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Der Schwarze Limbus    

20. Rahja im 47. Götterlauf nach Hal

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Ad DE NATURA MAGICULTURÆ

Zuerst möchte ich meinem Collega Travian Norfold aufrichtig gratulieren. Einen Artikel von solch herausragender Qualität fand ich bisher leider nur selten in einer der Ausgaben des OPUS - obwohl es sich um ein wirklich herausragendes Journal handelt.
Ich will auch nicht weiter auf die Ausführungen eingehen, sondern nur kurz einen Kommentar zu einem Halbsatz machen, den ich so nicht stehen lassen möchte, da er doch die Puniner Magietheorie in ein gar zu schlechtes Bild stellt. Als Abgänger eben dieser Akademie ist es mir ja fast eine Pflicht in diesem Punkt korrigierend Stellung zu nehmen.

Die Magietheorie - so wie sie gelehrt wird und wie ich sie verstanden habe - dient nicht dazu alles in einen Rahmen zu pressen, sondern vielmehr ist ihr Sinn und Zweck die möglichst präzise Beschreibung der stattfindenden Magie zu ermöglichen. Ich sehe sie eher als eine Art Sprache. Es gibt Sprachen, die - wie ihr in eurem Artikel ja auch bemerktet - geeigneter scheinen einen Sachverhalt zu beschreiben und zu erläutern, während andere gänzlich ungeeignet sind um einen hesindegefälligen Disput zu ermöglichen, da sie einfach kein präzises Werkzeug bieten. Ein Mohaschamane betrachtet sowohl Fluch, Beherrschungszauber, Krankheit,... als Besessenheit. Er ist in der Lage (mehr oder weniger gut - je nach Erfahrung) vermitteles Magie die "bösen Geister" zu bannen. Er benötigt dazu keine Formel, nie ist ein Ritual wie das andere. Er passt intuitiv seine Gestik, seine Gesänge, seine Musik und seine verschiedenen "Paraphernalia" (ein Ausdruck, den er - selbst wenn er ihn kennt - nicht verwendet, der aber dem Gildenmagus ein Begriff ist, wie er treffender in diesem Zusammenhang nicht sein könnte) an den zu erreichenden Zweck an. Niemals könnte er einen Bericht darüber geben, den ein Magier versteht, der sich nicht lange mit den Stammesgebräuchen auseinandergesetzt hätte. Wenn aber ein Beobachter in der "Sprache der Gilde" einen Bericht verfasst, so ist dieser allgemein nachvollziehbar und verständlich. Und das nicht nur für ein Mitglied der Gilde, sondern für jeden, der sich die Mühe machte, diese Sprache zu erlernen. Sei es nun Hexe oder Elf.

Ich sehe ergo die Magietheorie als einen - zwar nicht perfekten, aber immerhin den gelungensten bisherigen - Versuch ein möglichst wirkungsvolles, wissenschaftlich eindeutiges Werkzeug zu schaffen. Leider wird dieses Werkzeug auch vielfältig missbraucht - wie jedes Werkzeug, das je geschaffen wurde. Natürlich ist es unrichtig und falsch zu behaupten die Art der Gilden im Umgang mit der vis astralae sei der einzig wahre Weg. Es gibt einen Spruch, der den mit der ars medicinae Vertrauten geläufig sein dürfte:
"Wer heilt, hat recht!"

Mit freundlichen Grüßen und dem ausdrücklichem Wunsch zu einem persönlichem Disput,

Magus Thundar Hurlemanoff
Absolvent der Academia Arcomagica
Scholaque Arcania Puniensis
- zur Zeit auf Reisen -

von: Florian Kreuzinger
Erschienen in Opus no. 90 am 7.1.2001 als Reaktion oder Fortsetzung zu DE NATURA MAGICULTURÆ.
Zu diesem Artikel erschien folgende Reaktion oder Fortsetzung: Die "Sprache der Gilde" als das beste Mittel für eine [...] Verständigung über Magie?.

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