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Der Schwarze Limbus    

21. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

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Geheimnisse der Waldelfen

Rätselhaft und fremd erscheinen uns die Alben, die in den Wäldern nördlich der Salamandersteine hausen und kaum jemand vermag über ihre Geheimnisse zu berichten. Dennoch besuchten Gelehrte und Geweihte der Göttin auch diese finsteren Wäldern.
Viele der folgenden Berichte gelten jedoch nicht allein für die Elfen des Waldes, sondern auch für ihre Brüder und Schwestern in den Auen oder weit im Firun, wo das Eis nie schmilzt.

Glaube und Magie:
Der Glaube der Elfen beruht auf einem schaffenden Prinzip, nurdra, und einem zerstörenden, zerza.
nurdra ist die Lebenskraft die allem Lebenden innewohnt. Der Elf würde vom Wald zum Beispiel nie mehr nurdra nehmen, als dieser geben kann.
mandra ist die elfische Seelenkraft und die magische Essenz. Es wäre undenkbar mit mandra gegen nurdra vorzugehen (z.B. ein Tier bei der Jagd mittels Zauber zu beherrschen).
taubra ist im Gegensatz zu mandra die (böse) Zauberei, welche sich gegen die Prinzipien der Elfen richtet. Zu nennen wäre vor allem die Dämonologie, welche die Elfen jedoch auch kaum in ihren Ansätzen zu verstehen vermögen.

Elfen sehen in ihrer Zauberfähigkeit immer etwas Intuitives und scheuen sich nicht, sie in allen Lebenslagen anzuwenden. Wenn zum Beispiel ein Busch mit unreifen Früchten gefunden wird, kann der Elf nach einer Zaubergeste schon die reifen Früchte ernten. Auch giftige Früchte können eßbar gemacht werden, wenn die Not den Elf dazu zwingt.

Magie wird von den Elfen auch in Form von Liedern und dem Spiel der Instrumente gewirkt. Diese Liederzyklen befassen sich meist mit einem bestimmten Thema, in welchem auch die endgültige Wirkung eingewoben zu sein scheint. So gibt es ein Sorgelied, ein Schwurlied, ein Bannlied, das Friedenslied und verschiedene Arbeitslieder. Auch ist eine halbstündige Zaubermelodie bekannt, nach der fast jeder gewirkte Zauber gelingt. Wie genau diese Zauberlieder magische Effekte hervorrufen können, vermag auch die modernste Matrixtheorie nicht zu erklären.

Der Name:
Der dritte Namen eines Elfen ist immer der wahre, unveränderliche Name. Er kann dem Elfen im Laufe seines Lebens offenbart werden, und wird nur bei einer absolut festen Beziehungen, vergleichbar mit dem Traviabund, an einen anderen Elf weitergegeben, da dies den Elfen völlig ausliefert. Parallelen zu den Namen der Dämonen scheinen offensichtlich, können aber kaum weiter untermauert werden. Die anderen Namen gelten nicht als völlig unveränderlich und einschneidende Erlebnisse können durchaus eine Änderung herbeiführen. Dies bedingt auch die oftmals seltsam anmutenden zweiten Namen, oft was der Elf gerne tut, denkt oder wie er sein Innerstes selbst umschreibt.

Recht:
In der Rechtsprechung vertrauen Elfen einzig und allein auf das éo, ihr natürliches Rechtsempfinden. Sie kennen nur zwei Arten von Besitz. Die erste ist der sehr intime Besitz, dazu kann aber nur die persönliche Waffe, das Instrument und der eigene Name gezählt werden. Die zweite Art ist der praktische Besitz, wie Kleidung und Jagdrevier. Dieser ist aber durchaus respektabel und wenn der Elf sieht, daß ihn ein anderer nötiger braucht, wird er ihm etwas abgeben. Das mag für den Mittelreicher befremdlich erscheinen, doch wie kann man das Leben im Wald auch mit dem in der Stadt vergleichen?

Jagd und Nahrung:
Wenn Jagd auf Großwild gemacht wird, jagt die ganze Sippe gemeinsam. Es wird immer versucht das Wild mit einem schmerzlosen Schuss zu töten. Nie wird auf schwangere oder Jungtiere geschossen. Entkommt das Wild dem Jäger mehr als zweimal, so hat es seinen Respekt verdient und darf entkommen.
Besonders bemerkenswert ist der Fischfang mit dem Bauschmantel des Elfen. Er legt den Mantel in einen Teich, wartet einige Zeit um ihn dann gefüllt mit kleinen Fischen und Kaulquappen aus dem Wasser zu heben. Die nahrhafte ‚Suppe‘ braucht nur noch ausgelöffelt zu werden.
Neben den Früchten des Waldes und der Jagd kennen die Elfen kaum eine andere Nahrungsbeschaffung. Auch Milch ist ihnen meist fremd, da sie Muttertiere, welche Jungtiere aufziehen, nie töten würden und ein lebendiges Tier zu melken käme ihnen nie in den Sinn.
Auch wenn die Waldelfen Kräuter in Hülle und Fülle besitzen, so sind ihnen Güter wie Salz sehr kostbar und selten. Die alte weidener Sitte, einem Elfen der auf Besuch kommt, Zucker und Salz zu überreichen, ist wohl darauf zurückzuführen.

Kleidung und Ausrüstung:
Die Kleidung der Waldelfen ist vornehmlich praktisch und besteht meist aus einem wildledernen Jagdhemd, einem Lendentuch oder einer engen Hose, sowie den vielgerühmten Elfenstiefeln, die, ohne festes Sohlenleder, perfektes Schleichen und Klettern ermöglichen. Die ganze Kleidung ist in Art der Waldelfen reich mit Ornamenten und Trophäen geschmückt. Bei festlichen Anlässen kommt ein besonderer Überwurf dazu. Eine Rüstung lehnen Elfen grundsätzlich ab, sollte es aber zu schweren Kämpfen kommen, so werden eigens für diese Rüstungen aus gehärtetem Leder oder lebendigem Holz angefertigt, wieder kommt dabei die rätselhafte und eng mit dem Wald verwobene Magie zur Anwendung.
Der Bogen ist beim Marsch nie bespannt und wird neben dem Köcher am Rücken verstaut. Nichts darf sich beim Weg durch den Wald verheddern oder hängen bleiben. Auch hat ein Waldelf fast immer einige Riemen und Tücher dabei, um Sachen zu reparieren oder Wunden zu verbinden. Dazu kommt etwas Baumharz als Klebestoff und ein Schilfrohr im Köcher, das als Schnorchel, Blasrohr oder zum Feuer-Anfachen verwendet wird. Der Wasserschlauch ist stets mit einigen Rationen geminztem Wasser gefüllt.

Besondere Stellung nimmt der Bogen in der Ausrüstung des Elfen ein. Er wird aus Horn gefertigt und schon beim Spannen sollte seine Güte am Klang der Sehne erkennbar sein. Die Federn an den Pfeilen dienen auch als Unterscheidung dieser: Das Schwarz-Weiß des Königsadlers steht für besonders scharfe Pfeile und das Braun der Eule für die Pfeile zum lautlosen Töten. Da alle Elfen eine besondere, enge Beziehung zu ihrem persönlichen Bogen haben, werden sie auch ganz wild, wenn jemand versucht, ihn ihnen abzunehmen. Dies hat einige Stadtherren auch dazu bewogen, den Elfen das Tragen der Bögen auch in der sonst waffenfreien Stadt zu erlauben.

Kaum etwas ist über die Instrumente der Elfen zu uns gedrungen, welche sie iama nennen. Diese werden dem Elfen schon bei seiner Geburt mit in die Wiege gelegt und mit seinem Instrument verbindet ihn ein scheinbar untrennbares Band. Vielleicht kehrt die Flöte oder Laute auch gar zu ihrem Träger zurück, wenn sie von ihm getrennt wurde?

Meisterin Sheddja

von: Markus Penz
Erschienen in Opus no. 20 am 31.5.1999.

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