Opus veritatis scientiaeque

Der Schwarze Limbus    

22. Peraine im 47. Götterlauf nach Hal

Titelblatt
Compilationen
- Artikel hinzufügen
Archiv
Compages
Suche
meistbetrachtete Artikel
zufälliger Artikel
Umfragen
Redaktion

Menü verstecken


Der Unverstand einfacher Menschen für arkane Künste

Meinen Überlegungen geht ein kurzer Bericht vorraus:

Bei meiner Reise durch das Land der ersten Sonne zog ich mit meinen niederen Dienern, die alle stanken, als wären sie direkt hinter den Kamelen gekrochen, in die Nähe der gorischen Wüste, wo unser Meister, der größte Magier und Herrscher aller Zeiten, namentlich Rohal der Weise, gegen die Mächte des Finsteren kämpfte. Um unsere Sicherheit bemühte ich mich selber, da die Diener doch immer sehr ängstlich waren. Wie könnte man sich auch auf Leute verlassen, die nicht einmal gelernt haben, sich richtig anzuziehen, geschweige denn zu lesen oder gar unsere Sprache zu sprechen. Mit den in der Perle der Akademien gerlernten Sprüchen sicherte ich den Lagerplatz mit einem Pentagramm. Meine Diener, diese überaus einfachen Leute, unter denen sich eines dieser mysteriösen Wesen mit langen, spitzen Ohren befand, reagierten ablehnend auf so einen sicheren Schutz gegen sphärische Wesen. Auch nach meinen Erläuterungen, die so einfach gewesen sein müßten, daß selbst unsere Kamele Zustimmung geben würden, wenn sie das denn könnten.
Dies wirft mehrere Fragen auf:
- Haben alle einfachen, ungebildeten Menschen einen so schlechten Eindruck arkaner Künste?
- Oder ging in dieser Umgebung eine kleine Verschiebung der Sphären vonstatten, die aber diese Menschen gerade wegen ihrer Einfachheit (ähnlich dem Instinkt der Tiere) verspürten?

Die erste Frage erübrigt sich von selbst. Denn wer sollte auch diese Paläste mit den Farben eines Regenbogens erschaffen haben, wenn nicht ein Djinn? Worauf leben wir denn? Überall sind arkane Muster geformt, die uns ständig umgeben, die unser Leben erst lebenswert machen, ja dem Leben erst einen Sinn geben! Warum sollten denn so einfache Leute Angst vor ein paar Zeichen im Staub haben. Kinder malen ein Spiel in den Wüstensand und keiner fürchtet sich davor oder fragt danach. Nur weil eine gelehrte Persönlichkeit ein paar Zeichen setzt, gibt es so einen Aufruhr. Statt der Runen könnten dort auch Geschichten unserer besten Erzähler stehen und alle wären entsetzt. Und das, nur weil sie es nicht lesen können, nicht weil diesen armen Gestalten daran etwas sonderbar erscheint.
Dies bedeutet aber auch, daß unsere "Kunst", bzw. unser Stand, sehr ernst genommen wird. Wohl dem, der dies auch zu nutzen weiß.
Wie leicht muß es einem unerfahrenem Magus dann fallen, seine erlernten Fähigkeiten aber auch in dieser Weise zu mißbrauchen. Jeder Magus sollte darauf achten, daß niemand seine Macht verschwendet, mit billigen Tricks die Bauern fängt, denn dann wäre er seine Lehrzeit nicht wert gewesen. So achtet in Zukunft darauf, daß wir von solcher Scharlatarnerie befreit werden und wir uns nicht mehr davor fürchten müssen, daß wir nicht verstanden werden. Bringt den einfachen Leuten die wahre Seite des Arkanen näher, so sie denn uns besser verstehen und nicht bei unserer Arbeit stören.

gez. Magister Cherek Nareb
ehem. Schüler der Pentagramma Akademie zu Rashdul

Erschienen in Opus no. 22 am 13.6.1999.

Suche in 575 Opus-Artikeln

ein oder mehrere Begriffe
alle Artikel anzeigen

Der Schwarze Limbus Nachricht an die Autoren (c) 1998-2006 Spielerverein der Freunde des Gepflegten Rollenspiels