilfe meiner neuesten Erkenntnisse auf dem Gebiet der Magica Clarobservantia, namentlich der Formula Xenographus Clarvoyant, ist mir die Dekryptierung einiger teilweise mit Yash`Hualay-Glyphen beschriebenen uralten Steintafeln gelungen. Diese Ritualschrift des "Ewigen Volkes" kombiniert mit einigen unbekannten Runen haben die ganze Angelegenheit sehr kompliziert. Es handelt sich aber ohne Zweifel um echsische Magica (eine genaue Datierung ist sehr schwer, etwa aus der Zeit der Magiermogule vom Gadang, eher noch früher), die größtenteils auf dieser uns unbekannten Edelsteinmagie beruht, jedoch zum Teil große Parallelen zur bekannten gildenmagischen Dämonenbeschwörung, explizit deren Anrufung, aufweist.

Ich schließe auf eine verlorengegangene Formula, deren Inversion der Manifesto sein könnte. Also eine Transistion aus der elementaren Variante bestehend, wenn ich es mal so insuffizient formulieren darf. De facto ist der Cantus jedoch etwas inäqual ausgelegt, ergo könnte es zu inkonventablen Erscheinungen kommen. So geschehen, als ich bei einigen Versuchen zur metamagischen Eigenheit der Formula einen herben Rückschlag erhielt. Ich hatte wohl die falschen Worte und Gesten gebraucht, auf jeden Fall blieb zunächst eine Wirkung aus. Zumindest solange, bis ich von fürchterlichen Wahnvorstellungen geplagt wurde. Diese kulminierten in einer Art Verwirrung, die aber mittlerweile abgeklungen ist...
HESinde – sie sei geprießen – hat meinen Auftrag als wichtig genug eingestuft, so dass ich aufbrechen konnte, und mich nun auf dem zweiten Teil meiner Reise befinde.

Nehmen wir nun einmal an, rein als Hypothese natürlich, dieser altechsische Cantus hätte die gleiche Matrix, die ich extrahieren konnte, so wären natürlich viele meiner geschätzten Freunde vom Bund des Weißen Pentagrammes höchst perplex, wenn ich nun ihre fälschlichen Vorstellungen einer primitiven echsischen Kultur falsifizieren könnte.
Meiner persönlichen Überzeugung nach waren die Echsen auf dem Stand einer Hochkultur, die wir mit keiner gewesenen vergleichen können.
In essentio ist die Formula höchst interessant, und um dies zu fundieren, will ich Euch, geschätzte Collegi et Collegae, einen Exzerpt aus meinen Aufschrieben zuschicken:


HEPTAGRAMMA SPHÄRENWACHT
[Erzdämon], gib mir dämonisch´ Macht!

Eine Formel echsischen (?) Ursprungs

Technik:
Der Magier ballt die Fäuste, vollführt dann das Zeichen des Erzdämonen, dessen Macht er anruft, und spricht sodann die Formel laut und deutlich.
Ist eine direkte Beeinflussung eines Objekts erwünscht, muss es der Magier berühren.

Zauberdauer: 10 Sekunden
Probe: MU/MU/CH
Wirkungsweise: Der Zauber ruft einen minderen dämonischen Effekt hervor, per exemplum das Verschimmeln von Nahrung, eine übelriechende Dunstwolke, ein eisiger Lufthauch, der Tod eines kleinen Tieres oder das Erscheinen einiger Maden und Würmern auf einem Objekt.
Es gilt zu beachten, dass je nach angerufenem Höllenfürsten die Wirkung entsprechend ausfällt, bei der Nennung von Nagrach (Belshirash) ist mit einem eisigen Windhauch oder niederhöllischem Reif zu rechnen, wobei eine genaue Beeinflussung des gewünschten Effekts nicht möglich ist.
Die dämonische Manifestation verweilt normalerweise nur kurz in der 3. Sphäre, ihre Auswirkungen sind jedoch oft permanent (das Verfaulen von Brot beispielsweise).
Kosten: 5 ASP
Reichweite: maximal 1 Schritt vom Magier entfernt
Wirkungsdauer: etwas 1 Minute, unter Umständen aber permanent

Meisterhinweis: Die dämonische Erscheinung wendet sich nicht gegen den Beschwörer, die Auswirkungen sind jedoch meist so gering, dass sie weder direkt nützen noch großen Schaden anrichten.
Wobei hier natürlich unterschiedliche Meinungen bestehen, wie schlimm es für die fürstliche Familie ist, wenn ihr (Lieblings-)Hofvögelchen tot von der Kletterstange im Käfig fällt, bzw. das vom Wirt hochgelobte frische Kalbsfleisch zu grüngelbem Schimmel zerfällt.
Wie auch bei der Beschwörung von Dämonen, kann es bei einer verpatzten Probe zu unangenehmen Überraschungen kommen; z.B. dadurch, dass der Magier plötzlich in eine Sulphurwolke gehüllt einen mittelschweren Erstickungsanfall erleidet oder die dämonische Erscheinung dem Magier auf andere Weise schadet.


Ad secundum muß noch erwähnt werden, dass, wie mir aus wohlinformierten Quellen berichtet wurde, einige Schriften existieren, die eben jenen Effekt des Zaubers schon deskribiert haben, dabei soll es sich um Magie handeln, die so angeblich aus dem Güldenlande stammen soll. Ob dies reine Spekulation ist, wage ich nicht zu behaupten, es ließen sich einige höchst interessante Hypothesen aufstellen. Um diese Gerüchte zu fundieren, bitte ich nun um eine Stellungnahme sowie um eine Weitergabe der Botschaft an das Hohe Arkane Institut zu Punin, von wo noch eine Erstattung der verursachten Unkosten erfolgen sollte, schließlich fordert selbst die Wissenschaft ihren Preis.

Ad finitum schließe ich recht kurz und bündig mit einem erwähnenswerten Lehrsatz:
Um es in verba magistri zu sagen: "...Ihr werdet überzeugt sein, dass man die Entitäten der Heptasphaira voll dem Willen des menschlichen Geistes unterwerfen kann und muss, will man nicht an der deletären Fiktion der Magica Contraria oder der auf Angst begründeten Lehre der Praioten zugrundegehen. Darum lernt und versteht, auf dass ihr gewappnet seid."

Das nur um Euer Gewissen in Hinsicht auf den Ursprung des Cantus sowie der Verbindung zur Heptasphaira zu beruhigen, sowohl ich natürlich nicht ausschließen kann, dass man diesen Spruch zu anderen als den von mir aufgezeigten magietheoretischen Zwecken verwenden könnte. In diesem Sinne:

Möge Euch HESinde erleuchten [...]
Metamagus Karim Sahjed ben Nebahad zu Punin,
Sphärenreisender und Echsenforscher

Addentum: Der Difar, den ich als Boten schickte, müsste eigentlich verschwinden, nachdem die Papyri überbracht worden sind ... aber ihr wisst ja wie Dämonen sind. Nun, Euch, da ihr die Magica Contraria und damit den Pentagramma beherrscht, dürfte dies ja keine Schwierigkeiten machen; wenn doch, übernehme ich die volle Verantwortung für solcherart prekäre Unschicklichkeiten.

Erschienen in Opus no. 19 am 23.5.1999.

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